
Promis in der Tier- und Pflanzenwelt
von Thomas Nief
Weltbekannte Schauspieler, Produzenten und Musiker träumen von einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame. Auch die Aufnahme in die Hall of Fame ist eine besondere Wertschätzung. Doch ist es eine besondere Ehre, wenn eine neue Insektenart nach einem Star benannt wird? Beyoncé wird es wissen.
Außergewöhnliche Menschen werden oft ganz besonders geehrt: Neben den Auszeichnungen mit Preisen (Nobelpreis, Bundesverdienstkreuz, Oscar, etc.) gibt es noch die Möglichkeit, Straßen, Stadien oder gar ganze Staaten (Philippinen) nach ihnen zu benennen - das mit den Staaten ist in der heutigen Zeit eher nicht mehr möglich. Aber es geht noch größer: Sogar eine ganze Spezies kann nach einem Promi benannt werden. Warum? Wissenschaftler, die eine bislang unbekannte Spezies entdecken, dürfen den Namen frei wählen.
Egal, ob Insekten, Frösche oder Flechten, wenn es um die Namensfindung einer neuen Tierart geht, dienen Prominente oft als Namenspaten, so wie jüngst Popstar Beyoncé ("Halo"). Doch ob das eine Ehre ist, wenn ein Insekt nach einem benannt wird?
Obama, Beyoncé, Prinz Charles - welcher Star steckt hinter einer seltenen Fliegenart, welcher steht Pate für einen blutsaugenden Parasiten? Wir zeigen es euch ...
Dafür stehe ich mit meinem Namen
DIASHOW
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Kein Geringerer als Vicco von Bülow alias Loriot leiht dem kleinen Spinnenwesen seinen Namen. "Ich wollte damit meine Bewunderung für den 2011 im Alter von 87 Jahren verstorbenen Künstler zum Ausdruck bringen", erklärte der Wissenschaftler Jäger. "Loriot hat immer
das Komische im normalen, alltäglichen Leben gesucht. Da fand ich es passend, eine Spinne nach ihm zu benennen, die auf den ersten Blick keine Besonderheiten zeigt".
Ok, auf den ersten Blick sieht dieses Insekt nicht schlecht aus. Problem nur: Das Tierchen weiß das auch. Unter den Fliegen gilt die Pferdebremse als Diva und kommt extrem selten vor. Lediglich drei Exemplare sind derzeit in privatem Besitz. Der Forscher Bryan Lessard von der australischen Insektensammlung in Canberra war vom "schön geformten Hinterteil" der Fliege besonders beeindruckt und musste dabei gleich an eine US-Sängerin denken. Und die beiden haben noch etwas gemeinsam: Die erste Pferdebremse wurde 1981 in Queensland entdeckt – im selben Jahr wurde das Pop-Sternchen geboren ...
Die Fliege wurde von Bryan Lessart auf den Namen "Scaptia beyonceae" getauft: "Auf dem Unterleib wachsen dichte, goldene Haare, das hat mich an Beyoncé in einem ihrer goldenen Kostüme erinnert." Die Ähnlichkeit zwischen Pferdebremse und Sängerin ist unverkennbar. Beim ersten Anblick (der Fliege) war der Forscher übrigens total aufgeregt: "Es war so augenfällig – ich konnte das Hinterteil ohne Mikroskop sehen."
Wer hier Gold oder sogar Diamanten entdeckt haben will – weit gefehlt. Dies ist eine ausgesprochen selten vorkommende Flechtenart, die sich mittels einer Symbiose aus Pilzen und Algen zusammensetzt. Kerry Knudsen, Wissenschaftler von der Universität UC Riverside hat sie im US-Bundesstaat Kalifornien entdeckt. Unter Experten gilt sie als unverwüstlich. Vielleicht hat der Biologe sie gerade deshalb einem einflussreichen Politiker gewidmet ...
Die orangefarbene Flechte hört auf den wohlklingenden Namen "Caliplaca obamae" und ihre Mission hat sie auch erfüllt: "Als Präsidentschaftskandidat hatte Barack Obama 2009 meine Unterstützung und es waren die letzten Wochen vor der Wahl, als wir die Exemplare sammelten", sagte der Entdecker Kerry Knudsen der "Los Angeles Times". Bei einer US-Amerikanischen Präsidentschaftskandidatur wird bekanntlich nichts unversucht gelassen. Hat ja geklappt!
Bei diesem Exemplar handelt es sich um einen blutsaugenden Parasiten. Die Krebs-Art kommt meist in karibischen Korallenriffen vor und wird aufgrund ihrer Vorliebe für Fische liebevoll "Termite der Meere" genannt. Paul Sikkel, Meeresbiologe einer Universität im US-Bundesstaat Arkansas, hat sich bei der Suche nach einem passenden Namen aus "Respekt und Bewunderung" an einem bereits verstorbenen Sänger orientiert ....
Obwohl sich die eine oder andere Spezie in seiner voluminösen Haarpracht sicher wohlgefühlt hätte, ist es schwer nachvollziehbar: Der fleischfressende Parasit "Gnathia marleyi" wurde nach der Raggae-Legende Bob Marley benannt. So bringen also Biologen ihren "Respekt und Bewunderung" zum Ausdruck.
John Cleese, Schauspieler und Komiker (Monty Python), ist ein großer Affenfreund und unterstützt seit Jahren eine vom Aussterben bedrohte Primatenart der Lemuren. Aufgrund seines Einsatzes wurden die Avahi Cleesei, eine ausgesprochen wollige Gattung, nach ihm benannt. In freier Wildbahn kommen die Tiere nur auf Madagaskar vor. Namenspate und Affe scheinen einander nicht abgeneigt - hier bei einer öffentlichen Fütterung im Bristol Zoo Garden in Australien.
Solltet ihr bei diesem Ratespiel bisher stets falsch gelegen haben, kommt hier mal etwas Leichtes: Es geht um einen bodenwachsenden Pilz aus Malaysia. Er besitzt Hohlräume und ähnelt stark der Gestalt eines Schwammes. Für manche (oder gerade dadurch) sogar hirnähnlich. Kleiner Tipp: Die Benennung des orangenen Lebewesens erfolgte nach einer Zeichentrickfigur ...
Niemand Geringeres als Schwammkopf Spongebob steckt hinter der Bezeichnung "Spongiforma squarepantsii". Der äußeren Wahrnehmung nach zu urteilen ist die Entscheidung nachvollziehbar. Und was ist mit dem Geruch? "Der Pilz riecht entweder leicht fruchtig oder extrem faulig", sagte Wissenschaftler Dennis Desjardin der Fachzeitschrift "Mycologia". Klingt fast menschlich: Entweder frisch rausgeputzt oder ungeduscht.
Für gewöhnlich bedarf es einen Kuss, um einen Frosch in einen Prinzen zu verwandeln. Dieser kleine Racker hat es nicht nötig. Luis A. Caloma, ein ecuadorianischer Wissenschaftler, der das Tier entdeckt hatte, sagte, es sei einer der schönsten Frösche, die er je gesehen habe. Wir müssen zustimmen: Küssen muss man ihn nicht, aber die orange-blaue Farbe ist schick anzusehen. Bitte verbeugt euch vor dem ...
... "Hyloscirtus princecharlesi". Der royale Namensvetter ist nicht nur britischer Thronfolger, sondern auch Präsident der Tierschutzorganisation WWF in Großbritannien. Zudem setzte er sich stark für den Erhalt des tropischen Regenwaldes ein. Wie so oft, nahm Prinz Charles die Ehrung mit britischem Humor entgegen: "Ich bin sehr gerührt und habe einen Knoten im Hals. Das muss wohl ein Frosch sein."
Hier seht ihr eine so genannte Falltürspinne. Das achtbeinige Tier mit dem haarigen Hinterteil wurde bisher nur in den US-Bundestaaten Alabama und Florida gesichtet. Welchen Star könnte es repräsentieren? Oder anders gefragt: Welcher Promi betreibt mit seinem Namen indirekt Werbung für diese Gattung?
Auch Rockstars sind vor der Laune der Wissenschaftler nicht sicher. Jason Bon, Biologieprofessor an der East Caroline University im US-Bundesstaat North Carolina, wollte mit dem "Myrmekiaphila neilyoungi" seine besondere Wertschätzung zum Ausdruck bringen: "Ich mag seine Musik wirklich und respektiere ihn auch als Aktivisten für Frieden und Gerechtigkeit". Sänger Neil Young muss sich nun mit der Spinnenart ebenso anfreunden wie mit der Vorstellung, dass vermutlich viele Menschen beim ersten Anblick schreien und ihn (also den Achtbeiner) mit einer Zeitschrift erschlagen. Begeisterung sieht anders aus...
Dieses fies anmutende Wesen ist eine Entdeckung des Senckenberg-Spinnenforschers Peter Jäger (44). Bei einer Expedition in Laos fand er die zwei Millimeter große Spinne der Gattung "Otacilia" und gab ihr den Beinamen eines großen Komikers.
Kein Geringerer als Vicco von Bülow alias Loriot leiht dem kleinen Spinnenwesen seinen Namen. "Ich wollte damit meine Bewunderung für den 2011 im Alter von 87 Jahren verstorbenen Künstler zum Ausdruck bringen", erklärte der Wissenschaftler Jäger. "Loriot hat immer
das Komische im normalen, alltäglichen Leben gesucht. Da fand ich es passend, eine Spinne nach ihm zu benennen, die auf den ersten Blick keine Besonderheiten zeigt".
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Heidi Klum
Hey liebes N-joy Team. Bei "Rosen Tantau", ein bekanntes Unternehmen aus Uetersen das Rosen züchtet, gibt es die Heidi-Klum-Rose. :) [mehr]