
Ahoi! Bendzko setzt Hansesail-Höhepunkt
Partyalarm in Rostock: die Kuhlage und Hardeland Morningshow-Band, die SpaceBoyz und Tim Bendzko haben auf der Hansesail für ordentlich Wirbel gesorgt. Der Echo-Gewinner setzte dabei den musikalischen Höhepunkt der Hansesail und spielte eine Weltpremiere.
Strahlend blauer Himmel, eine warme Brise Seewind - am Eröffnungstag der Hansesail herrscht ideales Wetter für ein OpenAir-Konzertabend. Als erste Band nimmt das Hip-Hop-Duo SpaceBoyz die Arbeit auf.
Was heißt Arbeit? Die Jungs haben ihr Hobby zum Beruf gemacht und hauen dem Publikum mit Freude fette Beats um die Ohren - ein super Auftritt, der Spaß macht. Nach 40 Minuten endet die erste Trommelfellmassage des Tages, jetzt sind die Ohren frei und bereit für Stufe zwei.
Musikgeschichte mit Kuhlage und Hardeland
Um kurz nach 20 Uhr entern Kuhlage und Hardeland aus der N-JOY Morningshow mit ihrer Band die Bühne in Rostock. Leinen los und volle Fahrt voraus in den musikalischen Wahnsinn. Die zwei Chaoten covern einige der größten Hits der Musikgeschichte. Adeles Überhit "Someone Like You" wird im Wechsel mal als Ballade, mal als Hardrock-Version gesungen - je nachdem ob Kuhlage oder Hardeland singt. Zudem zeigen sie in einem großartigen Medley, dass fast alle Hits der Musikgeschichte mit nur vier Akkorden gespielt werden können. Ein Hammerauftritt.
Stufe drei zündet um kurz nach 21 Uhr. Die Bühne ist in blaues Licht getaucht, "Yellow Submarine" erklingt - "Yellow Submarine"? Bin ich auf dem richtigen Konzert? Ja, denn nach dem Intro springt Tim Bendzko, der Headliner des Abends, auf die Bühne und legt mit "Du warst noch nie hier" los. Erst nach "Es fängt wieder an" folgt die Begrüßung: "Guten Abend, Rostock! Geht's euch gut? Habt ihr Bock auf Musik? Dann seid ihr hier genau richtig!" Und wie Rostock Bock hat. Egal ob "Auf den ersten Blick", "Keiner weiß" oder "Ich laufe" - jeder seiner Songs wird von seinen Fans gefeiert.
Bendzko-Song feiert Weltpremiere
Am meisten wird natürlich bei seinem Überhit gejubelt, der in einer Weltpremiere umgetextet dargeboten wird: "Nur noch kurz Rostock retten". Das kommt beim Publikum an, aber das liegt ihm eh zu Füßen. Es scheint, als wären fast nur Frauen gekommen. "Sind Männer ohne weibliche Begleitung da? Nur fünf? Uff!" Dabei muss er selbst verschmitzt grinsen, schließlich weiß er längst um seine Wirkung beim weiblichen Geschlecht. Klar ist damit auch, wer an diesem Abend das Geschlechter-Wettsingen gewinnt. Überhaupt singen fast alle seine Lieder textsicher mit, mal laut, mal leise.Auch wenn er ganz klar im Mittelpunkt steht, seine Band leistet großartige Arbeit. Das Cello und die Akustikgitarre sorgen für das perfekte musikalische Bett, auf das sich die Stimme von Tim Bendzko legen kann. Die Bühnenbeleuchtung ist dezent und taucht alles in blaues und rotes Licht. Und wenn dann 8.000 Menschen vor der Bühne mitsingen, würde am liebsten jeder die Zeit anhalten. Leider ist das nicht möglich, auch wenn Tim Bendzko mit vier tollen Zugaben ("Mehr davon", "Wenn Worte meine Sprache wären", "In dein Herz", "Keine Zeit") das Ende hinauszögert, nach knapp anderthalb Stunden ist Schluss.
Pop-Poet mit Star-Potential
Tim Bendzko ist ein Meister des Herz-Schmerz, der mit seinen melancholischen Liebesliedern in die Riege der deutschen Pop-Poeten aufgestiegen ist - das hat er heute erneut live eindrucksvoll bewiesen. Stars wie Xavier Naidoo haben harte Konkurrenz bekommen.
Stand: 10.08.2012 02:41 Uhr
N-JOY 