
Ed Sheeran rockt bei N-JOY
Eine samtweiche Stimme, eingängige Melodien und Texte, die unter die Haut gehen – in seiner Heimat Großbritannien ist Ed Sheeran schon ein Superstar. Dort ist sein Album "+" das erfolgreichste Debüt eines männlichen Künstlers seit zehn Jahren. Und auch Amerika hat der 21-Jährige im Sturm erobert. "+" hat die Billboard-Charts auf Platz fünf geentert und ist damit in den USA das erfolgreichste Debütalbum aller Zeiten eines männlichen UK-Artists. Am Montagabend konnten sich 400 N-JOY Hörer bei einem exklusiven Radiokonzert davon überzeugen, dass Ed Sheeran der Newcomer des Jahres ist.
Um 19.15 Uhr geht's los. N-JOY Moderator Jan Kuhlmann kündigt den Shootingstar an, der mittlerweile schon über eine Million Platten verkauft hat. Dann kommt Ed Sheeran auf die Bühne - ein wenig schüchtern, mit Strubbelhaaren wie Pumuckl. Die dunkle Jeans sitzt tief, er hat ein grünes Skater-Shirt an. Seine Gitarre trägt er lässig um den Hals.
Das Publikum, das hauptsächlich aus Mädchen und jungen Frauen besteht, darf seinem Star jetzt erst mal Fragen stellen. Die Fans erfahren viel Privates: Ed Sheeran wollte früher mal Lokführer werden, ist süchtig nach Tattoos und lebt das Motto: "All or nothing" - alles oder nichts. Dann geht das N-JOY Radiokonzert los.
Eine Ballade wird zur Up-Tempo-Nummer
Der Brite startet seinen Auftritt mit der Ballade "Give me love". Ed Sheeran steht alleine im Scheinwerferlicht, nur mit seiner Gitarre. Doch schon nach wenigen Sekunden füllt er mit seiner Stimme den ganzen Raum. Das Publikum lauscht gebannt, und schon bei diesem ersten Song wird klar: Ed Sheeran ist ein Naturtalent. Die meisten haben wohl eher leise Töne von dem Rotschopf erwartet, die zehnminütige Version von "Give me love" beweist das Gegenteil: Ed Sheeran benutzt eine Loop-Station, mit der er Schläge auf seiner Gitarre und Beat-Box-Einlagen mischt. So kreiert der Ein-Mann-Act den Sound einer Riesenband. Er animiert das Publikum, das am Ende wie ein geübter Chor mitsingt. Ein großartiger Auftakt. Das restliche Konzert hält dieses Niveau. Playback braucht Ed Sheeran nicht. Die A-capella-Einlagen zeigen, was für ein großartiger Sänger er ist.
Der Shootingstar ist vielseitig
Beim zweiten Song "Grade 8" beweist Ed Sheeran noch mehr Vielfältigkeit: Er beginnt den Song mit Beat Boxing. Die Fans sind begeistert, schießen die ganze Zeit über Fotos. Zwischen den Liedern plaudert der Sänger mit seinem Publikum. Er wirkt sehr natürlich und erzählt Anekdoten von seinen Auftritten. Beispielsweise dass man im englischen Radio nicht "fuck" sagen darf, was ihm einmal rausgerutscht ist, als eine Gitarrensaite riss.
Mit seinem Hit "Lego House" und dem Song "Kiss me" wird es romantisch. Was Ed Sheeran singt, ist glaubwürdig. Man hört dem jungen Sänger aufmerksam zu und kann die Stimmung, die er in seinen Texten transportiert, sofort nachempfinden.
Der Newcomer singt nicht nur Songs von seinem Album "+", sondern auch ein Cover: sein Lieblingslied "Feeling good", das auch schon Michael Bublé gecovert hat. Die Fans klatschen im Rhythmus mit.
A new Rapstar is born!
Natürlich spielt er auch seinen Megahit "The A Team" und den Song, der als nächste Single in Deutschland veröffentlicht wird: "You need me, I don’t need you". Und bei diesem Lied setzt Ed Sheeran noch einen drauf. Wie zu Beginn des Konzerts spielt er eine fast zehnminütige Version, den schnellen Sprechgesang meistert er ohne Probleme. Ed Sheeran kann nicht nur singen, grandios Gitarre spielen, sondern auch rappen! Zwischendurch baut er einen Teil von 50 Cents Hit "In da club" ein. Vor solchen Rappern muss er sich auf keinen Fall verstecken.
Nach fast einer Stunde und neun Songs ist das Konzert dann zu Ende. Das Publikum hatte Spaß - Ed Sheeran auch. Im Moment ist der junge Mann nur auf Reisen. Eine eigene Wohnung in London hat er noch nicht, er schläft bei seinem Manager auf der Couch. Auftritte wie am Montagabend sind nach den vielen Reisen und Interviews der beste Teil seines Jobs. "A gig at the end oft the day is always the best feeling", erzählt er während des Konzerts. In einem Interview hat Ed Sheeran mal gesagt, dass es für ihn keinen Plan B gibt. Wenn er so weiter macht wie bisher, braucht er den auch nicht.
Stand: 25.06.2012 23:00 Uhr
N-JOY 