Simple Plan Frontman Pierre Charles Bouvier © NDR Fotograf: Marco Maas

Simple Plan rocken die N-JOY Live Lounge

von André Kroll

Rock am Ring, Rock im Park, Live-8, das Abschlusskonzert der Olympischen Spiele - Simple Plan sind auf den großen Bühnen der Welt zu Hause. N-JOY hat sie zu sich ins Wohnzimmer geholt und als Kontrastprogramm vor nur 100 Fans ein exklusives Foyer-Konzert spielen lassen. Ob sie auch in intimer Atmosphäre überzeugen, weiß N-JOY Reporter André Kroll.

Simple Plan Frontman Pierre beim "Fisting" mit den Bandkollegen, der Begriff wird zum Running Gag des Konzerts. © NDR Fotograf: Marco Maas
Simple Plan Frontman Pierre beim "Fisting" mit den Bandkollegen, der Begriff wird zum Running Gag des Konzerts.
Punkt 20 Uhr geht's los, Simple Plan betreten gut gelaunt die Bühne und begrüßen ihre Fans. In alter N-JOY Soundfiles Live Tradition wird mit einer Fragerunde begonnen. Ein Fan will wissen, welche persönlichen Dinge sie immer mit auf Tour nehmen. Die Antwort überrascht: Kopfkissen. Allerdings nicht, um Kissenschlachten zu machen, sondern weil die Hotelkopfkissen immer zu groß und zu weich sind. Und die Decken übrigens immer zu klein: "Every time you roll over your ass is hanging out", so Frontman Pierre. Gelächter unter den Fans, zustimmendes Grinsen bei den Bandkollegen.

"Fisting", "Schwitzing" und gute Laune

Musikeinflüsse? Punk- und Rockbands wie Face to Face, Lagwagon oder 30 Seconds to Mars. Rituale vor Auftritten? Fisting! Die Fans toben vor Gelächter, natürlich meinen sie damit keine Sexpraktik, sondern das gegenseitige Abklatschen mit der Faust. Spätestens nach der Antwort ist klar, das wird ein großartiger, spaßiger Abend. "Fisting und Schwitzing" wird von der Band zum Motto des Konzerts ausgerufen. Bevor die Fragerunde noch mehr abdriftet, wird sie beendet und die Musik angeworfen.

 

Mit "Shut Up" eröffnen Simple Plan den Abend, allerdings nicht ohne die nächste Anspielung. Pierre zählt auf deutsch an: "1 - 2 - 3 - 4 - 5 - 6, sex? That's my favorite german number, I like sechs". Erneut schallt Gelächter durchs Rund. Dann geht's endgültig los. Auf den ersten Song folgen "When I'm Gone", "Take My Hand" und "Can't Keep My Hands Off You" - bei letzterem klatscht er sich mit Fans ab; sowas geht auch nur, wenn die erste Reihe wie bei N-JOY nur einen Meter von ihren Idolen entfernt steht.

Ein Medley lässt die Menge toben


Simple Plan sind großartige Entertainer. Zwischen allen Liedern machen sie ordentlich Quatsch und erzählen Anekdoten: So wurde Schlagzeuger Chuck, der heute nicht mitspielt, sondern im Publikum steht, einst aus einem Flugzeug geschmissen. Und bei ihrem ersten Deutschland-Konzert vor etlichen Jahren waren nur elf Fans anwesend - zwei davon sind auch heute wieder dabei.

Während der Songs klatscht sich Frontman Pierre oft mit den Fans ab - näher können die nicht an ihren Idolen sein. © NDR Fotograf: Marco Maas
Während der Songs klatscht sich Frontman Pierre oft mit den Fans ab - näher können die nicht an ihren Idolen sein.
Sie reden viel mit den Fans und binden sie in die Show ein. Auch während der Songs beteiligen sie das überwiegend weibliche Publikum, lassen es den Refrain singen, heizen es immer wieder an. Und das geht leicht, Frontmann Pierre muss nur "make some noise" rufen, schon kreischt die Menge.

Nach ihrem Smash-Hit "Welcome To My Life", bei dem wirklich jeder mitsingt, "Time To Say Goodbye" und der neuen Single "Jet Lag" folgt ein ganz besonderes Highlight: ein Medley aus "Fuck You" von Cee-Lo Green, "Dynamite" von Taio Cruz, und Pinks "Raise Your Glass" - die Menge tobt und das Foyer verwandelt sich in eine Disco. Das bleibt so bis zum Schluss, den sie nach gut einer Stunde mit ihrem Knaller "Your Love Is a Lie" setzen.

Fazit: Hammerkonzert einer Hammerband

Super Sound, klasse Songs, jede Menge gute Laune und eine einmalige Fannähe - Simple Plan haben auch nach zehn Jahren auf der Bühne noch richtig viel Spaß an ihrem Job und das merkt man ihnen an. Die Jungs sind trotz des Erfolgs nicht abgehoben und wirken trotz ihrer Routine so frisch und spritzig wie eine Newcomer-Band. Nach dem Konzert bekam jeder Fan sogar noch ein Autogramm und ein Foto, mehr geht nicht. Dafür gibt es fünf von fünf N-JOY Sternen.

Wertung

 

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