Stand: 10.10.2017 15:04 Uhr

11 Tipps für unverkrampften Smalltalk

Die Tür vom Fahrstuhl geht zu und schon sind wir gefangen - denn der Chef steht zufälligerweise im selben Aufzug. In diesem N-JOY Brainhack verraten wir euch, warum wir uns mit Smalltalk so schwertun - und wie wir uns locker machen können.

Smalltalk soll eigentlich locker und kein großes Ding sein. Tatsächlich sorgt aber allein die Vorstellung oft für puren Stress, der uns hemmt und verkrampft.

Das liegt an der Gesprächskultur in Deutschland. Wir sind es nicht gewohnt, vor Fremden viel von uns preiszugeben. Das macht uns nervös. Smalltalk-Expertin Katja Kessel, Hochschule Coburg

Wir haben Angst, abgelehnt zu werden. Während wir eigentlich locker drauflosplappern sollten, gehen uns tausend Gedanken durch den Kopf: Ist das Thema gut gewählt? Was, wenn ich zu platt rüberkomme oder etwas Falsches sage?

Dabei kann Smalltalk sogar Spaß machen - wenn wir uns locker machen, authentisch bleiben und Smalltalk nicht als Tool zur Selbstdarstellung nutzen wollen. Mit diesen 11 Tipps gelingt der nächste Talk besser:


1. Lasst die Gesichtsmuskeln spielen

Eine positive Ausstrahlung ist das A und O des Smalltalks: Zeigt ihr eurem Gegenüber direkt zu Beginn der Begegnung mit einem Lächeln, dass ihr offen für einen Plausch seid, müsst ihr oft gar nicht den Anfang machen - mit ein bisschen Glück springt euer Gegenüber auf euer Lächeln an und eröffnet das Gespräch.

Zeigen eure Gesichtsmuskeln oder eure Körperhaltung hingegen von Anfang an eine Abwehrhaltung, könnte eine peinliche Stille entstehen, weil ihr euren Smalltalk-Partner verunsichert.


2. Keine Angst vor belanglosen Themen

Macht euch klar: Beim Smalltalk geht es nicht darum, was ihr sagt oder dass ihr möglichst schlau wirkt. Laut Smalltalk-Expertin Katja Kessel geht es darum, überhaupt etwas zu sagen - denn Smalltalk dient dazu, sozialen Kontakt herzustellen und nicht dazu, Inhaltliches auszutauschen. Deswegen ist jedes noch so belangloses Thema in Ordnung. Denn ...


3. Wählt gesprächswertige Themen

... ihr solltet Themen wählen, zu denen wirklich jeder etwas sagen kann. Nichts ist peinlicher als ein Gespräch, in dem beide nicht wissen, wovon der andere spricht. Verunsichert euren Gegenüber also nicht mit den neuesten Entwicklungen im Nahen Osten, sondern wählt belanglose Themen - seien es die Wetteraussichten oder die Bundesliga-Ergebnisse vom Wochenende.


4. Übernehmt den aktiven Part

Fällt euch direkt etwas ein, worüber ihr plaudern könntet? Super, dann los! Wenn ihr den aktiven Part übernehmt, fühlt ihr euch sofort selbstsicherer. Es gibt übrigens eine simple Methode, sich an Gesprächsthemen entlang zu hangeln:


5. Die "BEAT"-Methode

Jeder Buchstabe im Wort "BEAT" steht für ein Themengebiet, in das ihr euch mit eurem Gesprächspartner langsam vorwagen könnt:

  • Berufliches: "Was machen Sie? Wie sind Sie dazu gekommen?"
  • Erholung: Die perfekte Anknüpfung an das Job-Thema: "Das ist bestimmt auch stressig. Wie erholen Sie sich? Wo machen Sie Urlaub? Wie schaffen Sie sich im Alltag einen Ausgleich?"
  • Angehörige: Alles rund um Familie und Freunde: "Woher kennen Sie das Geburtstagskind? Wie lange sind Sie schon verheiratet? Wie alt sind Ihre Kinder?"
  • Tiefe: Ist die "BEAT"-Methode bis hierhin gut gelaufen, könnt ihr in die einzelnen Punkte tiefer einsteigen und die vorherigen Themen hinterfragen: "Wussten Sie schon immer, dass Sie diesen Beruf machen wollen? Wie bekommen Sie Familie und Job unter einen Hut?"


6. Betont Gemeinsamkeiten

Im Idealfall ergeben sich im Gespräch Gemeinsamkeiten, auf die ihr eingehen und so ein ausgeglichenes Gespräch schaffen könnt. Merkt ihr zum Beispiel, dass euer Gegenüber auch Serien-Fan ist, könnt ihr von eurer aktuellen Lieblingsserie berichten und anschließend fragen, welche Serie euer Gesprächspartner gerade schaut. Anschließend könnt ihr zu anderen Vorlieben überleiten: "Und musikalisch? Was gefällt Ihnen da?"


7. Vermeidet heikle Themen

Das versteht sich von selbst: Sex, Krankheit, Tod, Politik, Geld, Religion und die neuesten heißen Gerüchte aus dem Kollegenkreis sind tabu. Sonst wird der Smalltalk schnell zum Reinfall.


8. Bereitet euch auf unangenehme Begegnungen vor

Mit welcher Person in eurem Umfeld fällt euch der kleine Plausch am schwersten? Bei wem habt ihr die größte Angst, abgelehnt zu werden? Wenn ihr eure Horror-Szenarien identifiziert habt, könnt ihr euch innerlich auf den Fall der Fälle vorbereiten.

Trefft ihr zum Beispiel den Chef im Fahrstuhl, könnt ihr Fragen, ob er oben ein Meeting hat. Trefft ihr ihn oder sie in der Küche, könnt ihr über eure Kaffeevorlieben sprechen.


9. Die eigene Laune steigern

Ihr habt Panik vor der Weihnachtsfeier, weil dort lauter Smalltalk-Fallen lauern? Dann bringt euch vorher in Schwung und steigert eure Laune - zum Beispiel, indem ihr zu Hause eure Lieblingsmucke anwerft, während ihr euch fertig macht.


10. Setzt euch kleine Ziele

Vor solchen Pflichtveranstaltungen ist es außerdem sinnvoll, die Erwartungen nicht zu hoch anzusetzen. Nehmt euch bloß nicht vor, dass ihr unbedingt mit jedem Kollegen, den ihr noch nicht kennt, quatschen wollt. Das setzt euch viel zu sehr unter Druck. Wählt stattdessen lieber zwei bis drei kleine Ziele aus.

Zum Beispiel: Ich möchte unseren Sekretär heute etwas besser kennenlernen und meinem Chef sagen, wie gut es mir in der neuen Firma gefällt. Im besten Fall knüpft ihr euch Kollegen vor, die ihr ohnehin interessant findet oder über die ihr schon etwas wisst - dann fallen euch auch direkt Fragen für das Gespräch ein.


11. Angriff nach vorne

Wenn wirklich gar nichts mehr geht und ihr nicht weiter wisst, geht offen damit um: "Ich bin eine absolute Smalltalk-Niete - ich fühle mich auf solchen Veranstaltungen unwohl". Da es vielen Menschen so geht wie euch, habt ihr direkt ein Gesprächsthema.

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der N-JOY Nachmittag mit Nina und dem Haacke | 10.10.2017 | 16:20 Uhr

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