Nachts ohne Angst dank Heimwegtelefon

Zwei junge Frauen wollen mit einer Telefon-Hotline für mehr Sicherheit auf Deutschlands Straßen sorgen. Wer sich auf dem nächtlichen Heimweg fürchtet, kann anrufen und durch Plaudern mögliche Angreifer abschrecken.

Wer öfter allein durch dunkle Straßen läuft, kennt das Gefühl: In jedem Hauseingang lauert ein dunkler Schatten und Schritte, die sich von hinten nähern, werden schnell zu einer Bedrohung. Vor allem im Winter ist zum Feierabend um 17 Uhr und bei nassen Straßen schon Tatort-Feeling angesagt. Leider ist das kein bloßes Gefühl, sondern gemeine Realität: Laut einer Untersuchung des European Crime and Safety Survey liegt Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern 60% über dem Durchschnitt bei sexuellen Übergriffen.

Nicht nur Frauen haben nachts ein mulmiges Gefühl, wenn man allein durch einsame Straßen geht. Wer telefoniert, kann Ängste abbauen und potenzielle Angreifer abschrecken.

Dieses traurige Ergebnis haben Anabell Schuchhardt und Frances Berger zum Anlass genommen und ihr Heimwegtelefon ins Leben gerufen. Die beiden Freundinnen arbeiten beide als Unternehmensberaterinnen, die eine in Berlin, die andere in Hamburg. Ihr Projekt gehen sie von Berlin aus an und das funktioniert so: Wer auf dem Heimweg ist und sich fürchtet, wählt die Nummer ihrer Hotline: 030-12074182. Am anderen Ende melden sich Frances oder eine ihrer Kolleginnen und fragen zuerst ein paar Daten ab: Standort, Ziel, Name etc. Und danach wird die Anruferin plaudernd nach Hause begleitet. Damit ist sie für potenzielle Angreifer quasi in Begleitung und wird nicht so leicht zum Opfer eines Übergriffs.

Update vom 12. Januar 2016

Gegenüber der Fachseite Mimikama ließen die Betreiberinnen verlautbaren, dass "dieses Projekt 'eingeschlafen' sei."

N-JOY
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