Stand: 08.08.2017 15:49 Uhr | AutorIn: Dhala Rosado

Rabatte: Das Kokain der Schnäppchenjäger

Jeder Mensch liebt Schnäppchen. Der Grund: Rabatte manipulieren euer Gehirn. Zeit, euch die Kontrolle zurückzuholen - mit diesem N-JOY Brainhack.

Ob online oder offline, überall locken Firmen und Marken mit Rabatten. Es gibt ganze Schäppchen-Tage wie den Black Friday und sogar kollektive Sparwochen wie Sommer- und Winterschlussverkauf. Offiziell gibt es diese vier Wochen im Jahr nicht mehr, trotzdem erwarten Schnäppchenjäger heruntergesetzte Klamotten, Fernseher und Haustierprodukte. Für die meisten Menschen sind Prozentzeichen so etwas wie ein rotes Tuch. Sie wittern ein Schnäppchen und sofort schaltet sich der Verstand aus - egal, ob arm, reich, Mann oder Frau.

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Rabatte machen high

Tatsächlich ist das keine Metapher. Rabatte schalten euren Kopf auf Sparflamme. Rationale Argumente kommen nicht mehr durch den Schnäppchen-Rausch. Heruntergesetzte Produkte zu kaufen, ist für das Gehirn wie Geld geschenkt bekommen. Neurowissenschaftler beobachteten bei zahlreichen Experimenten das Gehirn der Konsumenten und erkannten: Rabatte aktivieren das Belohnungszentrum. Wird Geld in Aussicht gestellt, schüttet der Körper Dopamin aus - genau wie beim Sex, Glücksspiel, wenn ihr Drogen nehmt oder Schokolade esst.

Das Kontrollareal, das für ökonomisches Denken, Vernunft und rationales Denken zuständig ist, wird abgeschaltet. Ihr seid high und könnt dem vermeintlichen Schnäppchen nicht widerstehen. Voller Glücksgefühle räumt ihr euer Konto leer und weil sich in diesem Zustand auch noch die Risikobereitschaft erhöht, fällt das nicht mal schwer. Je toller ihr den reduzierten Gegenstand findet, desto rigoroser wird euer Kopf.

Firmen manipulieren euch

Weitere Informationen

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Das Problem: All diese Dinge wissen Firmen, Marken und Online-Versandhäuser auch und versuchen mit eurem Kopf zu spielen. Dabei greifen sie tief in die Trickkiste und bringen euch dazu, Dinge zu kaufen, die ihr oftmals nicht braucht und die euer Geld nicht wert sind.

  • Bei Schlussverkäufen beispielsweise wird oftmals extra Ware bestellt, die dann günstig verscherbelt wird. Auf das eigentliche Sortiment gibt es wenig bis gar keine Rabatte. Ausgezeichnete Schnäppchen entpuppen sich leicht mal als Normalpreis.
  • Mengenrabatte kann man oft vernachlässigen. Entweder der gesparte Betrag bei einem 10er Pack Tennissocken für den Preis von 9 ist so gering, dass ihr auch gleich zehn einzelne Paare hättet kaufen können. Oder: Der 10er Pack ist so überteuert, dass die einzelnen Paare vom Nachbarständer sogar günstiger wären.

Experten schätzen, dass die Hälfte aller Käufe vermieden würde, wenn der Mensch nicht 'auf Schnäppchen' wäre. Man sollte also lernen, sein eigenes Hirn auszutrickens. Mit diesen drei Tricks geht's!

Vergleicht die Preise!

Nicht alles, auf dem Rabatt steht, ist auch wirklich ein Schnäppchen. Gerade heruntergesetzte Elektroartikel stammen oft aus dem Vorjahr und sind nicht mal den Rabattpreis wirklich wert.

Handelt!

Verkäufer dürfen mit dem Preis runtergehen. Nutzt das und lasst euch nicht mit Fake-Rabatten übers Ohr hauen! Außerdem erhöht Handeln die Kaufzufriedenheit. Dann seid ihr am Ende zufrieden, glücklich und habt wirklich Geld gespart.

Kühlt euch ab & kommt runter!

Wenn ihr dann doch mal vor einem Paar Schuhe oder einem Flachbildfernseher steht und der scheint wirklich günstiger zu sein. Dann bleibt - bei allem, was ihr kauft - immernoch die Frage: Brauche ich das jetzt wirklich? Um sie ehrlich beantworten zu können, müsst ihr euer Belohnungssystem abkühlen. Dafür reicht es, einfach kurz rauszugehen. Nach 10 bis 20 Sekunden beruhigt sich das Belohnungszentrum wieder. Wenn ihr dann immer noch eine 10er-Packung Tennissocken zum Preis von 9 kaufen möchtet - dann schlagt zu.

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der N-JOY Nachmittag mit Nina und dem Haacke | 08.08.2017 | 16:20 Uhr

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