
Erfolgsmodell: Der Bundes- freiwilligendienst
Mit dem Wegfall der Wehrpflicht im Sommer 2011 ist auch die Alternative Zivildienst ausgelaufen. An seine Stelle trat der Bundesfreiwilligendienst (BFD). Der Bewerberandrang ist groß.
Wie viele Jugendliche und junge Erwachsene wollen schon unentgeldlich oder für ein besseres Taschengeld einen Dienst an der Gesellschaft leisten? Freiwillig für sechs, zwölf oder 18 Monate bei der Pflege alter Menschen helfen, in Jugendeinrichtungen mitarbeiten oder Hausmeistertätigkeiten verrichten? Bei der Einführung des BFD im Juli 2011 glaubten nur wenige an einen Erfolg des neuen Dienstes. Jetzt stellt sich heraus: Das Modell wird von jungen Menschen angenommen. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet, das das Stellen-Kontingent von 35.000 Plätzen schon fast erfüllt ist. Bis jetzt wurden 32.000 Stellen besetzt.
60.000 Stellen bis zum Sommer
Der Andrang ist sogar so groß, dass noch viel mehr Stellen besetzt werden könnten. Das ergab eine Abfrage des zuständigen Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben bei den Trägerverbänden (z.B. dem Deutschen Roten Kreuz). Bis zum Sommer sei mit 60.000 Interessenten zu rechnen. Im Bundeshaushalt sind aber nur die Ausgaben für 35.000 Plätze vorgesehen. Dabei soll es nach Aussage des Bundesfamilienministeriums auch bleiben.
Der Geschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, Gerhard Timm, warnte deshalb vor einem finanziellen Engpass. Wenn Sozialeinrichtungen Bewerber aus finanziellen Gründen ablehnen müssten, wäre dies bedauerlich.
Starke Abi-Jahrgänge sorgen für Zulauf
Grund für den starken Zulauf zum Bundesfreiwilligendienst sind nach Meinung von Experten die Doppeljahrgänge die in diesem Frühjahr in vielen Bundesländern Abitur machen. Viele wollen die Zeit, in der sie auf einen Studienplatz an den überfüllten Unis warten, sinnvoll nutzen.
Stand: 24.01.2012 14:31 Uhr
N-JOY