
Bundeswehr im Ausland - Na und?
Es war ein bewegender Moment bei der Bambi-Verleihung 2011 in Wiesbaden. Ralf Rönckendorf wird auf die Bühne gerufen und bekommt den Sonderpreis der Jury für seinen Einsatz in Afghanistan. Doch den Bambi kann er nicht mehr sehen, denn Rönckendorf verlor bei einem Kampfeinsatz, bei dem er seinen Kameraden das Leben rettete, sein Augenlicht.
In den letzten 20 Jahren sind mehr als 300.000 deutsche Frauen und Männer in Krisengebiete gegangen und haben ihr Leben riskiert. Momentan ist die Bundeswehr an elf Einsätzen im Ausland beteiligt. Die größten Truppenkontingente sind in Afghanistan (ca. 5.200 Soldatinnen und Soldaten) und im Kosovo (ca. 1.300) stationiert. Besonders in Afghanistan kommt es immer wieder zu heftigen Kampfhandlungen.
Seit Beginn der Auslandseinsätze sind 99 Soldaten ums Leben gekommen, wobei elf eines natürlichen Todes starben. Nach Angaben der Bundeswehr wurden in Afghanistan 214 Soldatinnen und Soldaten bei Kampfhandlungen zum Teil schwer verwundet.
Auch nach den Einsätzen im Ausland ist die psychische Belastung der Soldaten meist nicht vorbei. Viele kämpfen noch lange mit dem Erlebten. Bislang gibt es knapp 3.000 anerkannte Fälle psychischer Langzeitfolgen (Posttraumatische Belastungsstörung). Familien werden auf eine harte Probe gestellt, auseinander gerissen, Kinder verlieren ihre Väter, Mütter und Väter ihre Söhne.Die deutsche Bevölkerung kümmert das in der Regel wenig. Einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach zufolge rangierte das Thema "Bundeswehr in Afghanistan" bei 41 Prozent der Befragten unter "ferner liefen". (Quelle "F.A.Z.", 2010)
Rönckendorf beendete seine bewegende Rede deshalb mit einem Wunsch: "So bitte ich selber als aktiver Soldat um ein kleines bisschen mehr Anerkennung für uns Soldaten".
Wie seht ihr das? Seid ihr den deutschen Soldaten dankbar? Oder sind sie selber schuld, dass sie zur Bundeswehr gegangen sind?
N-JOY