Mädchen steht von Pärchen abgewendet  Fotograf: beyond/beyond foto

Was Eifersucht mit uns macht

von Elena Bartels

Sobald deine Laune etwas schlechter ist,
bild ich mir gleich ein, dass du mich nicht mehr willst.
Ich sterbe beim Gedanken daran,
dass ich dich nicht für immer halten kann.

Was die Toten Hosen in ihrem Rockklassiker "Alles aus Liebe" besingen, ist vielen von uns auch schon einmal passiert. Der Freund spricht auf einer Party mit dieser hübschen Blondine, die Freundin lässt sich in der Disko von einem Machotypen antanzen – und uns dreht sich der Magen um. Wir fragen uns, weshalb wir keine Beachtung bekommen. Wir fühlen uns unbeachtet, ungeliebt. Wir sind eifersüchtig.

Woher kommt Eifersucht?

Eifersucht ist die Angst vor dem Ungeliebtsein und vor zu wenig Aufmerksamkeit von Menschen, die uns wichtig sind. Warum es sie gibt, ist noch immer ein Streitpunkt unter Forschern. Der Psychologe Ulrich Mees fand 1997 durch eine Umfrage heraus, dass eifersüchtige Menschen häufig einen Absolutheitsanspruch an ihre Partner stellen - der Andere soll uns noch mehr lieben als wir ihn. Diese übertriebene Vorstellung einer Beziehung werde uns laut Mees von der Gesellschaft vorgelebt. Liebesfilme machen uns weis, dass Beziehungen perfekt sein müssen und dass wir nur ohne Streit und Eifersucht miteinander glücklich sind. Die Suche nach Mister Right ist scheinbar Hauptaufgabe aller Frauen - und geht in Filmen auch immer gut aus. Das ist das übertriebene Bild vom perfekten Partner, der perfekten Beziehung, das der Psychologe meint.

Es geht nicht darum, dem Partner alles durchgehen zu lassen. Doch wenn wir unsere Erwartungen an die Bilderbuchbeziehung durch realistische Ansprüche austauschen, umgehen wir wahrscheinlich viel Frust. Und natürlich spielt auch das Selbstwertgefühl eine Rolle: Wer sich selbst liebt und akzeptiert, zweifelt weniger schnell an der Liebe anderer und ist weniger eifersüchtig.

Eifersucht verändert uns

Wenn das Gefühl, nicht ausreichend zu sein, jedoch einmal da ist, kann es uns regelrecht krank machen: Extreme Eifersucht fällt unter die Kategorie der psychischen Störungen. Gegen derartige Krankheiten gibt es sogar Medikamente.
Doch auch, wenn wir nicht krankhaft eifersüchtig sind, verleitet uns Eifersucht zu Dingen, die wir normalerweise nie tun würden: "Stalken" des Facebookprofils, Kontrollanrufe, Heulattacken, nachts bei dem Lebensgefährten vorbeifahren und schauen, ob ein fremdes Auto vor der Tür steht. Und dieses Hineinsteigern in das Misstrauen macht die Sache immer schlimmer. Oft leidet nicht nur das Vertrauen in einer Beziehung, sondern auch der Körper, dem andauernder Stress und Schlafmangel zu schaffen machen. Eifersucht dominiert mit einem Mal den ganzen Alltag. Das wissen auch die Toten Hosen.

Und alles nur, weil ich dich liebe,
und ich nicht weiß, wie ich's beweisen soll.
Komm, ich zeig dir, wie groß meine Liebe ist
und bringe mich für dich um.

Natürlich, ein klein bisschen Eifersucht kann durchaus beflügeln. Immerhin zeigt es: Der Andere ist mir wichtig. Und das ist eigentlich ein Liebesbeweis. Wir dürfen uns eingestehen, wenn wir eifersüchtig sind, solange dieses Gefühl nicht alles andere in den Schatten stellt.

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