
Risikofaktor Energydrink
"Steigert die Leistungsfähigkeit" oder "erhöht den Wachheitsgrad", mit diesen Versprechen locken Energydrinks. Überall, egal ob an der Bushaltestelle oder in Zeitschriften, werden die vermeintlich harmlosen Gummibärsäfte beworben. Doch wie gefährlich sind Energydrinks eigentlich?
Energydrinks sind heute nicht mehr aus den Regalen der Supermärkte, Tankstellen und Kioske wegzudenken. Neben dem Klassiker "Red Bull Energy Drink" gibt es mittlerweile viele andere, grelle und bunte Dosen, die die süßen, vermeintlich harmlosen "Brausen" anpreisen. Dass hinter den Wachmachern richtige Koffeinbomben stecken, ist vielen gar nicht mehr bewusst. Im Gegenteil, die Szene-Getränke sind bei Jugendlichen extrem beliebt und werden in Kneipen und Discos massenweise mit Alkohol angeboten.
Alkoholmischung kann lebensgefährlich sein
Genau davor sollte jedoch gewarnt werden, empfehlen seit Jahren die Experten des Bundesinstituts für Risikobewertung. Der Grund: "In der Vergangenheit kam es zu Todesfällen, die in einem möglichen Zusammenhang mit dem Konsum von Energydrinks in Verbindung mit der Aufnahme von Alkohol und ausgiebiger sportlicher Betätigung gesehen wurden, ohne das allerdings eine Kausalität bewiesen wurde", heißt es in einem Bericht. Herzrythmusstörungen, Krampfanfälle und Nierenversagen wurden nach dem Trinken von Energydrinks und Alkohol beobachtet. In Schweden kollabierte zum Beispiel eine 31-jährige Frau auf einer Tanzfläche, nachdem sie Wodka mit "Red Bull Energy Drink" getrunken hatte. Wiederbelebungsversuche scheiterten, die Frau starb.
Warnung fehlt auf Dosen und Flaschen
Auf den Dosen und Flaschen fehlt jedoch oft diese Warnung. Nur wenige Hersteller warnen vor dem Trinken der Energydrinks. Auf vielen Etiketten ist hingegen nur zu lesen: "In moderaten Mengen konsumieren" und "Nicht empfohlen für Kinder, Schwangere und koffeinempfindliche Personen". Grund für die uneinheitlichen Warnhinweise sind fehlende gesetzliche Regelungen.Nach deutschen Verordnungen nicht zugelassen
Denn was viele nicht wissen ist, dass Energydrinks aufgrund ihres hohen Koffeingehalts und ihrer Zusammensetzung in Deutschland eigentlich gar nicht zulässig sind. Normalerweise dürfen koffeinhaltige Erfrischungsgetränke in Deutschland den Koffeingehalt von 250 mg pro Liter nicht überschreiten. Energydrinks beinhalten aber in der Regel 250 mg bis 320 mg Koffein pro Liter.
Da jedoch innerhalb der EU der freie Warenverkehr besteht, dürfen Produkte aus Ländern der EU, wie zum Beispiel stark koffeinhaltige Energydrinks, auch auf dem deutschen Markt vertrieben werden. Bedingung dafür ist, dass sie keine gesundheitliche Risiken für den Menschen bergen.
Behörden sind die Hände gebunden
Die deutschen Behörden können den ausländischen Herstellern dann aber nicht vorschreiben, welche Warnhinweise auf die Dosen und Flaschen gedruckt werden müssen. Bei deutschen Herstellern, die wegen einer Ausnahmegenehmigung die Drinks herstellen dürfen, gelten jedoch andere Vorschriften. Diese sind verpflichtet daraufhin hinzuweisen, dass Kinder, Schwangere und Stillende keine Energydrinks trinken sollten. Alle anderen Angaben sind freiwillig.
Red Bull äußert sich nicht
Anders ist es bei den Energydrinks, die es in der Schweiz und in Kanada zu kaufen gibt. Dort müssen, wegen gesetzlicher Vorgaben, die Warnhinweise auf das Mischen mit Alkohol auf die Energydrinks gedruckt werden. Warum Red Bull diesen Hinweis nicht auf die deutschen Produkte drucken will, das wollte das Unternehmen N-JOY XTRA bisher nicht sagen. Andere Unternehmen wie Coca Cola drucken nämlich zum Beispiel freiwillig diesen Hinweise auf Flaschen und Dosen, weil das "eine verantwortungsvolle Maßnahme sei", erklärte uns eine Sprecherin.Unschuldslamm Energydrink?
Die Hersteller der Energydrinks verschweigen diese Warnung und versprechen ohne Einschränkung, dass sich die Leistungs- und Reaktionsfähigkeit durch Energydrinks steigert.
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Was ist im Energydrink eigentlich drin?
Energydrinks enthalten neben aufputschendem Koffein jede Menge Wasser, Zucker und Süßstoffe. Mit einem durchschnittlichen Zuckergehalt von elf Prozent unterscheiden sie sich aber nicht von normalen Erfrischungsgetränken. Was sie allerdings von anderen Limonaden unterscheidet ist, dass sie Stoffe wie Taurin, Inosit und Glucuronolacton beinhalten. Damit sich die Energydrinks auch optisch und geschmacklich voneinander unterscheiden, werden Pflanzenextrakte, wie Mate oder Guarana, und verschiedene Aroma- und Farbstoffe dazugegeben. Der Koffeingehalt einer 250 ml Dose liegt bei durchschnittlichen 70 mg. Zum Vergleich: Eine Tasse mit 150 ml Filterkaffee enthält 50-100 mg Koffein.
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Was bewirkt Koffein im Körper?
Koffein wirkt anregend auf den Körper und das Zentralnervensystem. Die Frequenz des Pulses und der Blutdruck steigen durch Koffein. Außerdem produzieren die Nebennieren vermehrt Noradrenalin und der Grundumsatz des Körpers steigt. Zu viel Koffein führt zu innerer Unruhe, Reizbarkeit und Konzentrationsschwierigkeiten. Da jeder Mensch unterschiedlich ist, reagiert auch jeder Mensch unterschiedlich auf Koffein. Empfindliche Personen können an Herzrasen und Schwindel leiden. Koffein wird außerdem als Arzneimittel verwendet. Hier konnte man in der Vergangenheit beobachten, dass eine Überdosis von Koffein zu epileptischen Anfällen führen kann. Auch wenn man literweise Energydrinks auf nüchternen Magen trinkt, kann der Körper epileptische Anfälle kriegen.
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Was bewirken die anderen Inhaltsstoffe im Körper?
In vielen Energydrinks ist Taurin enthalten. Taurin ist eine schwefelhaltige Aminosäure, die in Fleisch und Fisch vorkommt. Taurin greift im Körper in viele Stoffwechselvorgänge ein und hat einen Einfluss auf das Herz-Kreis-Laufsystem. Da bei Tierversuchen mit vergleichbaren Taurinmengen, wie in Energydrinks enthalten, keine Gesundheitsrisiken für die Tiere festgestellt werden konnten, dürfen diese Aminosäure auch in die Energydrinks bei der Herstellung gegeben werden. Es ist bis jetzt aber noch unklar, wie genau das Taurin mit dem Koffein im Körper wirkt.
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Wie viele Energydrinks darf man trinken?
Eine Faustregel gibt es nicht. Der Grund dafür ist, dass jeder Mensch unterschiedlich auf Koffein reagiert. Einige kriegen schon bei einer Tasse Kaffee Herzrasen, andere nutzen Kaffee fast als Grundnahrungsmittel. Wichtig ist zu beachten, dass Kinder und Jugendliche aufgrund ihrer geringeren Körpermasse viel weniger Koffein vertragen und im besten Fall davon nichts trinken. Die Experten des Bundesinstituts für Risikobewertung raten zum Beispiel gesunden Schwangeren nicht mehr als 200 mg Koffein am Tag zu sich zu nehmen, da zu viel Koffein unter anderem auch das Risiko fördern kann, eine Fehlgeburt zu erleiden.
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Kann man von Energydrinks abhängig werden?
Wenn es nach dem Lebensmittelchemiker Udo Pollmer geht, dann machen Energydrinks genauso süchtig, wie auch ein Kaffee mit viel Zucker süchtig machen kann. Ob man selbst von Koffein abhängig ist, kann man überprüfen, indem man einfach kein Koffein mehr zu sich nimmt. Wenn man dann Kopfschmerzen bekommt, hat man Entzugserscheinungen und war demnach über eine gewisse Zeit koffeinabhängig. Die folgenden Kopfschmerzen können ein bis zwei Tage oder im schlimmsten Fall eine Woche lang anhalten.
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Wie gefährlich ist die Kombination Alkohol und Energydrink?
Das Mixen von Energydrinks und Alkohol wird sehr kritisch angesehen. Beide Stoffe führen im Körper zu einem starken Flüssigkeitsverlust. Wenn man Energydrinks und Alkohol mixt, kann es dazu kommen, dass man gar nicht merkt, dass man betrunken ist. Dann kann man sich selbst und die eigene Leistung nicht mehr richtig einschätzen, das kann sehr gefährlich werden. Deswegen warnt die Bundesanstalt für Risikobewertung, dass beim Konsum von Energydrinks und Alkohol unerwünschte Nebenwirkungen bis erhebliche Gesundheitsrisiken nicht ausgeschlossen sind. Die Risikoexperten warnen außerdem davor, Energydrinks mit isotonischen Sportgetränken zu verwechseln.
Fazit: Energydrinks nicht mit Alkohol mixen
Süchtig werden kann man von Energydrinks genau so wie von Kaffee. Eine Richtlinie, wie viel Koffein und damit auch wie viele Energydrinks man zu sich nehmen darf, gibt es nicht. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Koffein. Wichtig ist, dass man nicht mit dem Trend geht und Alkohol und Energydrinks mixt, auch wenn das nicht explizit auf der Dose oder der Flasche steht. Man wird betrunken, ohne es zu merken und das kann unter Umständen lebensgefährlich enden. Speziell in der Disco sollte darauf geachtet werden, den Durst nicht mit Energydrinks zu löschen, weil die dafür völlig ungeeignet sind und dem Körper nur Wasser entziehen.Zahl der Gegner wächst
Die Liste derer, die Energydrinks für nicht empfehlenswert halten, ist in den letzten Jahren immer länger geworden. Bei der deutschen Gesellschaft für Ernährung werden Energydrinks für den regelmäßigen Verzehr nicht empfohlen, im Gegenteil. Die Getränke seien viel zu zuckerhaltig, sodass sie für eine ausgewogenene Ernähung nicht gut seien. Außerdem prangern die Gesundheitsexperten an, dass man bis heute noch nicht weiß, was Stoffe wie Taurin in solch hohen Dosen im Körper wirlich anrichten.
N-JOY