Der Junge Ibo schaut in die Kamera. © NDR

Leben in der Hochhaussiedlung

Der Lübecker Hudekamp galt lange als gefährlichstes Viertel Norddeutschlands. Heute werden die Menschen hier rund um die Uhr von 20 Kameras überwacht: Es ist ruhiger geworden. Doch wie ist es, in riesigen Betonklötzen zu wohnen?

In den Innenstädten steigen die Mieten immer weiter. Wer sich das nicht leisten kann, wird an den Rand der Städte und somit an den Rand der Gesellschaft gedrängt. So auch im Lübecker Hudekamp. Hier leben die Menschen, denen es in unserer Wohlstandsgesellschaft nicht so gut geht - von vielen bestritten, dennoch Realität. Die Autoren Christian von Brockhausen und Pia-Luisa Lenz sind mehrere Wochen in das Viertel gezogen und haben ein Stückchen Wirklichkeit in Deutschland mitgebracht.

 

Hudekamp im Stadtteil Buntekuh - eine bunte Mischung Menschen

Die Bewohner aus dem Hudekamp sind so unterschiedlich wie die Geschichten, die sie erleben und die Biografien, die sie prägen. Unter einem Dach leben Muslime, Christen, Träumer und Resignierte. Hier leben Jugendliche, die kurz vor dem Aufbruch stehen und welche, die angekommen sind. Letztendlich verbindet sie alle das Gefühl von Heimat mit ihrem Block. Warum ist das so?

Der Film erzählt von Aufbruch, Resignation und Wut, aber auch von Freundschaft, Liebe und Kämpfern. "Hudekamp - Ein Heimatfilm" ist die Reise in den weggeschobenen Alltag der vielzitierten Parallelgesellschaft, die es so oder ähnlich überall in Deutschland gibt. Die Konfrontation mit Lebenssituationen, die man sich in der wohlbehüteten deutschen Wohlstandsgesellschaft kaum vorstellen kann, mag schockieren, so zeigt sich dennoch abermals wie Menschlichkeit und Gemeinschaft nie ganz verloren gehen.

Exklusiv auf NJOY XTRA zeigen wir euch zusätzlich das Leben der 12-jährigen Shano, die mit ihrer Familie im Hudekamp lebt.

 

 

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Auszeichnung

Der NDR Film "Hudekamp - Ein Heimatfilm" ist am Mittwoch, 2. Oktober, in Köln mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet worden.

Die Autoren Christian von Brockhausen und Pia Luisa Lenz erhielten den Preis in der Kategorie "Beste Dokumentation". Matthias Brandt wurde unter anderem für seine Leistung in der NDR/ARTE-Produktion "Eine mörderische Entscheidung" als bester Schauspieler ausgezeichnet.

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