
Für den guten Ruf im Netz
Wie wird man peinliche Fotos wieder los, auf denen man im Netz zu sehen ist? Es gibt Firmen, die sich genau dieses Problems annehmen.
Sogenannte "Reputationsmanager" (Reputation=Ruf) finden, was im Netz von dir und über dich steht. Sie haben Namen wie "Saubere Weste", "Ruflotse" oder "Revolvermänner" und versprechen, dass sie nicht nur fast alles finden, sondern es zum Teil sogar löschen können.
Einige Reputationsmanager bieten persönliche Beratung an. Bei anderen meldet man sich in einem Online-Portal an. Hier beginnt die Suche nach Inhalten im Netz zum Beispiel mit der Eingabe des eigenen Namens. Die Firmen checken auch Facebook. Um zum Beispiel unliebsame Fotos zu entfernen, muss das eigene Profil mit dem Reputationsmanager verbunden werden. Nach der einmaligen Anmeldung gibt der Manager regelmäßige Updates darüber, was im Netz über dich steht und wer Fotos von dir einstellt.
Suchen. Finden. Löschen?
"Wir suchen mit anderen Algorithmen als Google und finden darum andere Dinge", sagt Mario Grobholz, Gründer der Firma Ruflotse. Er verspricht seinen Kunden regelmäßiges Monitoring aller Inhalte im Netz - auch bei Facebook. "Wenn das der Kunde selbst macht, wäre er sehr lange beschäftigt", sagt er.Die Reputationsmanager kümmern sich auch um das Löschen von unliebsamen Inhalten. Sie machen den Seitenbetreiber ausfindig und bitten sie, diese zu löschen. Doch das ist nicht immer so leicht - zum Beispiel, wenn die Betreiber im Ausland sitzen oder sich quer stellen. Mit Facebook-Freunden, die peinliche Fotos ins Netz stellen, muss man sich selbst auseinandersetzen. Schließlich kann der Dienstleister niemanden zwingen, Fotos zu entfernen.
Selbst ist der Nutzer
Um herauszufinden, was über einen im Netz steht, braucht man aber nicht unbedingt einen Reputationsmanager, sagt der Landesbeauftragte für Datenschutz in Mecklenburg-Vorpommern Reinhard Dankert. "Jeder, der sich etwas mit dem Netz auskennt, kann das auch alles selbst machen", sagt er. Auch wenn es ums Löschen geht, kann sich jeder auch persönlich an die Betreiber der Internetseiten wenden. "Dafür braucht man keine Firma", so Dankert.
Einen Rundum-Schutz gibt es nach Meinung des Datenschützers nicht. "Selbst wenn Daten gelöscht werden, gibt es Kopien der Daten und die können jederzeit wieder auftauchen." Nutzer können auch bei Reputationsmanagern nicht auf endgültiges Löschen hoffen.
Das Gedächtnis des Internets
"Das Internet vergisst nicht" - darin sind sich Datenschützer und Reputationsmanager einig. Wichtig sei es, zu wissen, was über einen im Netz steht. Wenn du also beim Bewerbungsgespräch auf die Fotos vom letzten Zelturlaub angesprochen wirst, ist ein wissendes Lächeln und eine schlagfertige Antwort besser als ein langes Gesicht.
Stand: 19.09.2011 11:28 Uhr
N-JOY