Stand: 29.11.2016 17:40 Uhr | AutorIn: Eva Köhler

7 Horror-Visionen: Wenn Hacker das Netz gegen uns einsetzen

Wir stellen euch sieben Situationen vor, die zeigen, warum wir das Internet wirklich brauchen und warum es so gruselig ist, sich vorzustellen, Hacker würden das Netz gegen uns verwenden.

Es ist ein bisschen wie in einem Horror-Film, wenn man sich überlegt, wo das Internet seine Kabel drin hat. Denn es steckt einfach überall: In unseren Lampen, im Wasserhahn, im Telefon und sogar bei unseren Arztbesuchen begleitet es uns.

Wir zeigen euch sieben Alltagssituationen, in denen wir das Internet wirklich brauchen und welche Folgen es hätte, wenn Hacker das Netz auf breiter Front gegen uns einsetzen würden.

Wenn das Licht ausgeht und ausbleibt

Wenn die Straßenlampen, der Fernseher und die Ampeln ausgehen - und ausbleiben ... In nur fünf Tagen ohne Strom hätten wir in Deutschland bürgerkriegsartige Zustände, das erklärte der Wirtschaftsingenieur Mathias Dalheimer im Dezember 2015 auf einem Kongress des Chaos Computer Clubs. In der Ukraine kappten Hacker bereits einmal den Strom.

Die gute Nachricht: Das Stromnetz in Deutschland ist recht schwer zu hacken. Trotzdem ist es möglich - vor allem, so schreibt die Welt, durch digitale Stromzähler. Durch sie sei es für Cyberterroristen einfacher, Viren im Stromnetz zu platzieren. Humoristische Warnungen vor Stromausfällen bietet auch eine US-Webseite. Sie sagt: Fürchtet auch weniger vor Hackern, als vor Eichhörnchen - die kleinen Pelztiere haben immerhin schon 819 Mal für erfolgreich Stromausfälle herbeigerufen. Wie? Sie knabbern an den Oberleitungskabeln ...

Wenn Bus und U-Bahn streiken

Überraschungsmoment an der Bushaltestelle: Auf dem Display des Fahrkarten-Automaten steht "Du wurdest gehackt. Alle Daten sind verschlüsselt". Der Grund: Kriminelle Hacker haben einen Teil des öffentlichen Verkehrsnetzes in der US-Stadt San Francisco angegriffen. Die Straßenbahnen sind weiterhin gefahren, nur die Automaten funktionierten nicht mehr. Jetzt fordern die Hacker mehr als 70.000 US-Dollar - erst dann wollen sie die Daten ihrem Eigentümer zurückgeben.

In Deutschland gibt es keinen bekannten Hacker-Angriff auf den Nahverkehr. Allerdings könnten Hacker hier weit größeren Schaden anrichten, als Bezahlautomaten sperren, wie eine Simulation im Rahmen der Cebit 2014 zeigte. Das Sicherheitsunternehmen baute mit echten Komponenten das Modell eines Steuerungssystems für den öffentlichen Nahverkehr nach. Einmal in das System eingedrungen konnten Hacker Züge verlangsamen, beschleunigen und sogar umleiten.

Wenn kein Wasser mehr aus dem Hahn kommt

"Wasserwerk gehackt" - diese Schlagzeile gab es bisher noch nicht und das bleibt hoffentlich auch so. Doch die Zahl der Vorfälle steigt, erklärte ein Sprecher des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im Frühling 2016. Wie solche Angriffe, die uns das Wasser aus der Leitung klauen wollen, aussehen könnten, hat der TÜV Süd getestet. Er lockte 2015 Hacker mit einem simulierten Wasserwerk an, um herauszufinden, ob und wie oft die Kriminellen angreifen. Das Ergebnis: Im Zeitraum von 8 Monaten gab es 60.000 Angriffe.

Wenn der Arzt nicht helfen kann

Das Tablet mit den Patientenakten funktioniert nicht mehr, das Labor kann Proben nicht mehr einscannen: Der Krankenhausbetrieb ist fast lahmgelegt. Denn statt 800 Laborbefunden schaffen die Mitarbeiter nur noch 100. Der Grund: Das Krankenhaus wurde von einem Computer-Virus getroffen. Der hat alle Daten - auch die der Patienten verschlüsselt. Selbst die Scanner im Labor funktionierten nicht mehr. Ein Super-Gau der im Februar 2016 tatsächlich in Deutschland eingetreten ist. Ausgelöst hat das Chaos ein unbedacht geöffneter E-Mail-Anhang. Dahinter versteckte sich der Virus, der das Krankenhaussystem störte. Würde ein solches Problem alle Krankenhäuser treffen, wären die Folgen für unser Gesundheitssystem unabsehbar.

Wenn wir die Polizei im Notfall nicht erreichen

Es war der schlechte Scherz eines Jugendlichen, der den Polizeinotruf in den USA vorübergehend außer Gefecht setzte. Er überflutete mit Hilfe eines Fehlers im Apple-Betriebssystem die US-Notrufnummer 911. Weil mehr als 100 Anrufe in kürzester Zeit eingingen, schaltete eine der Polizeistationen das System aus. Der 18-Jährige Hacker ist von der Polizei erwischt worden - sein "Spaß" könnte ihm einen Gefängnisstrafe einbringen, auch wenn er so die Schwächen des Notruf-Systems aufgezeigt.

Wenn das Telefon ausfällt

900.000 Kunden der Telekom konnten einen Tag lang nicht mehr telefonieren. Der Grund: Bestimmte Router wurden von Hackern angegriffen. Die Folge: Telefon und Internet funktionierten nicht mehr. Das Problem daran: Auch wenn die Telefonbuchsen in den Wohnungen ohne Internetanschluss funktionieren würden - große Teile der Telefonie sind bereits auf das sogenannte Voice over IP - also telefonieren über das Internet - umgestellt! Bereits ab 2018 soll die gesamte Telefonie in Deutschland über das Internet abgewickelt werden. Wenn also das Internet ausfällt, fällt auch das Telefon aus.

Wenn das Geld weg ist

Zahlen an der Supermarktkasse und die Karte oder das Terminal streikt, der Geldautomat zieht die Karte ein, statt Geld auszuwerfen: Anfang November kaperten Hacker die Konten von 9.000 Kunden einer britischen Bank. 2,5 Millionen Pfund wurden gestohlen. In diesem Fall, funktionierte die Kartenzahlung auch weiterhin und die Bank erstattete den Kunden das Geld, das die Hacker von den Girokonten geklaut hatten. Es ist alles gut gegangen - und auch Beispiele von massenhaft gehackten und ausgefallenen Bankautomaten fehlen. Hoffen wir es bleibt so!

Das Internet: Der beste Freund des Menschen

Das Internet ist überall. Es ist der verbindet Freundschaften, es bringt die Weihnachtspakete bis zur Haustüre und hilft uns den billigsten Stromanbieter zu finden. Aber es ist eben noch viel mehr: Es bringt das Essen in den Supermarkt, das Geld für das Bier in die Kneipe und irgendwie sogar das Wasser in unsere Wohnung! Manchmal vergessen wir das und dann lohnt ein kleiner Schritt zurück, der zeigt, wo es seine Drahtfasern schon überall gespannt hat.

Und es stellt sich die Frage: Tun wir genug - nicht nur für den Schutz des Internets, sondern auch für unseren eigenen Schutz. Hier kann jeder mithelfen - denn jedes mit dem Internet verbundene Gerät kann für Hacker ein neues Werkzeug im Kampf gegen die Internet-Infrastruktur sein, wie gigantische Botnetze wie Mirai zeigen. Also: Ändert das Standardpasswort an allen internetfähigen Geräten und passt beim Öffnen von Email-Anhängen auf. Schon solche Kleinigkeiten können helfen, das Internet und uns ein Stück sicherer zu machen.

 

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