Stand: 25.01.2017 10:00 Uhr | AutorIn: Dennis Bangert

Abzocke bei Facebook: So entlarvt ihr Fake-Profile

Mehr als eine Milliarde Menschen loggen sich täglich bei Facebook ein. Das macht Facebook zu einem Schlaraffenland für Kriminelle. So erkennt ihr die Abzock-Tricks.

Immer öfter tauchen auf Facebook geklaute Profile von Freunden und Marken auf. Dabei stehlen Betrüger den Namen und die Fotos eines Profils und bauen es nach. Im Anschluss versenden sie Freundschaftsanfragen an alle Freunde des geklauten Profils. Mit nur einem Klick nehmen wir die Anfrage an - viel zu schnell, um zu bemerken, dass es sich um ein Fake-Profil handelt.

Anschließen erfragen die Betrüger per Privatnachricht unsere Handynummer und versenden per SMS Codes. Wenn ihr ihnen diese Codes mitteilt, ergaunern sie über eure Mobilfunkrechung Geld. Dieser Ärger kann euch ersprart bleiben, denn die Betrüger entlarvt ihr in wenigen Sekunden.

Profile von Freunden kopiert: Entlarvt die Betrüger!

Flattert eine Freundschaftsanfrage eines guten Freundes in euer Postfach, ist das oft schon auffällig. Schließlich müsstet ihr auch auf Facebook schon längst mit ihm vernetzt sein. Ausnahmen gibt es aber immer. Also: Schnell die Freundesliste aufmachen, durchscrollen und nachschauen. Ist er noch nicht in der Liste, ist es vermutlich der Echte. Solltet ihr aber schon mit ihm befreundet sein, schickt ihm einfach eine kurze Nachricht und fragt nach, ob das wirklich sein neues Profil ist. Schon habt ihr die Betrüger ausgehebelt - denn die bauen darauf, dass jeder die Anfrage annimmt.

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Profile von Marken geklaut: Erkennt die Abzocker!

Pokémon Go Plus oder WhatsApp Gold sind zwei Beispiele für Facebook-Profile, die ihr meiden solltet. Sie posten Videos, Links und Gewinnspiele, um an Informationen über euch zu gelangen. Das Ziel: Geld verdienen. Gebt ihr in die Formulare eure E-Mail-Adresse, Handynummer oder sogar eure Adresse oder euer Jahresgehalt ein, verkaufen die Betrüger eure Daten weiter. Spams mit persönlicher Ansprache im besten Fall, ein Identitätsdiebstahl im schlimmsten Fall können die Folgen sein.

Dabei gibt es drei einfache Schritte, um die Betrüger zu entlarven:

Der "Pokémon Go Plus-Fake-Account": Bei genauem Lesen fällt auf: Beim Namen @PokemonGoPlusOfficiall ist ein "l" zuviel! "Official" hat nur ein "l". Ein eindeutiger Hinweis auf einen Fake.

Tipp 1: Guckt euch das Profil genau an, lest Nutzer-Kommentare unter den Posts. Häufig decken andere Nutzer dort bereits Abzock-Maschen auf. Lest die einzelnen Posts - scheint die Seite glaubwürdig oder postet sie nur Links auf unseriöse Seiten, auf denen ihr eure Daten eingeben sollt? Dann Finger weg.

Tipp 2: Achtet bei Facebook- und Twitter-Profilen auf den blauen Haken. Er zeigt verifizierte Accounts an. Auch hier sind Fehler nicht ausgeschlossen, aber seriöse Marken- oder Promi-Accounts haben diesen meist.

Tipp 3: Sucht im Netz nach dem Namen des Profils oder nach Schlagworten. Gebt ihr WhatsApp Gold ein, zeigt die Suchmaschine nur Warnungen an. Etwas komplexer ist der Fall "Pokémon Go Plus". Die Seite lockt mit Gewinnspielen - das Problem: Das neue Armband, das vibriert, sobald ein Pokémon in der Nähe ist, heißt ebenfalls "Pokémon Go Plus". Habt ihr die echte Pokémon Go-Website gefunden, gleicht den Link mit dem der Seite ab. Alles was nur ähnlich klingt, aber nicht "Pokemon.com" heißt, ist ziemlich sicher unseriös.

Seid vorsichtig und aufmerksam und achtet auf diese Abzockmaschen der Facebook-Betrüger:

  • Gefälschte Profile: Betteln um Geld

    Betrüger kopieren ganze Accounts. Dabei klauen sie das aktuelle Profilbild und die wichtigsten Infos und eröffnen ein neues Facebook-Konto. Anschließend verschicken die Kriminellen Freundschaftsanfragen an die Freunde des Original-Accounts. Danach starten die Tricks: Die Betrüger wollen Geld borgen oder bitten darum, Paysafe-Karten im Wert von 100 Euro für ihre vermeindlichen Freunde einzulösen - eine Prepaid-Methode, mit der sich schnell und ohne Kreditkarte Geld überweisen lässt. Wer auf diesen Trick hereinfällt, sieht sein Geld nie wieder.

  • Gefälschte Profile: Geld abzocken über die Handyrechnung

    Ein andere Masche: Die Betreiber des Fake-Accounts erfragen die Handy-Nummer. Rückt ihr die Nummer raus, dauert es nicht lange, bis ihr einen Code per SMS bekommt. Leitet ihr den Code nun an den Fake-Account weiter, droht euch bei der nächsten Telefonrechnung ein böses Erwachen. Mit der Telefonnummer und dem SMS-Sicherheitscode lassen sich über den Bezahldienst "Zong" Ausgaben tätigen, die anschließend über die Telefonrechnung abgewickelt werden.

  • Gefälschte Profile: Sicherheitseinstellungen prüfen

    Um euch selbst vor dem Profil-Diebstahl zu schützen, prüft eure Sicherheitseinstellungen: Eure Fotos sollten nur für direkte Freunde sichtbar sein, Kontaktdaten wie E-Mail und Telefonnummer am besten gar nicht. Auch Adressen und Bank-Verbindungen solltet ihr niemals über soziale Netzwerke weitergeben. Achtet auch darauf, dass eure Freundesliste nicht öffentlich ist, um "falschen Freunden" keine Chance zu geben.
    Tipps zur Profileinstellung gibt's bei Facebook unter "Wie kann ich mein Konto schützen".

  • Gefälschte Fanseiten

    Gefälschte Fanseiten verbinden meist die "Gefällt mir"-Angaben mit der Verpflichtung, die Seite auch zu "Teilen". So sichern sich die Betrüger eine möglichst große Verbreitung unter den Facebook-Nutzern. Oft locken solche Seiten mit Gutscheinen. Die Ziele sind aber andere: Zum Beispiel verbreiten sie über Links Viren und Trojaner. Bevor ihr bei einer Facebook-Seite auf "Gefällt mir" klickt, werft einen Blick in die "Info"-Box. Bei gefälschten Fanseiten ist diese meist recht dürftig. Auch ein Hinweis: Ist die Pinnwand der Seite für Nutzerbeiträge gesperrt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie gefälscht ist.

  • Fake-Mails

    Facebook bietet die Möglichkeit, euch bei Nachrichten, Kommentaren oder Pinnwandeinträgen per Mail auf dem Laufenden zu halten. Das machen sich auch Kriminelle zunutze. Hier gilt: Verlangt die Mail persönliche Daten, seid vorsichtig. Statt auf die Links in der Mail zu klicken, loggt euch immer über die Web-Adresse www.facebook.com ein. So landet ihr nicht auf einer gefälschten Internetseite und schützt euch vor Phishing, also dem Abgreifen eurer persönlichen Zugangsdaten.

  • Fake-Chatnachrichten

    Ähnlich wie Fake-Mails funktionieren gefälschte Chatnachrichten. Meist lockt ein Link mit verheißungsvoller Überschrift zum schnellen Klick. Dahinter stecken aber Phishing-Versuche oder Viren. Das Perfide: Diese Nachricht kommt oft von Freunden, was sie vertrauenswürdiger macht. Allerdings wissen eure Freunde im Allgemeinen nicht, dass sie euch überhaupt etwas geschickt haben. Um sicher zu gehen: Fragt einfach nach oder googelt die Zieladresse. Deutsche Nutzer erkennen Fake-Nachrichten oft schon an der Sprache. Meist sind sie in Englisch.

  • Fake-Videos

    Bei gefälschten Videos setzen die Betrüger auf eine ähnliche Masche wie bei Fake-Chatnachrichten: möglichst reißerische, spektakuläre Überschriften. Hinzu kommt dann noch ein verheißungsvolles Bild. Um das Video zu sehen, soll man Fan einer Seite werden und diese teilen. Wie bei gefälschten Fanseiten lässt sich der Betrug oft an den zusätzlichen Infos erkennen. Aber auch das Googeln der Überschrift des Videos gibt Aufschluss. Ziel ist auch hier das "Likejacking" oder das Verbreiten von Trojanern, Viren und Würmern.

  • Fake-Gewinnspiele

    Oft lassen sich solche gefälschten Gewinnspiele und Facebook-Seiten daran erkennen, dass sie kein ordentliches Impressum haben. Wie bei Internetseiten und Blogs gilt auch für Facebook-Seiten eine sogenannte Impressumspflicht. Das heißt: Die Betreiber müssen unter anderem Name und Anschrift und bei geschäftsmäßigen Seiten noch die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer angeben. Fehlen diese Angaben, stecken meist Betrüger dahinter.

  • Hoaxes

    Am harmlosesten unter den Facebook-Fakes sind die Falschmeldungen – sogenannte Hoaxes. Die richten keinen unmittelbaren Schaden an. Meist dienen diese Nachrichten der Panikmache. Erkennbar sind die Fakes oft daran, dass die zeitlich relativ ungenau gehalten sind. Konkrete Daten sucht man vergebens. Oft versuchen die Verantwortlichen, der Meldung auch mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen, indem sie namhafte Firmen als Quelle nennen. Auch hier hilft eine kurze Internetsuche, um nicht auf den Fake reinzufallen.

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Fake-Profil entdeckt? Meldet es!

Seid ihr wirklich auf ein Fake-Profil gestoßen, warnt eure Freunde. Viel wichtiger ist aber, das Profil zu melden. Dafür öffnet ihr das Fake-Profil. Neben dem Button "Nachricht senden" ist einer mit drei Punkten. Öffnet das Untermenü und klickt auf "Melden". Facebook fragt euch, worum es geht. Wählt "Dieses Profil melden" aus und im zweiten Schritt "Das ist ein gefälschtes Konto", dann "Sonstiges" und schon könnt ihr das Profil direkt vom Facebook-Team überprüfen lassen.

Achtung Spam: Betrüger warnen vor Fake-Seiten

Völlig absurd aber wahr: Einige der Betrüger nutzen die Panik vor Fake-Profilen und verschicken Spam-Mails. Betreff: "Wurde dein Profil gehackt/kopiert? LG" In der Mail decken die Kriminellen auf, wer euer Profil angeblich kopiert habe und schicken einen Link mit. Wer hierauf klickt, landet auf einer Website, die an das Login-Fenster von Facebook erinnert. Aber Achtung: Das ist ein Phishing-Versuch. Wenn ihr in dieses gefälschte Formular eure Facebook-Zugangsdaten - also E-Mail-Adresse oder Telefonnummer und Passwort eintragt, haben die Betrüger eure Zugangsdaten. Heißt: Es könnte sein, dass euer Account dann bald nicht nur kopiert, sondern auch gehackt wird.

 

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