Stand: 25.02.2016 14:56 Uhr | AutorIn: Eva Köhler

Erpressersoftware: Trojaner "Locky" macht aus euren Daten teuren Müll

Über eine E-Mail schleicht sich der Verschlüsselungstrojaner "Locky" auf die Computer in Deutschland. Nur in Deutschland? Nein, aber der Virus hat sich auf den deutschsprachigen Raum spezialisiert.

Bereits seit eineinhalb Wochen tauchen unzählige Fälle auf. Zwei Zahlen kursieren: 5000 Rechner pro Stunde oder 17.000 Rechner am Tag werden von dem Wurm alleine in Deutschland infiziert. Gefährdet sind alle Windows-Nutzer - Apple-User müssen sich bisher noch keine Sorgen machen.

"Locky" versteckt sich in E-Mails

Anfangs versteckte sich "Locky" in einer vermeintlichen Rechnung im Anhang einer E-Mail, jetzt wurde die Angriffstaktik des Trojaners ausgeweitet. Er tarnt sich als Fax-Anhang des Telefonanbieters Sipgate in einer Fake-E-Mail. Zudem scheint er sich vor allem in Zip-Dateien zu verstecken. Vergangene Woche waren Word-Dokumente oder PDFs verseucht. "Locky" könnte sich in fast jedem Datei-Format verstecken, das mit einer E-Mail kommt.

Solltet ihr eine E-Mail bekommen, die euch auch nur ein bisschen komisch vorkommt: Löschen! Sofort! Denn, wer den Anhang öffnet, verliert einiges. Mindestens alle Daten auf dem Rechner.

So geht "Locky" vor

Sobald Locky auf dem Rechner ist, kann er alle Dateien verschlüsseln. Dabei windet sich der Wurm durch die Ordner-Strukturen des Rechners, spürt angeschlossene Speichermedien wie USB-Sticks oder externe Festplatten auf, greift sich die Daten in der Cloud oder sucht weitere Rechner im Netzwerk. Dann verschlüsselt er alles. Heißt: Er zerstört die Dateien nicht, er schließt sie einfach nur weg. Ohne Schlüssel kommt ihr nicht mehr ran. Das nutzen die Verbrecher, um euch zu erpressen. Ihre Forderung: Die Opfer sollen 0,5 Bitcoins - circa 200 Euro - zahlen. Dann bekommen sie den Entschlüsselungscode und damit ihre Dateien zurück - so zumindest das Versprechen der Erpresser.

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Wie im Krimi: Bezahlen oder nicht?

Ist der Rechner erst einmal verschlüsselt, bleibt nur eine Frage: Bezahlen oder nicht bezahlen? Es ist der Moment in einem Krimi, in dem Zuschauer vor dem Fernseher schreien: "Tu es nicht" und der Protagonist sehenden Auges in die Falle läuft. So ähnlich muss es sich für Opfer eines Ransomware-Virus anfühlen. Die offizielle Antwort auf die Frage ist eindeutig: Virenschutz-Experten und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) raten klar davon ab, zu bezahlen. Die Erpresser könnten den Entschlüsselungscode trotzdem nicht rausgeben oder einfach weiter erpressen. Deswegen gibt es nur eine Lösung: Prävention.

Einziger Schutz: Vorsorgen!

Nehmt euch zwischendurch eine Stunde Zeit und sichert alle wichtigen Dateien auf einer externen Festplatte, die ihr nur vereinzelt an den Rechner anschließt. Grundsätzlich ist klar: Man sollte das öfter machen.

Was können "Locky"-Opfer tun?

Solltet ihr tatsächlich betroffen sein: Versucht die Festplatte auszutauschen und hebt die alte auf. Vielleicht gibt es irgendwann eine Möglichkeit, die Daten zu entschlüsseln, ohne Kriminellen dafür Geld zu zahlen.

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