Stand: 15.03.2017 10:41 Uhr | AutorIn: Fiete Stegers und Eva Köhler

Gehackt: Promi-Accounts verbreiten Hassbotschaften

Borussia Dortmund, Boris Becker, Pro Sieben und Zeitung "Die Welt": Viele große Twitter-Accounts sind am Morgen offenbar von Hackern übernommen wurden. Die Botschaft erschien auf türkisch, mit dem Hashtag "#Nazimanya". Wir erklären, wie ihr euch vor solchen Angriffen schützen könnt.

Twitteraccounts - von Unternehmen und Privatpersonen - teilten am Mittwoch morgen sehr ähnliche Botschaften, die mit einem Hakenkreuz begannen und auf türkisch geschrieben waren. Die Übersetzung liefert Twitternutzer und Marketing-Spezialist Akif Sahin:

NaziDeutschland, NaziHolland, dies ist ein kleiner osmanischer Schlag ins Gesicht. Wir sehen uns am 16. April. Was hier steht? Lern Türkisch Akif Sahin, Twitter

Über die Accounts von "Welt", BBC Nordamerika, von Amnesty International, dem japanische Account von Justin Bieber und auch die Profile von Tennis-Legende Boris Becker, dem Fußball-Profi Javi Martinez, der Jeans-Marke Levi's und dem Fußballverein Borussia Dortmund verkündeten die Hacker ihre Botschaft. Die betroffenen Medien, Boris Becker und Borussia Dortmund haben mittlerweile die Kontrolle über ihre Konten wiedererlangt und die Posts gelöscht.

Mittlerweile gelöscht: Auch auf dem Twitter-Account von Boris Becker und dem Fußball-Verein Borussia Dortmund war die türkische Botschaft zu sehen.

Der Text der Twitter-Nachrichten, die der oder die Hacker verbreiteten, ist offenbar eine Reaktion auf die politischen Diskussionen über den Wahlkampf türkischer Politiker in Deutschland und den Niederlanden hin: Präsident Erdogan hatte beiden Ländern Nazi-Methoden unterstellt. Am 16. April wird in der Türkei über die neue Verfassung abgestimmt.

Während sich die Posts heute morgen verbreiteten, fiel den Twitter-Lesern schnell auf, dass die Posts über den Analyse-Dienst Twitter Counter geschrieben wurden. Mittlerweile hat der Dienst Stellung genommen und erklärt, gehackt worden zu sein. In einem Post schreiben sie, sie hätten mit Ermittlungen begonnen. Ein erster Schritt: Die App kann nun bei Twitter nicht mehr posten. "Sollten die Aktivitäten jetzt noch weiter gehen, dann glauben wir, es liegt nicht nur an uns", so schreibt Twitter Counter auf Twitter.

Wie kann das passieren?

Twitter Counter macht es wie viele andere Apps bei Twitter und Facebook: Wer die schicken Funktionen nutzen will, muss den Diensten dafür Zugriff auf Teile seines Accounts gewähren. Meistens auf den Nutzernamen und das Profilbild, häufig auf die Freundesliste - und manche Apps lassen sich eben auch erlauben, in Euren Namen zu posten. Diese Funktion wurde im Fall von Twitter Counter offensichtlich missbraucht.

Nutzer sollten deshalb genau prüfen, welche Apps sie welche Zugriffe erlauben und diese Erlaubnis bei Bedarf wieder in den Einstellungen rückgängig machen. Twitter hat dafür in den Einstellungen eine eigene Seite.

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Hierbei sendet der Dienst bei jedem Login einen zusätzlichen Code per SMS an das Smartphone. Nur mit dieser zusätzlichen Zahlenkombination, die nur für wenige Minuten gültig ist, ist das Anmelden möglich.

Einstellen könnt ihr den zweiten Sicherheitscode bei Facebook unter Sicherheit und "Anmeldebestätigungen" und auch bei Twitter in den Profileinstellungen unter Sicherheit und den Haken "Anmeldebestätigung".

Das sich diese Sicherheitsvorkehrung auch für private Accounts lohnt, zeigen verschiedene Hacks immer wieder, der aktuelle ist nur ein weiterer Grund, die eigenen Konten besser zu schützen oder das Passwört häufiger zu ändern.

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