Stand: 10.08.2017 17:24 Uhr | AutorIn: Eva Köhler

Google Home: Googles geschwätzige Blumenvase

Er ist so groß wie eine Blumenvase und soll uns durch den Tag helfen. Acht Monate nach dem Verkaufsstart in den USA gibt es Googles smarten Lautsprecher "Google Home" auch in Deutschland. Der IT-Konzern möchte damit den Konkurrenten von Amazon Echo und deren Assistenten Alexa angreifen.

Google Home will euer neuer Mitbewohner werden. Die 150-Euro-teure Box rührt sich nur auf Befehl ("Ok Google") und steht ansonsten still in der Ecke. Doch während sie dort steht, belauscht sie euch. Die Mikrofone der Assistenten-Box sind ständig an, warten auf das Codewort sowie eure Fragen und hoffen, euch so zu helfen.

Google Home hat vier Superkräfte

Googelt für euch: Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in Malaga? Was heißt "Hallo" auf Chinesisch? Der Assistent kennt die Antworten auf kleine Alltagsfragen und teilt sein Wissen mit freundlicher Stimme. Eine Spezialfähigkeit: Er merkt sich den Gesprächsverlauf und versteht Folgefragen. Ein einfaches Beispiel: "Wie ist das Wetter in Hamburg?" gefolgt von "Und morgen?". Das funktioniert.

Startet Musik für euch: Google Home spielt das Radio-Programm ab oder Lieblingssongs auf Zuruf. Für Zweiteres benötigt ihr aber ein Premium-Abo bei einem der Musik-Dienste Deezer, Google Play Music oder Spotify.

Assistiert: Der Assistent verrät euch, wie lange ihr zur Arbeit braucht, stellt einen Timer, verrät euch, ob ihr einen Regenschirm braucht. Und falls ihr smarte Leuchten oder den TV-Stick Chromecast besitzt, könnt ihr das vernetzte Zuhause mit der Box steuern.

Immer informiert: Über verschiedene Nachrichten-Portale wie Tagesschau in 100 Sekunden, NDR Info oder Deutschlandfunk informiert euch Google Home über die aktuellen News.

Google Home startet mit Schwächen in den Verkauf

Verständigungsprobleme: Der Google-Assistent versteht viele Fragen akustisch, aber nicht inhaltlich. Beim Test in der N-JOY Redaktion mussten wir Fragen umformulieren und auf Schlagworte achten: "Wie komme ich nach Berlin" beantwortet er nicht, "Wie lange brauche ich nach Berlin" hingegen schon.

Viele Funktionen fehlen noch: Der Google-Assistent, der auch auf allen Android-Smartphones installiert ist, findet Routen bei Google Maps, erstellt Kalendereinträge, sucht das Kinoprogramm und schreibt WhatsApp-Nachrichten. All diese Standard-Smartphone-Funktionen unterstützt er auf dem Google-Home-Lautsprecher zum Start noch nicht.

Geschwätzig: Viele Antworten des Assistenten sind sehr ausführlich, bei Wissensfragen ist das in Ordnung. Aber manchmal redet er einfach zuviel.

Google Home ist ein guter Mitbewohner, wenn...

... ihr viel mit eurem Sprachassistenten auf dem Smartphone sprecht.

... ihr morgens viel zu müde seid, um das Radio selbst anzuschalten.

... ihr viele Antworten auf Fragen, die euch beschäftigen, bei Wikipedia nachschlagen könnt.

Er sollte nicht bei euch einziehen, weil...

... er immer ein offenes Ohr hat. In dem kleinen Lautsprecher stecken zwei Mikrofone, die immer zuhören, um das Codewort "Ok, Google" nicht zu verpassen.

... er wirklich viel wissen möchte. Um Google Home zu nutzen, müsst ihr euch mit eurem Google-Konto anmelden, euren Standort mitteilen und akzeptieren, dass Google alle Fragestellungen speichert.

... ihr viel über euch preisgebt. Googles Assistent lernt euch besser kennen, je mehr ihr mit ihm sprecht. Gleichzeitig schickt er all eure Fragen an Google. Als kleine Erinnerung: Google verdient mit Werbung noch mehr Geld als Facebook, also überlegt euch gut, ob ihr das möchtet.

Google Home im Test - das Fazit

Googles Box fehlen noch grundlegende Funktionen, wie das Setzen eines Termins, dem Senden einer E-Mail oder dem Aufschreiben einer Notiz. Doch der Lautsprecher spricht flüssig, er versteht die meisten Fragen und beantwortet sie auch. Das Einrichten funktioniert leicht und an einigen Stellen verstecken sich lustige Easter-Eggs. Wer auf technische Spielereien steht und damit zufrieden ist, dass die Box per Sprachbefehl die Musik startet und Wissensfragen beantwortet, der kann mit Google Home jetzt schon Spaß haben. Für alle anderen gilt: Lieber noch warten. Wichtig aber: Überlegt euch, ob ihr einen zusätzlichen Zuhörer in der Wohnung haben möchtet.

 

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