Stand: 06.03.2017 13:06 Uhr | AutorIn: Eva Köhler

Handy richtig laden: Die größten Akku-Mythen widerlegt

Entlade den Akku vollständig, dann funktioniert er länger: Gerüchte über Akkus gibt es viele, die meisten sind längst veraltet. Wir machen den Fakten-Check!

Was früher Bauernregeln waren, sind heute vermeintliche Akku-Weisheiten. Jeder weiß was, aber das meiste stimmt nicht. Wir erklären, welche Akku-Mythen falsch sind und wie ihr euren Akku richtig ladet!

 

Akku-Mythos: "Ihr müsst den Akku komplett entleeren - wegen des Memory-Effekts"

Vorsicht bei diesem Gerücht: Moderne Akkus können Leistung verlieren, wenn ihr sie komplett entladet. Diesen sogenannten Memory-Effekt hat nur die alte Akku-Generation (Nickel-Cadmium-Akkus). Heißt: Die Batterien erinnerten sich daran, wie viel Leistung sie zwischen zwei Ladegängen verbraucht haben. Haben Nutzer ihre Akkus bei 50 Prozent aufgeladen, "dachte" der Akku, das wäre seine volle Leistungskraft. So schrumpfte die Akkulaufzeit immer weiter. Um diesen Memory-Effekt zu beheben, mussten die Akkus komplett entladen und dann wieder voll aufgeladen werden. Bei aktuellen Smartphone-Akkus fehlt dieser Effekt. Die Lithium-Ionen-Akkus funktionieren anders. Sie sollten auf keinen Fall vollständig entladen werden. Optimal für Smartphone, Notebook und Tablet: Achtet darauf, dass eure Akkus immer zwischen 20 und 80 Prozent aufgeladen sind.

 

Akku-Mythos: "Ihr müsst den Akku trainieren"

Moderne Lithium-Ionen-Akkus in Smartphones lassen sich nicht mehr trainieren - also neukalibirieren. Das Gerücht stammt von der vorangegangenen Akku-Generation, den Nickel-Cadmium-Akkus. Um die komplette Leistung immer wieder herzustellen, mussten die Akkus neu kalibriert werden. Das heißt: Die Akkus mussten mehrmals entladen und danach über einen Tag hinweg wieder aufgeladen werden. Bei aktuellen Notebooks, Tablets und Smartphones schadet häufiges volles ent- und aufladen. Beim iPhone lässt sich durch ein komplettes Entladen des Akkus lediglich die Batterie-Anzeige auf dem Display neu kalibrieren. Das heißt: Die Anzeige passt wieder zum Akku-Stand - mehr Leistung hat euer Akku dadurch nicht.

 

Akku-Mythos: "Ihr müsst das Smartphone 12 Stunden aufladen, bevor ihr es das erste Mal verwendet"

Holt das neue Smartphone aus der Verpackung, schaltet es ein und ihr habt die Antwort auf diesen Mythos gefunden. Smartphones sind bei der Auslieferung zu etwa 60 Prozent aufgeladen. Das ist optimal für die Lagerung von Lithium-Ionen-Akkus, wie sie in Handys, Tablets und Notebooks verbaut sind. Früher war das anders: Damit die damaligen Akkus ihre volle Leistung erbringen konnten, mussten sie am Anfang einmal komplett aufgeladen werden. Das sollte maximal 12 Stunden dauern. Deswegen gibt es diese Faustregel überhaupt. Mittlerweile gilt: Auf moderne Akkus hat es überhaupt keine Auswirkung. Also: Vergesst die Regel, sie ist veraltet.

 

Akku-Mythos: "Ladet das Smartphone nicht am Rechner, da geht der Akku kaputt"

Als die ersten Handys per USB-Kabel an Computer angeschlossen werden konnten, kam die Angst auf, der Strom könnte zu stark sein und die Handyakkus würden deswegen kaputt gehen. Mittlerweile hat jedes tragbare Gerät eine Ladeelektronik eingebaut, die verhindert, dass zu viel Strom den Akku überhitzt und ihm so schadet. Ihr könnt euer Smartphone also unbesorgt am Rechner aufladen. Einziger Nachteil: Der Notebook-Akku ist dadurch natürlich auch schneller leer, wenn es nicht an einer Steckdose hängt.

 

Akku-Mythos: "Ladet das Handy immer zu 100 Prozent auf, das schont den Akku"

Die kurze Antwort: Macht das besser nicht! Die lange Antwort: Wenn ihr eurem Smartphone-Akku etwas Gutes tun wollt, ladet ihn nicht über Nacht. Die meisten Smartphones lassen sich innerhalb weniger Stunden, mit einer Schnellladefunktion voll aufladen. Sobald der Akku die 100 Prozent erreicht hat, stoppt die Ladeelektronik den Stromfluss. Heißt der Akku entlädt sich wieder - etwa auf 95 Prozent. Dann startet der Ladevorgang wieder. Das ständige ent- und aufladen stresst den Akku. Tipp: Nehmt das Smartphone vom Strom, sobald es voll aufgeladen ist oder sogar schon etwas früher.

 

Akku-Mythos: "Ladet das alte Smartphone nochmal voll auf, bevor ihr es im Schrank lagert"

Bevor ihr das alte Smartphone in den Schrank verbannt, denkt einen Moment an den Akku: Der kann bei Lithium-Ionen-Akkus schnell altern. Um das auf ein Minimum zu senken, ladet ihn vor der Lagerung nur auf etwa 50 bis 70 Prozent auf. Sollte das Smartphone über Monate oder Jahre im Schrank liegen, nehmt es zwischendurch raus und ladet den Akku wieder halb auf.

 

Akku-Mythos: "Wenn ihr den Akku oft nur zum Teil aufladet, geht er schneller kaputt"

Genau das Gegenteil gilt bei den Standard-Lithium-Ionen-Akkus: Im Idealfall haltet ihr euren Smartphone-Akku immer zwischen 20 und 80 Prozent. Sobald der Akkustand auf 20 oder 30 Prozent abgefallen ist, ladet ihn wieder auf. Fällt die Akkuanzeige auf unter 15 Prozent oder ist er deutlich höher, kann das den Akku stressen. Wissenschaftler empfehlen regelmäßige kleine Ladezyklen. Im Alltag ist das aber kaum möglich. Trotzdem gilt: Lieber einmal öfter kurz laden, als nur acht Stunden die ganze Nacht durch.

 

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