Stand: 08.06.2017 13:26 Uhr

Online-Shopping: So sicher sind die Bezahl-Angebote

Wir erklären euch, welche Bezahldienste im Internet sicher sind und welche Vor- und Nachteile sie haben.

Kurze Zahlenkunde: Von 49 Millionen Internet-Nutzern in Deutschland, die mindestens 18 Jahre alt sind, bezahlen mehr als 30 Millionen mit elektronischen Bezahl-Helfern. Das hat eine Studie zum Bezahlen im Netz der Verbraucherzentrale ergeben. PayPal belegt hierbei den ersten Platz, der zweitbeliebteste Anbieter ist Sofort Überweisung. Fast die Hälfte der Befragten hat den Dienst schon einmal genutzt.

Doch wie sicher sind die Dienste und wie sollten wir am besten im Netz bezahlen? Wir erklären die Vor- und Nachteile der Dienste.

Per Rechnung kaufen: Die sicherste Möglichkeit im Netz zu bezahlen

Am sichersten ist die Zahlung per Rechnung. Hier bezahlt ihr erst, wenn das Paket angekommen ist, ihr die Waren ausgepackt habt und sicher seid: Ja, das möchte ich behalten. Der Vorteil: Ihr müsst dem Geld nicht hinterherlaufen, falls der Artikel nicht ankommt oder fehlerhaft ist. Auch die Verbraucherzentrale empfiehlt den Kauf auf Rechnung überall da, wo es möglich ist.

 

Das Lastschriftverfahren: Die Bank holt das Geld im Notfall zurück

Eine sichere Alternative zur Rechnung ist das Lastschriftverfahren. Ihr erteilt einem Unternehmen die Ermächtigung, einen bestimmten Betrag von eurem Konto einzuziehen. Wenn euch die Ware nicht gefällt, sie nicht geliefert wird oder fehlerhaft ist, lässt sich der Betrag über eure Bank sechs Wochen nach dem sogenannten Rechnungsabschluss (je nach Bank kann das monatlich oder quartalsweise sein) problemlos zurückholen. Die daraus resultierenden Stornogebühren trägt der Online-Shop.

 

PayPal: In Deutschland weit verbreitet

Der wohl bekannteste und auch meist genutzte Bezahldienst in Deutschland ist PayPal. 74 Prozent aller Deutschen, die im Netz elektronisch bezahlen, nutzen den Dienst, sagt die Studie der Verbraucherzentrale. Der Vorteil: Ihr legt ein Nutzerkonto bei dem Dienstleister an, wo ihr persönliche Informationen sowie Konto- oder Kreditkartendaten hinterlegt. Während eines Einkaufs leitet der Online-Shop euch direkt auf die PayPal-Seite weiter. Hier bestätigt ihr den Einkauf. Der Dienst gibt dann die Zahlung frei, ohne dem Händler eure Kontodaten zu verraten und zieht das Geld von eurem Bankkonto ein. Das ist recht sicher. Außerdem garantiert der Dienstleister einen Käuferschutz: Wenn also etwas mit der Bestellung schiefläuft, der Artikel nicht oder nur fehlerhaft ankommt, zahlt PayPal euch das Geld zurück.

Eine Gefahr: Es kursieren sehr viele Phishing-Mails von Betrügern, die versuchen eure Login-Daten für das PayPal-Konto zu erschleichen. Klickt in einer Mail nie einen Link an, der euch angeblich auf PayPal führt. Ruft die Webseite stattdessen immer direkt im Browser über "paypal.de" auf.

 

Kreditkarten-Zahlung: Das "S" in "https" steht für Sicherheit

Beim Bezahlen mit Kreditkarte solltet ihr unbedingt darauf achten, dass die Übermittlung der sensiblen Daten über eine sichere Verbindung läuft. Die Verschlüsselungsprotokolle Secure Sockets Layer (SSL) und Transport Layer Security (TLS) sorgen für den nötigen Schutz. Diese Verschlüsselungsmethoden sind daran zu erkennen, dass am Anfang der Adresszeile eures Browsers statt des Standardkürzels "http" ein "https" steht. Viele Browser zeigen euch zusätzlich auch ein kleines Schloss-Symbol an, wenn eine sichere Verbindung besteht. Solltet ihr fehlerhafte Abbuchungen auf eurer Kreditkartenabrechnung entdecken, könnt ihr bis zu acht Wochen nach dem Zeitpunkt der Belastung den entsprechenden Posten stornieren und zurückbuchen lassen. Wichtig dabei: Checkt regelmäßig eure Kontoauszüge und Abrechnungen.

 

Sofort Überweisung: Geld zurückholen? Läuft nicht!

Jeder zweite Internet-Einkäufer in Deutschland hat schon einmal per Sofort Überweisung bezahlt. Das funktioniert so: Ihr wählt auf der Seite des Online-Händlers die Bezahlmöglichkeit aus und loggt euch mit euren Online-Banking-Zugangsdaten ein. Der Dienst prüft euren Kontostand, euren Dispo-Kreditrahmen und sieht die Kontoabbuchungen der vergangenen 30 Tage. Im Gegensatz zu PayPal überweist Sofort Überweisung kein Geld, sondern prüft lediglich, ob ihr die Rechnung bezahlen könnt, ob euer Konto gedeckt ist und wie viele Zahlungen noch ausstehen. Aus diesen Informationen folgert der Dienst entweder "Ja, der Kunde kann die Rechnung bezahlen" oder "Nein, das Geld reicht nicht". Ist das Konto gedeckt, schickt Sofort Überweisung dem Verkäufer die Info, dass das Geld sehr wahrscheinlich bei ihm ankommt. Das Geld selbst wird anschließend von eurer Bank überwiesen. Das hat einen großen Nachteil gegenüber PayPal und dem Bezahlen per Lastschrift: Ihr könnt das Geld nicht zurückholen. Das Prinzip ähnele dem der Vorkasse, schreibt das Unternehmen auf seiner Webseite.

 

Bestellen per Nachnahme: Besser nicht

Die Zahlung per Nachnahme bietet für Käufer genauso wenig Sicherheit wie das Bezahlen per Vorkasse. Ihr zahlt den Rechnungsbetrag bar an den Postboten, der die Ware anliefert. Dabei übergebt ihr erst das Geld und empfangt dann erst das Paket. Insofern unterscheidet sich die Bezahlung per Nachnahme fast nicht vom Bezahlen per Vorkasse: Ihr bezahlt, bevor ihr eure Ware habt. Im schlimmsten Fall fehlt im Paket, das euch der Postbote übergeben hat, die bestellte Ware. Und dann müsst ihr eurem Geld hinterherlaufen - wie auch bei der Vorkasse.
Übrigens: Abgesehen davon, dass kaum ein Postbote wartet, bis ihr euer Paket ausgepackt und die Ware geprüft habt - sobald ihr das Paket entgegengenommen und geöffnet habt, könnt ihr die Annahme des Päckchens nicht mehr verweigern.

 

Bestellung per Vorkasse: Selten eine gute Idee

Bezahlen per Vorkasse ist im Netz meist eine schlechte Idee. Seriöse Händler bieten die Bezahlung meist auf Rechnung, per PayPal oder Sofort Überweisung an. Das ist ein wichtiger Hinweis darauf, ob ihr dem Online-Shop vertrauen könnt. Vorkasse fordern meist die Betreiber betrügerischer Shops. Denn: Ihr überweist das Geld, bevor die Ware bei euch ist. Ist es erst einmal überwiesen, könnt ihr das Geld kaum noch zurückholen.

 

Fazit: Meidet die Nachnahme und die Vorkasse

Die unsichersten Bezahlmöglichkeiten sind Nachnahme und Vorkasse. Die sicherste Möglichkeit Bestellungen im Netz zu bezahlen ist der Kauf auf Rechnung. Doch auch die Bezahl-Dienstleister PayPal oder Kreditkarte bieten sichere Zahlungswege an. Bisher ist kein Hack der Zahlungssysteme im Netz bekannt. PayPal bietet zusätzlich einen Käuferschutz an und garantiert, dass die Kunden ihr Geld zurückbekommen.

Einen Kritikpunkt hat Kirsti Dautzenberg von der Verbraucherzentrale Brandenburg allerdings bei Internet-Bezahldiensten wie PayPal oder Sofort Überweisung:

Ich sehe das Problem, dass die Dienste scheinbar kostenlos sind. Aber die Kunden zahlen mit Daten. Die Bezahl-Anbieter sehen ja, was die Kunden kaufen, zu welchem Preis sie kaufen und auch in welcher Frequenz sie einkaufen.

 

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