Stand: 28.03.2017 07:30 Uhr | AutorIn: Dennis Bangert

WLAN-Tuning: So surft ihr schneller

Im Zeitalter von Streaming und totaler Vernetzung ist es wichtig, den WLAN-Router korrekt einzustellen, um einen schnellen Datendurchsatz zu ermöglichen. Wir geben euch Tipps fürs WLAN-Tuning.

Smartphone, Laptop, Spielekonsole, Fernseher, Glühbirnen, Thermostate - internetfähige Geräte sind auf dem Vormarsch. Aber die ganzen kleinen Technikspielereien wollen natürlich auch irgendwie ans Internet angeschlossen werden. Und das geschieht meist über das heimische Drahtlosnetzwerk. Umso ärgerlicher ist es, wenn das WLAN den Anforderungen nicht gewachsen ist und eure Datenpakete auf einem digitalen Feldweg unterwegs sind. Wir zeigen euch, wie ihr eine Datenautobahn einrichten könnt.

  • Welchen WLAN-Standard nutzt ihr?

    Die erste Frage, die ihr euch stellen müsst: Welchen WLAN-Standard setzt ihr zu Hause ein? Antwort auf diese Frage liefert eine Zahlen- und Buchstabenkombination: Alle WLAN-Geräte unterstützen die sogenannte IEEE-802.11-Norm. Das ist die offizielle Bezeichnung für das, was allgemeinhin als WLAN oder WiFi bekannt ist. Dieser Standard wurde 1997 eingeführt und hat seitdem zahlreiche Neuauflagen erfahren. Um die unterschiedlichen Versionen unterscheidbar zu machen, hat das für diese Norm verantwortliche Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) Buchstaben eingeführt. Deswegen finden sich auf WLAN-Geräten - wie zum Beispiel dem iPhone 6 von Apple - Angaben wie 802.11a/b/g/n/ac.

  • Achtet auf den "ac"-Standard

    Jeder Buchstabe steht dabei für eine neue Generation des WLAN-Standards - und jeder Standard hat eine andere maximale Übertragungsgeschwindigkeit. Wenn euch euer WLAN zu Hause also zu lahm ist, solltet ihr darüber nachdenken, euch einen neuen Router zuzulegen. Allerdings bedeutet ein "höherer" Buchstabe nicht automatisch auch eine höhere Datenübertragungsrate. Der aktuell schnellste WLAN-Standard ist "ac". Router, die auf diesen Standard setzen, liefern derzeit etwa 1.000 MBit/s.

  • Wählt die richtige Position für euren Router

    Die Qualität eurer Verbindung ist auch abhängig von der Signalstärke - je stärker das Signal, desto besser (und schneller) euer WLAN. Das Problem: Dicke Betonwände können dem Signal schnell den Garaus machen. Bevor ihr allerdings gleich zu neuer Technik greift, könnt ihr zunächst versuchen, euren Router neu zu platzieren. Meist stehen Router beim Telefonanschluss in irgendeiner Ecke. Grundsätzlich ist das eine der schlechtesten Positionen für einen WLAN-Router. Die Signale breiten sich nämlich wellenförmig in alle Richtungen aus. Das heißt: Die theoretisch beste Position für einen WLAN-Router frei schwebend genau im Zentrum eurer Wohnung beziehungsweise eures Hauses. Da das in den seltensten Fällen machbar ist, solltet ihr euch einen Standort suchen, der möglichst nah dran ist. Wie stark euer WLAN-Signal an unterschiedlichen Stellen in eurer Wohnung ist, könnt ihr unter anderem mit dem kostenlosen Programm "Ekahau Heatmapper" und einem Laptop herausfinden.

  • Wie stark ist das WLAN-Signal?

    Auch die Sendestärke eures Routers hat logischerweise Einfluss auf die Signalstärke. Reicht der neue Standort alleine also nicht aus, um euch überall im Haus mit einem angemessenen WLAN-Signal zu versorgen, dann kann auch ein neuer Router Abhilfe schaffen - vor allem, wenn ihr einen betagten Router habt, der noch nicht mit den aktuellen WLAN-Standards sendet. Reicht auch das nicht aus, um die WLAN-Abdeckung in jedem Raum zu gewährleisten, habt ihr zwei Möglichkeiten: Entweder ihr verstärkt mit einem sogenannten WLAN-Repeater das Signal oder ihr baut ein weiteres Netzwerk über euer Stromnetz - sogenannte Powerline-Adapter - im Haus auf.

  • WLAN-Reapter: Vor- und Nachteile

    Mit Repeatern geht die Erweiterung eures WLAN-Netzes am einfachsten. Ihr steckt das Gerät einfach in die Steckdose und verbindet es mit eurem bestehenden Drahtlosnetzwerk. Wählt am besten eine Steckdose auf halber Strecke zwischen dem Bereich ohne Empfang und eurem Router. Wichtig für eine gute Verbindung über einen Repeater ist nämlich, dass der Repeater selbst eine gute und stabile Verbindung zum WLAN hat. Ein Nachteil bei dieser Technik: Die Geschwindigkeit eures Netzwerkes wird in etwa halbiert, da der Repeater sowohl mit dem Router auf der einen Seite als auch mit dem WLAN-Gerät - zum Beispiel eurem Smartphone - auf der anderen Seite Daten austauscht.

  • Anschluss über das Stromnetz

    Eine Alternative zu WLAN-Repeatern: Ihr könnt einen weiteren Access-Point einrichten. Am einfachsten geht das über das hausinterne Stromnetz mit sogenannten Powerline-Adaptern. Dazu schließt ihr einen dieser Adapter per Kabel an euren Router an. Den zweiten Adapter schließt ihr ganz einfach an eine Steckdose in der empfangsfreien Zone bei euch im Haus an. Anschließend könnt ihr am Access-Point quasi ein neues WLAN einrichten. Wie schnell die Datenübertragung funktioniert, hängt von eurem Stromnetz, der zurückgelegten Entfernung, eurem Sicherungskasten und den Verbrauchen am Stromnetz (Herd und Co.) ab. Theoretisch lassen sich Geschwindigkeiten von über 1.000 MBit erreichen. In der Praxis kommt man allerdings nur auf 250 bis 500 MBit. Trotzdem ist der Weg über das Stromnetz damit noch schneller als die meisten Router-Repeater-Kombinationen.

  • Das 5-GHz-Frequenzband ist weniger störungsanfällig

    Habt ihr viele WLAN-Netze und andere Störer (zum Beispiel Mikrowellen oder Wetterstationen) in eurer näheren Umgebung, kann es vorkommen, dass sich die Funknetze gegenseitig beeinträchtigen. Vor allem im 2,4-GHz-Frequenzband kann das häufig vorkommen - und nicht nur die Stabilität, sondern auch die Geschwindigkeit eures Drahtlosnetzwerkes beeinflussen. Unterstützt euer WLAN das 5-GHz-Frequenzband, könnte sich ein Wechsel lohnen. Das 5-GHz-Frequenzband ist zwar tendenziell etwas langsamer, dafür aber deutlich weniger störungsanfällig. Das heißt die Geschwindigkeit wird nicht von Mikrowellen und Co. beeinträchtigt.

  • Stellt euren WLAN-Kanal um

    Steht euch das 5-GHz-Frequenzband nicht zur Verfügung, könnt ihr versuchen, den Kanal zu wechseln, um Störungen zu entgehen. Zunächst müsst ihr dazu die Kanäle ermitteln, auf denen die Drahtlosnetzwerke in eurer Umgebung funken. Hierfür gibt es zum Beispiel die kostenlose Android-App "WiFi-Analyzer". Windows und einige Router haben entsprechende Analyse-Tools direkt verbaut. Habt ihr die Funkkanäle der Drahtlosnetzwerke in eurer Umgebung untersucht, sucht euch einen freien Kanal, der möglichst weit von den benutzen Kanälen weg ist und stellt ihn in eurem Router ein. Damit reduziert ihr die Störungsanfälligkeit eures WLANs deutlich.

  • Dualband entlastet euer Heimnetz

    Unterstützt euer Router den Dualbandbetrieb, dann könnt ihr diese Funktion nutzen, um eure WLAN-Auslastung besser einzuteilen. Durch den Dualbandbetrieb erhöht sich zwar nicht die generelle Geschwindigkeit, aber die unterschiedlichen Datenübertragungen innerhalb eures Netzwerkes beeinträchtigen sich nicht mehr gegenseitig. Das heißt: Ihr könnt den HD-Film von eurem PC an euren Fernseher über das 5-GHz-Frequenzband streamen und gleichzeitig problemlos mit eurem Laptop im Internet über das 2,4-GHz-Frequenzband surfen. Beides in höchstmöglicher Geschwindigkeit.

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Entspannt streamen: So schnell muss die Leitung sein

Trotz aller Tipps, Tricks und Kniffe gilt: Der Netzanschluss über ein Kabel ist immer noch zuverlässiger und schneller als übers WLAN. Zudem nützt das beste WLAN nix, wenn der Anschluss an sich sehr langsam ist. Zum Streamen von Filmen solltet ihr schon mindestens über einen DSL-Anschluss mit einer Bandbreite von 3 Mbit verfügen. Für HD-Filme brauchen Streaming-Anbieter mindestens eine Übertragungsrate zwischen 3,5 und 5 Mbit/s. Dann ruckelt es nicht und sieht gut aus.

Speedtest: So überprüft ihr eure Geschwindigkeit

Testet wie schnell euer Anschluss ist. Die Website wieistmeineip.de und auch ein neues Angebot der Bundesnetzangebot breitbandmessung.de zeigen euch, wie schnell die Daten bei euch fließen. Die Bundesnetzagentur bietet sogar eine App für Android und iOS mit der ihr seht, wie schnell euch mobiles Netz so ist.

 

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