Stand: 19.07.2017 13:24 Uhr | AutorIn: Eva Köhler

Telefonwerbung: Nein, Danke!

Immer wieder ruft euch die gleiche unbekannte Nummer an? Das deutet auf Werbeanrufe hin. Doch ihr könnt euch dagegen wehren und die nervige Marketing-Masche melden.

Das Telefon klingelt und die freundliche Stimme am anderen Ende der Leitung wirbt für Hundefutter, für einen anderen Stromtarif, eine neue Versicherung oder einen neuen Telefonvertrag. Die nervigen Werbeanrufe sind in Deutschland eigentlich verboten. Trotzdem gab es bereits bis Mitte 2017 26.080 Beschwerden über dreiste Werbeanrufe. Das sind fast genauso viele wie im gesamten Vorjahr.

Bei verbotenen Anrufen droht den Firmen ein Bußgeld

Erst im Juni hat die Bundesnetzagentur wegen unerlaubter Anrufe ein Bußgeld verhängt - über 100.000 Euro musste der Energie-Konzern Eon zahlen. Momentan wehrt sich der Konzern dagegen noch. Im Dezember 2016 strafte die Behörde ein Unternehmen ab, dem es durch ständigen Telefonterror gelungen ist, Hundefutter sogar an Menschen ohne Hund zu verkaufen. 150.000 Euro war das Bußgeld hoch.

Gerade bei den klassischen "Sie haben gewonnen"-Anrufen, scheint das Vorgehen zu wirken - die Beschwerden darüber sind zurückgegangen. E-Mail- und SMS-Werbung hingegen nehmen weiter zu. Doch die Bußgelder sind nur ein Teil der Strafe, erklärt der Pressesprecher der Bundesnetzagentur Fiete Wulff:

Das Bußgeld hilft im Kampf gegen unerlaubte Anrufe, weil es zu einer öffentlichen Diskussion führt. Und die hat einen Image-Schaden für die Unternehmen zur Folge. Fiete Wulff, Sprecher Bundesnetzagentur

Die Behörde ist der Ansprechpartner für alle, die sich von Werbeanrufen, Spam-Mails oder Werbe-SMS genervt fühlen. Mit einem Screenshot, Datum und Zeit des Anrufs oder der SMS, der Nummer des Anrufers und der Information, was die Unternehmen euch verkaufen wollten, könnt ihr hier Alarmschlagen und helfen, die nervige Werbemasche einzudämmen.

Nicht alle Werbe-Anrufe sind verboten

Seit 2013 gibt es ein Gesetz, das Kunden vor den Werbe-Anrufen schützt. Das bedeutet: Ein Unternehmen darf euch nur anrufen und euch neue Produkt-Angebote vorstellen, wenn ihr es ihnen zuvor erlaubt habt. Eine solche Erlaubnis kann sich in den Teilnahmebedingungen zu Gewinnspielen verstecken oder wenn ihr einen Vertrag abschließt. Verboten sind die Anrufe also nur, wenn ihr es nicht ausdrücklich erlaubt habt. Bevor ihr jeden Anruf eures Telefonanbieters meldet, erklärt dem Anrufer, dass ihr diese Anrufe nicht mehr möchtet.

So geht ihr mit Werbe-Anrufen richtig um

1. Auflegen, empfiehlt der Fiete Wulff. Das gilt vor allem dann, wenn der Werbeanruf von einer Firma kommt, bei der ihr kein Kunde seid.

2. Meldet den Anruf der Bundesnetzagentur.

3. Blockiert die Telefonnummer des Anrufers:

  • iPhone-Besitzer öffnen die Einstellungen, klicken auf den Punkt "Telefon" und wählen "Anrufe blockieren und identifizieren" aus. Hier könnt ihr Nummern aus dem Telefonbuch auswählen und der Sperrliste hinzufügen. Ihr müsst allerdings einen kleinen Umweg gehen und die Nummer erst zu eurem Telefonbuch hinzufügen, um sie zu blockieren.
  • Bei Android-Telefonen versteckt sich die Funktion meist in der Telefon-App. Öffnet die Telefon-App, klickt oben rechts auf den Punkt "mehr" und wählt "Einstellungen" aus. Einer der Listenpunkte heißt "Sperrliste". Klickt darauf und fügt die Telefonnummer, die ihr blockieren möchtet hinzu. Fertig.

 

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