Stand: 01.03.2016 13:07 Uhr | AutorIn: Eva Köhler

Virtuelle Realität: Das Konzept hinter den Brillen

Google verkauft jetzt die eigene VR-Brille "Cardboard" im Play Store. Neben Google buhlen auch Facebook, Samsung und Microsoft um die Gunst der Käufer. Welches Konzept passt zu euch? Ein Überblick.

Strandfeeling, drängelnde Konzertatmosphäre oder rasende Achterbahn-Fahrten - und das ganz einfach direkt aus eurem Wohnzimmer? Alles was dafür nötig ist, ist eine Virtual-Reality-Brille. Die sieht aus wie eine Taucherbrille, nur das dort, wo normalerweise die Gläser der Brille sind, im einfachsten Fall ein Smartphone klemmt. Das Besondere: Es kommen auch die Bewegungssensoren des Smartphones zum Einsatz. Das heißt: Bewegt ihr euren Kopf, bewegt sich gleichzeitig auch das angezeigte Bild mit. So könnt ihr euch quasi frei im Bild umgucken. Ihr seht als nicht nur den Strand, die Band auf der Bühne oder den Looping direkt vor euch, sondern mit einer Kopfdrehung auch die Hotelanlage, die Zuschauermenge oder euren Achterbahn-Mitfahrer hinter und neben euch.

Hersteller verfolgen drei Konzepte

Bisher gibt es noch keine Standards für die neue Technologie. Doch 2016 soll das Jahr der virtuellen Realität werden. Facebook, Playstation und HTC machen teure Brillen für Zocker und Google bietet mit dem Konzept Cardboard virtuelle Realität für wenig Geld. Microsoft geht einen ganz anderen Weg: Der Betriebssystem-Konzern versucht sich mit der Datenbrille Hololens an der erweiterten Realität - der Augmented Reality. Der Kampf der Giganten ist aber noch nicht entschieden.

  • 360-Grad-Videos im Pappgestell: Das Einsteiger-Konzept Cardboard

    Das Cardboard-Konzept von Google ist die Einsteiger-Version für alle, die wissen wollen wie virtuelle Realität (VR) funktioniert. Es ist ein Pappgestell: Vorne sind zwei Linsen eingesetzt, hinten sitzt eine Klappe für das Smartphone. Integrierte Technik gibt es nicht. Über Googles Play Store lassen sich Achterbahn-Apps oder 360-Grad-Konzert-Apps auf das Smartphone laden. Auch die 360-Grad-Videos auf YouTube funktionieren in der VR-Brille. Die Brille könnt ihr selbst basteln oder für wenige Euros im Netz bestellen. Auch die Gear VR von Samsung - die gerade in der Werbung sehr präsent ist - und die VR One des deutschen Linsenspezialisten Zeiss funktionieren nach dem Cardboard-Prinzip. Die Brillen bestehen aus einem Plastik-Gehäuse. Im Gegensatz zu Googles Cardboard könnt ihr das Gestell auch um den Kopf schnallen und müsst es nicht ständig in der Hand halten. Nachteil: Navigieren lässt sich in diesen VR-Brillen nur über einen Magnetschalter an der Seite. Dieser Schalter ist sozusagen der "Enter"-Knopf. Was fehlt ist ein "Zurück"-Button. Braucht ihr nicht? Wartet bis ihr das erste Mal eine neue App aufrufen wollt. Dann heißt es: Klappe auf, Telefon raus, neue App öffnen und das Smartphone zurück in die Brille schieben.

    Einschätzung: Cardboard-Modelle machen Spaß, kosten wenig Geld und zeigen, wohin die Reise geht. Ein Must-Have für Tech-Nerds und Spielkinder.

  • Kostenspielige Zocker-Fantasie: Virtuelle Realität für Gamer

    VR-Brillen mit eingebauten Sensoren und integriertem Bildschirm sollen vor allem Gamer in diesem Jahr entzücken. Die Zocker-Brille Oculus Rift, die mittlerweile zu Zuckerbergs Facebook-Imperium gehört, will das Spielen revolutionieren. Die Brille schließt man an einen Rechner an und navigiert sich dann mit einem Controller durch die Spiele-Welt. Für die Rift soll es "Eve: Valkyrie" - eine Raumschiff-Simulation und ein Jump'n'Run exklusiv geben. Der Hersteller HTC hat jetzt auch den Vorverkauf für die Vive eröffnet. 899 Euro soll das Gadget kosten. Dafür könnt ihr dann die VR-Spiele der Online-Plattform Steam zocken. Und als sei das noch nicht genug, wird es bald auch eine Brille von Sony geben. Einer der Vorteile der Highend-Brillen: die Qualität der Bildschirme. Sie sollen schärfer sein, als die von Smartphones. Bisher gibt es aber noch kaum Spiele für die Brillen und auch die Rechner, die man zum Zocken braucht, starten preislich bei etwa 1.000 Euro.

    Einschätzung: Die Brillen sind im Anfangsstadium und dürften noch einige Kinderkrankheiten mitbringen. Bei soviel Geld für ein Gadget ist die klare Empfehlung: Abwarten!

  • Die Realität im Blick: Augmented Reality

    Das dritte Konzept ist die erweiterte Realität. Google versuchte sich mit der Datenbrille Glass bereits an der Idee - erfolglos. Die Brille wollte für den Alltag keiner haben. Jetzt hat Microsoft sich die Idee geschnappt und entwickelt die Hololens. Diese Brille zeigt den Raum in dem ihr euch befindet und erweitert ihn. In den Brillengläsern erscheinen dann Filme, Wetterinformationen oder ganze Spielewelten. Wie der Name schon sagt, wirken die Elemente wie Hologramme. Die weiße Wand wird zur Leinwand, auf dem Tisch steht ein Astronaut und auf dem Boden verteilen sich die Bauklötze aus dem Online-Spiel Minecraft. Anders als die VR-Zockerbrillen, soll die Hololens ganz ohne Kabel und PC funktionieren. Seit kurzem bietet Microsoft die Test-Version der Brille an. Für 3.000 Euro können Software-Entwickler sie vorbestellen. Bis sie auf dem Markt kommt, dauert es aber noch.

    Einschätzung: Die Hololens ist noch in der Entwicklung. Die Idee ist gut - die Werbespots begeistern. Wie die Realität aussieht, werden wir sehen, wenn sie fertig ist.

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Ist virtuelle Realität nur was für Nerds?

Die kostspieligen Modelle sind nur was für echte Liebhaber. Die Cardboard-Modelle allerdings bringen großen Spaß für wenig Geld in euer Wohnzimmer und geben einen Einblick, wie die virtuelle Realität funktioniert. Zwar erinnert die Grafik der Apps im Play Store oft an die Anfänge der Spiele-Industrie. Pixelig, ungenau und teils unscharf präsentieren Achterbahn-Simulationen die neue Realität und auch die Interaktionsmöglichkeiten sind eingeschränkt. Aber es geht auch nicht ums Spielen, sondern ums Erleben. Und dafür reicht eine Pappbrille vollkommen aus. Alles was hier zählt ist der Spaß!

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