Stand: 04.01.2017 19:18 Uhr | AutorIn: Eva Köhler

WhatsApp-Kettenbrief: Wir haben mit Ute Christoph gesprochen

Ein WhatsApp-Kettenbrief warnt vor Ute Christoff und ihrer Telefonnummer. Angeblich reicht ein Telefonat mit ihr, um das Handy mit einem Virus zu infizieren. Wir haben mit der Frau, vor der der Kettenbrief so eindringlich warnt, über ihr vermeintliches Hacker-Dasein gesprochen.

Immer wieder der gleiche Text, nur die Namen ändern sich. Die Nachricht im Kettenbrief: "Sag mal bitte allen Leuten in deiner Liste, dass sie den Kontakt 'Ute Christoff' nicht annehmen sollen! Das ist ein Virus (über whatsapp) der zerstört die ganze Festplatte [...]!"

Die Namen verändern sich in unregelmäßigen Zeiträumen: Marcel Hohmann, Christian Wick, Domenik Beuting und seit Kurzem Ute Lehr werden in dem Kettenbrief als Hacker verunglimpft. Der übrige Text bleibt der gleiche und nichts davon stimmt. Ein Virus gibt es nicht, es frisst sich auch nicht durch die Kontaktliste, und die Festplatte bleibt ebenso unberührt.

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WhatsApp-Kettenbrief: Keine Angst vor "Ute Christoff"

04.01.2017 12:50 Uhr

Der WhatsApp-Fake um einen mysteriösen Hacker-Anruf einer "Ute Christoff" ist zurück. Seit Jahren kursieren ähnliche Kettenbriefe im Netz. Wir haben einfach mal bei "Ute Christoff" angerufen. mehr

 

Wer diesen Kettenbrief bekommt und weiterleitet, will vermutlich nur helfen und hat gute Absichten. Doch was, wenn es dein Name und die Telefonnummer mit deiner fast identisch ist? Ein Problem, vor dem die Heilpraktikerin Ute Christoph (nicht Ute Christoff) seit mehr als eineinhalb Jahren steht. Freunde und Bekannte schreiben ihr auf Facebook, fragen was das wäre, was das mit dem Hacker sei, erzählt die 51-Jährige im Gespräch.

Beim ersten und zweiten Mal fand ich es nicht so schlimm. Nach mehr als eineinhalb Jahren nervt es. Ich denke manchmal darüber nach, wie manche Dinge vielleicht positiver laufen könnten, wenn der Kettenbrief nicht ständig verbreitet werden würde. Ich hab dann versucht, das zu verdrängen, weil ich mir dachte, ich kann ja eh nix dagegen machen. Ute Christoph

Mittlerweile hat Ute Christoph vier oder fünf Wellen miterlebt, einmal im Quartal schätzt sie, dass es wieder eine neue Fake-Kettenbrief-Welle mit ihrem Namen gibt. Fremde schreiben ihr dann oder leiten ihr den Kettenbrief weiter. Eine gewisse Ironie, Ute Christoph vor Ute Christoff zu warnen. Sie reagiert auf jede Anfrage, teils geben Freunde ihr sogar die Nummern der Personen, die den Kettenbrief weitergeschickt haben. Dann ruft sie dort an.

"Der eine war peinlich berührt, es hat ihm leid getan. Mehr aber auch nicht", erzählt sie. Im Kleinen versucht sie, Aufklärungsarbeit zu leisten. Aber sie kämpft mit Papierkügelchen gegen Drachen.

Kettenbrief-Telefonnummer ist mit ihrer fast identisch

Was Ute Christoph immer wieder wundert: Die Telefonnummer in dem Kettenbrief (01719626509) ist mit ihrer fast identisch (liegt der Redaktion vor). Neben einer kleinen Änderung in der Vorwahl ist auch die Nummer selbst bis auf eine Zahl dieselbe. Dass ihr jemand Schaden möchte, glaubt sie nicht. Überrascht von der Frage antwortet sie mit sicherer Stimme: "Nein, nein, nein. Das würde keiner meiner Bekannten machen." Muss auch nicht sein, denn ihre Praxis hat eine Website - für jeden sichtbar.

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WhatsApp-Kettenbrief: Ute Lehr verbreitet keinen Virus

04.01.2017 12:20 Uhr

Ein neuer Kettenbrief bei WhatsApp warnt vor Ute Lehr. Angeblich soll sich ein mysteriöser Virus über einen Telefonanruf verbreiten. Doch Entwarnung: Ute Lehr ist harmlos. mehr

Anwalt: Ute Christoph könnte sich wehren

"Ich wüsste nicht, wie ich mich wehren könnte", erklärt sie, wirkt hilflos und mit dem Problem alleine gelassen. Dabei werden durch den Kettenbrief ihre Persönlichkeitsrechte verletzt. Rechtlich könnte sich Ute Christoph wehren. Das sagt Medienrechtsanwalt Christian Solmecke: "Das ist eine Persönlichkeitsverletzung und ein Eingriff in ihren Beruf. Wenn sie selbständig ist, könnte sie sich gegen den Verfasser und jeden Weiterverbreiter wehren."

Allerdings: Verfasser von WhatsApp-Kettenbriefen aufzuspüren ist unwahrscheinlich. Sollte man sie aber finden, könnte Ute Christoph eine Unterlassungsverfügung schicken und ihm damit verbieten, den Brief weiterzuverbreiten. Außerdem könnte es für den Verfasser teuer werden. Dieser müsste wirtschaftliche Schäden nämlich ersetzen, wenn Ute Christoph den entstanden Schaden errechnen kann. Aber auch das sei schwierig, erklärt Solmecke.

Wer den Brief wissentlich weiterverbreitet, macht sich schuldig

Neben dem Verfasser, machen sich, so der Rechtsanwalt, auch diejenigen strafbar, die den Kettenbrief weiterverbreiten, wenn sie wissen, dass sie einer realen Person damit schaden.

Ich kann jedem davon abraten, solche vermeintlichen Späße zu starten. Christian Solmecke, Rechtsanwalt

Ute Christoph sieht den Kettenbrief mittlerweile mit einer Prise Ironie, stellt aber nochmal klar: "Abgesehen davon, dass ich technisch völlig unversiert bin und man mir sowas zutraut - eigentlich sollte ich stolz darauf sein: Ich kann das nicht und ich habe nichts damit zu tun."

Übrigens: Wenn ihr bis hier gelesen habt, wisst ihr jetzt, dass ihr einer echten Person schadet, wenn ihr den Kettenbrief ungefiltert weiterleitet. Das heißt ihr macht euch strafbar. Also: Lasst es und ignoriert den Kettenbrief, bis er endlich ausgestorben ist und Ute Christoph wieder ihre Ruhe hat.

Das Bild zeigt den WhatsApp-Kettenbrief, der vor einem Virus von Ute Lehr warnt. © NDR / N-JOY Fotograf: Screenshot

WhatsApp-Kettenbrief: Ute Lehr verbreitet keinen Virus

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