Stand: 17.05.2017 18:18 Uhr

Whatsapp: Diese Kettenbriefe kommen immer wieder

Kettenbriefe verbreiten Betrüger per WhatsApp. Sie verteilen falsche Informationen, locken in die Abofalle oder führen euch zu einem Virus. Auf diese Kettenbriefe solltet ihr nie wieder reinfallen!

Kettenbriefe kursieren regelmäßig bei WhatsApp und auf anderen sozialen Medien. Dabei gibt es eindeutige Anzeichen, an denen ihr sie erkennt. Führt der Link zu einem Formular, in das ihr Mail-Adresse und Handynummer eintragen sollt? Vorsicht! Fordert die Webseite hinter dem Link euch auf, die Nachricht an Freunde weiterzuleiten? Das weist auch auf Betrüger hin. Steht in dem Kettenbrief: "Bitte teilen"? Auch dann ist Vorsicht geboten. Prüft die Informationen lieber nochmal im Netz.

Leider gibt es Dauerbrenner unter den Kettenbriefen. Wir zeigen euch sieben WhatsApp-Nachrichten, auf die ihr nie wieder hereinfallen solltet.

1. Emojis locken in die Abofalle

"Eyyy! Schau mal!", mit diesem Satz versuchen Betrüger immer wieder die WhatsApp-Gemeinschaft davon zu überzeugen, dass WhatsApp-Emojis sich bewegen können. Die kurze Antwort: Das können sie nicht! Dahinter verbirgt sich ein Abo für 6,50 Euro. Noch bevor ihr in die Abofalle getappt seid, fordert die Seite auch auf, die Nachricht mit euren Freunden zu teilen. Sobald ihr diese Aufforderung lest: Verlasst die Seite und löscht die Nachricht.

Tipp: Diese Abofalle ist Betrug, weil der Button eindeutig beschriftet sein muss, damit Geld abgebucht werden darf. Wie ihr euch das Geld zurückholt, erklären wir hier.

 

2. шһатѕарр.com: Kyrillische Schriftzeichen führen in die Irre

Es soll neue Farben für die WhatsApp-Desktop-Version geben. Damit lockt eine Nachricht, die über den Messenger verbreitet wird. Das berichtet laut Futurezone ein Nutzer der Forum-Plattform Reddit. Der genaue Wortlaut:

I love the new colors for whatsapp

Darauf folgt ein Link zur Seite шһатѕарр.com. Das Fiese: Nur wer genau hinsieht, erkennt, dass die Betrüger "WhatsApp" mit kyrillischen Buchstaben geschrieben haben. Auf der Seite selbst geht es weiter wie von Spam-Nachrichten gewohnt: Die Nutzer sollen die Nachricht mit Freunden teilen, um an die WhatsApp-Web-Farben zu kommen und dann Apps installieren, die als Werbe- und Spam-Apps gelten. Im nächsten Schritt fordert die Seite sogar, der Nutzer soll eine gefälschte Erweiterung für den Chrome-Browser herunterladen, die euren Browser mit Werbung flutet.

 

3. Auf der Jagd nach neuen Kunden: So un-romantisch!

Von wegen süß: Die Nachricht lockt mit zwei Emojis und dem Text "So süß". Hinter dem Link versteckt sich ein Registrierungsformular. Im April 2017 sollten sich Nutzer für ein Casino registrieren; dahinter können aber auch andere Seiten versteckt sein. Das Ziel, so scheint es, ist, neue Kunden zu gewinnen. Auch ein Hinweis auf einen betrügerischen Kettenbrief: der gekürzte Link in der Nachricht. Er verschleiert die echte Webadresse. Deswegen achtet auf gekürzte Links: Dahinter können Betrüger stecken.

 

4. Mit Panik einen Mythos aufrechterhalten

Kennt ihr Ute Christoff? Der Name dieser Frau wird seit Jahren in einem Kettenbrief verunglimpft.

Sag mal bitte allen Leuten in deiner Liste, dass sie den Kontakt "Ute Christoff" nicht annehmen sollen! Das ist ein Virus (über whatsapp) der zerstört die ganze Festplatte und zieht sich die Daten runter, wenn ihn einer deiner Kontakte erwischt, bist du auch betroffen, weil er sich durch die Liste frisst! Wenn dich die Nummer 01719626509 anruft, nimm ja nicht ab! Ist ein Hacker und es werden auch all deine Kontakte betroffen sein! Es ist heute morgen auch von EUROP1 und SAT1 bestätigt worden! Weiterleiten!! WhatsApp-Kettenbrief

Das Problem: Nichts davon ist wahr. Ein Telefonanruf kann die Kontakte nicht löschen oder sich gar "durch die Liste" fressen. Auch der Hinweis auf die Fernsehsender ist auf den zweiten Blick Unsinn. Denn: Europ1 gibt es nicht. Der "Ute Christoff"-Kettenbrief steht aus verschiedenen Gründen exemplarisch für ähnliche Unsinnsnachrichten: Er existiert in abgewandelter Form mit verschiedenen Namen und er kommt immer wieder. Dahinter steckt nur die Absicht, Panik zu verbreiten und Fehlinformationen in die Welt zu setzen. Denn: Einen Virus dieser Art gibt es nicht.

 

5. Internetmythen: Wenn Kettenbriefe Lügen verbreiten

Als WhatsApp die Kontaktdaten der Nutzer mit dem Facebook-Konzern teilen wollte, ging ein Aufschrei durch die WhatsApp-Gruppen. Die WhatsApp-Daten jedes Nutzers würden in dem sozialen Netzwerk öffentlich hochgeladen werden. Das behauptet zumindest ein Kettenbrief. Er lässt zumindest vermuten, dass die Verfasser gute Absichten, aber leider kaum Informationen hatten. Denn: Das ist falsch.

Es ging darum, dass der Konzern die Handy-Nummern auf den Facebook-Servern speichert und sie mit den Daten von Facebook-Nutzern abzugleichen, um so noch persönlichere Werbung anzeigen zu können. Mittlerweile ist klar: Facebook darf die WhatsApp-Daten nicht mit den Facebook-Daten vergleichen. Glaubt nicht allen Informationen in Kettenbriefen - vor allem dann nicht, wenn er euch aufruft, ihn zu teilen.

 

6. Die "Gutschein"-Falle

Lidl, Rewe, Ikea, Edeka - immer wieder verwenden Betrüger Markennamen, um euch per Gutschein-Angebot auf Abzock-Seite zu locken. Die Betrüger wollen meist eure Adresse- oder Kontaktdaten abgreifen und euch danach mit Spam-Mails oder SMS vollmüllen. Ein Beispiel:

Guck mal: http://www.lidl.de-gutscheine250.com 250€ Gutscheine von LIDL . Sie feiern ihren Jahrestag. Ich glaube, es ist ein beschränktes Angebot. Ich habe mir meinen schon geholt.❤❤

Bisher ist diese Betrüger-Masche leicht zu enttarnen. Guckt euch den Link genau an: "lidl.de-gutscheine250.com" ist keine offizielle Webseite, sondern tut nur so. Und fragt euch immer: Wer hat schon Geld zu verschenken?

 

7. Video-Anrufe aktivieren? So ein Unsinn.

WhatsApp lässt euch per Video telefonieren. Das stimmt. HD-Telefonie kann die App aber noch nicht. Betrüger behaupten das aber und erklären, ihr müsstet die Funktion über den mitgeschickten Link freischalten. Nach Klick auf den Link sollt ihr die Nachricht weiterleiten. Dann versetzen euch die Betrüger mit einer Virenwarung auf eurem Smartphone in Panik und empfehlen einen Link zu einer Sicherheits-App. Hinter dieser App wartet dann ein echter Virus!

Tipp: Installiert auf eurem Android-Smartphone eine seriöse Virenschutz-App wie "Avira", "Avast" oder "Lookout". Sie sind kostenlos und schützen euch vor gefährlichen Apps.

Fazit: Hinterfragt die Nachrichten

Kettenbriefe folgen meist ähnlichen Systemen: Sie locken mit neuen Funktionen oder Emojis, fordern zum Teilen auf oder versuchen euch in Panik zu versetzen. Dafür erfinden sie Viren, die es nicht gibt oder verbreiten Fehlinformationen. Deswegen: Wenn ihr einen Kettenbrief bekommt, tippt die Informationen in eine Suchmaschine ein und prüft kurz, ob das überhaupt sein kann. So schützt ihr euch vor Abo-Fallen oder unzähligen Spam-Mails und versetzt eure Freunde nicht unnötig in Panik.

 

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