Screenshot verschiedener Apps auf dem Smartphone  Fotograf: Udo Lewalter

Kampf gegen Kilos: Viel Spaß beim Appspecken!

von Udo Lewalter

Spätestens im Frühjahr fällt es auf. Dann verdecken weder dicke Jacken, noch Pullis oder lange Hosen die zusätzlichen Pfunde, die sich während der Wintermonate fast unbemerkt zu einem unansehnlichen Speckgürtel formiert haben. Jetzt muss etwas unternommen werden! Eine App könnte tatsächlich helfen.

Beim Thema Übergewicht geht es ja nicht nur ums Äußere, auch der Gesundheit tut es bekanntlich nicht gut. Um abzunehmen, treibt man Sport, meidet abends die Aufnahme von Kohlenhydraten, folgt einer Diät oder zählt Kalorien. All das ist schon anstrengend und aufwendig genug. Aber der Kampf gegen die Pfunde erfordert noch weitere Maßnahmen: Kalorien wollen gezählt, das tägliche Messergebnis der Waage dokumentiert und gesunde Gerichte entdeckt werden. Wohl dem, der ein Smartphone oder einen Tablet-PC besitzt. Denn viele Apps für iOS- und Android-Geräte versprechen Hilfe beim Abspecken. Für euch haben wir die gängigen Apps mal genauer unter die Lupe genommen.

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  • Meal Snap - Calorie Counting Magic

    Wer beim Abspecken Kalorien zählt, hat es oft schwer, wenn er auswärts isst. Denn wer weiß schon, was Freunde oder der Koch eines Restaurants alles in das Essen rühren. Das Programm "Meal Snap –Calorie Counting Magic" will erkennen können, wie viele Kalorien eine Mahlzeit samt Getränk hat. Dazu fotografiert ihr einfach nur den Teller, das Glas oder den Becher, das Programm ermittelt dazu die Kalorienzahl – und verrät euch darüber hinaus, was ihr esst beziehungsweise trinkt. Das funktioniert in der Praxis allerdings nicht immer gut. Die App erkannte im Testlauf drei von fünf Speisen. Die dazu genannte Kalorienzahl erscheint nicht immer realistisch. Zudem dauert die Auswertung einer Mahlzeit manchmal mehrere Minuten. Bis dahin ist das Essen kalt … Genauer und schneller geht’s, wenn ihr das Essen mit einem Stichwort definiert. Den Idiotentest hat "Meal Snap" tadellos überstanden: Fotografiert ihr Gegenstände wie ein Smartphone oder die Spielekonsole, erkennt das Programm umgehend, dass es sich dabei nicht um Essbares handelt. Welche Technik hinter dem Programm steckt, verrät der Hersteller nicht. So hält sich schon seit einiger Zeit hartnäckig das Gerücht, dass die Bilder von Studenten oder Praktikanten ausgewertet werden …
    Preis: 2,69 Euro

  • Jawbone Up

    Fitness-Gadget mit Armreif © screenshot
    Ein besonders pfiffiges Fitness-Gadget verspricht Hersteller Jawbone mit seinem wasserfesten Up-Armreif. Das Band misst die Bewegungen des Nutzers – und das rund um die Uhr. Es analysiert in der Nacht die Schlafphasen sowie die Bewegungen des Trägers. Am Tag zählt der Reif die Schritte des Nutzers, weiß wie viele Kilometer er zurückgelegt hat und protokolliert die aktiven und inaktiven Bewegungsphasen. Aus all diesen Informationen ermittelt Up zudem den Kalorienverbrauch. Lauffaule Anwender erinnert Up von Zeit zu Zeit mit einem leichten Rütteln daran, sich mehr zu bewegen.
    Die Daten, die das Gerät ermittelt, werden regelmäßig an eine spezielle Handy-App verschickt, mithilfe der sich die Statistiken protokollieren und anschaulich in Diagrammform darstellen lassen. Außerdem könnt ihr mithilfe eines Barcode-Scanners die Nährwerte eurer Mahlzeiten festhalten und mit den durch Bewegung verbrauchten Kalorien verrechnen.
    Jawbone Up soll im Frühjahr 2013 in Deutschland erhältlich sein. Zunächst gibt es die dazugehörige App ausschließlich für iOS-Geräte. Eine Android-Version ist laut Hersteller aber bereits in Entwicklung. In den USA wurde die erste Version von Up kurz nach Verkaufsstart Mitte 2012 aus dem Handel genommen, da einige Funktionen nicht korrekt arbeiteten. Eine neue Version des Armreifs ist seit kurzem in Nordamerika erhältlich. Ersten Berichten zufolge funktioniert nun alles fehlerfrei – das amerikanische Technikmagazin Wired.com testet das Produkt im Dezember 2012 und vergab acht von zehn Wertungspunkten. Die ausgeklügelte Technik hat seinen Preis – Jawbone Up soll samt der notwendigen Software circa 100 Euro kosten.
    Preis: Circa 100 Euro (Hardware & Software)

  • Abnehm-Tipps – Die besten Tipps & Tricks zum Abnehmen

    Die App "Abnehm-Tipps – Die besten Tipps & Tricks zum Abnehmen" gibt zahlreiche Ratschläge, die euch bei der Gewichtsreduzierung helfen. Wie lässt sich Heißhunger vermeiden? Wie gestaltet man sein Essverhalten richtig? Wie bereitet man Speisen kalorienärmer zu? Was ist beim Einkauf von Lebensmitteln in Bezug auf eine ausgewogene Ernährung zu beachten? Und mit welchen psychologischen Tricks lässt sich der Griff nach fetten oder süßen Speisen vermeiden? Die Kniffe, die das Programm bietet, sind durchaus hilfreich.
    Die App ist ansprechend gestaltet, lässt sich intuitiv bedienen und wird in Nutzerkommentaren auf dem App Store gut bewertet. Schade, dass Funktionen wie ein Kalorienzähler, ein Diätplan und Rezeptvorschläge fehlen.
    Preis: 89 Cent

  • Calory Guard 2

    "CaloryGuard 2" ist ein umfangreicher Ernährungsassistent, der beim Abnehmen und der damit einhergehenden Umstellung der Essgewohnheiten hilft. Zunächst müssen persönliche Daten wie eure Größe oder das Gewicht eingegeben werden. Daraufhin berechnet das Programm den täglichen Kalorienbedarf, der benötigt wird, um euer Gewicht zu halten, ab- oder zuzunehmen. Um die Kalorienzufuhr zu protokollieren, müsst ihr alle Speisen und Getränke eintragen, die ihr konsumiert. Das Programm zeigt euch daraufhin euer "Guthaben" für den Tag an oder schlägt Alarm, wenn die Kaloriengrenze über- beziehungsweise unterschritten wird.
    Eine Vielzahl von Lebensmitteln sind samt Angaben wie Fettgehalt, Kalorien oder Kohlenhydraten bereits in einer umfangreichen Datenbank enthalten – mehr als 20.000 Einträge umfasst sie aktuell (Stand: 2. Januar 2013). Eigene Einträge lassen sich zudem problemlos anlegen – entsprechende Nähwerteingaben der Produkte findet ihr auf den Verpackungen. Ebenso könnt ihr sportliche Betätigungen hinzufügen, die eurem Kalorienhaushalt hinzugefügt werden.
    "CaloryGuard 2" gibt es auch in einer kostenlosen Testversion. Allerdings ist die Gratisvariante für eine ernsthafte Nutzung ungeeignet. Der Zugriff auf die Datenbank ist stark limitiert und die App lässt nur eine begrenzte Anzahl eigener Einträge zu. Zudem stört die Werbung.
    Preis: 3,59 Euro (iOS) / 2,95 Euro (Android)

  • Kalorienzähler von FatSecret

    Die für iOS- und Android-Systeme erhältliche App "Kalorienzähler von FatSecret" bietet prinzipiell den gleichen Funktionsumfang wie „CaloryGuard 2“ – mit einem Unterschied: Komfortabel lassen sich Lebensmittel per Strichcode-Scan der Datenbank hinzufügen. Weiterer Vorteil: "Kalorienzähler von FatSecret" kostet euch keinen Cent! Dafür stören allerdings kleine Programmfehler (Bugs) beim Arbeiten mit der App.
    Preis: Gratis
    Zum Download für iOS-Systeme
    Zum Download für Android-Systeme

  • Smart Body Analyzer

    Die elektronische Waage "Smart Body Analyzer WS-50" von Withings misst Gewicht, Körperfett, Herzfrequenz und die Muskelmasse von bis zu acht Benutzern, die ihre Daten samt Body Mass Index (BMI) auf passwortgeschützten Konten protokollieren lassen. Zudem überprüft die Waage Raumtemperatur und den CO2-Gehalt der Luft. Abrufbar sind die Daten über einen Internet-Browser am PC oder über eine spezielle App auf iOS- und Android-Systemen. Das Programm veranschaulicht die Werte übersichtlich in Kurvendiagrammen. Zudem lassen sich Ziele definieren, das Traumgewicht beispielsweise oder ein bestimmter Wert für die Muskelmasse. Komfort und Technik haben Ihren Preis: Rund 130 Euro kostet die Waage samt App.
    Preis: circa 130 Euro (Waage und Software)

  • FooDDB

    Die App "FooDDB" ist laut der Bewertungsstatistiken eines der populärsten Ernährungstagebücher für Apples iOS-System. Die Anwendung unterstützt die ganze Familie beim Kalorienzählen – es lassen sich problemlos mehrere Konten anlegen und verwalten. Die Ermittlung der Nährwerte samt der Kalorien sowie des Fett- und Eiweißgehalts einer Mahlzeit vereinfacht eine Datenbank, die mehr als 120.000 Lebensmittel umfasst. Nicht gefundene Lebensmittel lassen sich problemlos händisch hinzufügen oder per Barcodescanner integrieren. Und auch der Kalorienverbrauch sportlicher Betätigungen lässt sich ermitteln und auf dem Kalorienkonto gut schreiben. Nachteilig ist, dass zur Nutzung der App eine Registrierung beim Hersteller zwingend erforderlich ist. Außerdem lässt sich das Programm nur verwenden, wenn ihr eine Netz- oder Wlan-Verbindung habt, da die Daten allesamt auf einem Online-Server des Herstellers lagern.
    Preis: Gratis
    Zum Download für iOS-Systeme

  • Gesund-genießen-App

    Das von der AOK kostenlos zur Verfügung gestellte Programm "Gesund-genießen-App" bietet mehr als 1.000 Koch- und Backrezepte. Alle Speisen sind laut der Krankenkasse besonders ausgewogen und gesund. Für Überblick sorgt eine pfiffige Sortierfunktion: Gerichte lassen sich nach der Zubereitungszeit oder Kategorien wie Geflügel, Pasta, Frühstück, Dessert, et cetera auflisten. Zu jedem Rezept könnt ihr darüber hinaus eigene Notizen erstellen. Alles in allem also ein rundum gelungenes Programm – wenn da nicht die ärgerlichen Darstellungsprobleme wären. So bemängeln viele Nutzer, dass einige Zutatenlisten ab und an nicht vollständig oder fehlerhaft angezeigt werden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass ein Update in Kürze Abhilfe schaffen wird. Beim Testlauf in der Redaktion traten die Fehler nicht auf.
    Preis: Gratis
    Zum Download für iOS-Systeme
    Zum Download für Android-Systeme

  • Schlanke Rezepte – Die 50 besten Rezepte zum genussvollen Abnehmen

    Gesunde Ernährung schmeckt fad und macht nicht satt, oder? Vom Gegenteil wollen euch die Entwickler der App "Schlanke Rezepte – Die 50 besten Rezepte zum genussvollen Abnehmen" überzeugen. Um das passende Gericht zu finden, wählt ihr zunächst eine Kategorie aus: Fisch/Meeresfrüchte, Fleisch, Vegetarisch, et cetera. Oder ihr wählt euer Rezept nach der Zubereitungszeit aus. Daraufhin erstellt das Programm eine Einkaufsliste und zeigt euch Schritt für Schritt auf, wie die Mahlzeit zuzubereiten ist. Die App lässt sich kinderleicht bedienen und bietet nützliche Funktionen wie eine Favoritenliste oder eine Küchenuhr. Aber an alles haben die Entwickler nicht gedacht: So fehlen die Nährwertangaben zu den Rezepten. Und gerade die sollte ein Kochbuch dieser Kategorie eigentlich bieten. Schade.
    Preis: 2,69 Euro

  • AOK Abnehmen mit Genuss Fettfallenfinder-App

    Wie fettreich esst ihr? Die iOS-App "AOK Abnehmen mit Genuss Fettfallenfinder-App" beantwortet die Frage, nachdem ihr aus einer Liste ausgewählt habt, was ihr den Tag über gegessen habt. Das Programm berechnet die Fettpunkte von Frühstück, Mittag- und Abendessen und erstellt eine Tages- und Wochenübersicht. Auch beim Einkaufen unterstützt euch die App: Sie durchsucht euren Einkaufszettel nach Kalorienbomben und gibt alternative, gesunde Lebensmittel an. Unterwegs zählt das Programm eure Schritte, die dann ein virtueller Fitness-Manager auswertet. Eine umfassende Rezeptdatenbank hilft bei Zusammenstellen von Mahlzeiten – inklusive Fettpunkteangabe. Das Programm basiert laut Hersteller auf wissenschaftlichen Erkenntnissen der Universität Göttingen. In sieben bis zwölf Monaten sollen Nutzer mit einem von der App entwickelten Programm lernen, sich ausgewogen und vollwertig zu ernähren sowie auf ausreichende Bewegung im Alltag zu achten.
    Der Funktionsumfang der App ist gewaltig. Das alles klingt prima, oder? Ist es auch, wenn da nicht ein Haken wäre, der auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist: "AOK Abnehmen mit Genuss Fettfallenfinder-App" wird im App Store als kostenloses Programm ausgewiesen. Das ist es aber nur während der ersten 30 Tage. Danach werdet ihr zur Kasse gebeten: Für AOK-Kunden kostet das Abnahmeprogramm 44,90 Euro, für Fremdversicherte 79,90 Euro. Ein Vorteil für AOK-Versicherte: Wer das Ernährungsprogramm durchhält, bekommt sein Geld zurück – unabhängig vom erreichten Gewicht.
    Preis: 30 Tage kostenfrei, anschließend Abo-Gebühr in Höhe von bis zu 79,90 Euro

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Fazit

Mehr als 100 Apps rund um das Thema Abspecken sind auf den Marktplätzen von iOS- und Android-Systemen zu finden. Viele davon beschreiben die Hersteller als digitale Ernährungsberater. Doch Vorsicht: Die Programme tragen diese Bezeichnung zu Unrecht, denn mit keiner App lässt sich ein medizinisch fundiertes, individuelles Programm ausarbeiten. Deshalb gilt: Wer abnehmen möchte, sollte sich von seinem Hausarzt beraten lassen und gemeinsam mit ihm einen Ernährungsplan ausarbeiten, der exakt auf die Bedürfnisse und Gegebenheiten des eigenen Körpers zugeschnitten ist. Sinnlos sind die Abnehm-Apps deshalb aber nicht. Sie erleichtern das Erfassen der tagtäglichen Nahrungszufuhr und ermöglichen damit einen sehr guten Überblick über den Kalorienhaushalt. Vorbei also die Zeiten, in denen Süßigkeiten praktisch unbemerkt in rauen Mengen beim Computerspielen oder Arbeiten konsumiert werden. Jedenfalls dann, wenn ihr die Apps gewissenhaft pflegt. Und auch eisernen Willen und Selbstdisziplin müsst ihr selber entwickeln. Dabei hilft euch kein Programm der Welt. Viel Erfolg beim Appnehmen!

 

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