
Cloud-Gaming: Kampf gegen Konsolen
Während die großen Konzerne wie Sony und Microsoft fleißig an der nächsten Konsolen-Generation feilen, dürfte in diesen Tagen die Frage erlaubt sein, wer die denn überhaupt braucht. Denn Spiele ließen sich ebenso gut auf neuen Fernsehgeräten oder Smartphones zocken. Möglich macht das "Cloud-Gaming".
Das System ist relativ einfach. Mit Hilfe von Streaming-Diensten wie "Onlive" oder auch "Gaikai" müssen Spiele nicht mehr auf dem eigenen Rechner installiert werden. Sie werden lediglich auf den Rechner gestreamt. Das bedeutet, dass der Streaming-Anbieter die Rechenleistung auf eigenen Server-Farmen übernimmt und der Spieler das Endergebnis im Browser zocken kann.
Cloud-Gaming auch über Facebook
Beispiel "Crysis2": Per Gaikai wird das Spiel ohne Installation in den eigenen Browser "gespeist". Die Steuerbefehle, wie "Links" oder "Rechts" werden per Internetverbindung an die Gaikai Server übermittelt. Dort findet blitzschnell der Rechenprozess statt, wie sich unser "Links" und "Rechts" im Spiel auswirkt. Das Endergebnis kommt wiederum blitzschnell per Netzverbindung zurück und wird im Browser dargestellt. Auch über Facebook soll es laufen.
So ist es möglich, das Spiel selbst auf leistungsschwachen Rechnern mit unterdurchschnittlicher Grafikkarte brillant darstellen zu können. Denn die eigentliche Rechenpower erledigt ja Gaikai selbst und nicht mehr der eigene PC, das Tablet oder das Smartphone. IOS Geräte werden von Gaikai derzeit noch nicht unterstützt, das soll sich aber ändern.
Cloud-Gaming - Starke Konkurenz
Was diese Technologie, die vom StartUp Unternehmen Gaikai vor rund vier Jahren entwickelt wurde, für die großen Konsolenhersteller bedeutet, dürfte wohl klar sein. Das Streamen von Spielen fordert Sony und Microsoft heraus. Denn eigentlich machen die beiden Streaming-Dienste im Grunde eine Konsole zum reinen Zocken überflüssig, sie stellen hohe Hardware-Anforderungen an Spielgeräte sogar komplett in Frage.Für internetfähige Fernseher besteht dank der Streaming-Dienste die theoretische Möglichkeit, ebenfalls Gaming anzubieten. Wer braucht dann noch eine PS4 oder die neue Xbox, könnte man sich fragen. Gaikai hatte Anfang des Jahres eine Zusammenarbeit mit Samsung bekannt gegeben.
Sony kauft Gaikai
Sony hat möglicherweise auch deshalb reagiert und den Streaming-Dienst Gaikai gekauft. Angeblich für 380 Millionen US Dollar (die US Kartellbehörde muss noch zustimmen). Mit dem Kauf hat Sony jetzt erst einmal die Hand an einer Technik, die dem japanischen Konzern wahrscheinlich auch hätte schaden können. Wird hier vielleicht schon an einem neuen Sony Flachbildschirm gearbeitet, der eigene Cloud Gaming Angebote beinhaltet? Wird sich Microsoft jetzt vielleicht den zweiten großen Streaming-Dienst Onlive "schnappen" ?Sony: "Konsolen haben ihre Daseinsberechtigung"
Die Einschätzung, dass Sony Angst vor einem Streaming Dienst wie Gaikai oder Onlive hat, teilt Sony nicht. Für Sony Pressesprecher Guido Alt ist Gaikai als eine Erweiterung des Angebots zu sehen und bedeutet keine Konkurrenz für zukünftige Konsolen-Generationen.
Konsolen haben ihre Daseinsberechtigung auch in den nächsten Jahren. Wir wollen unsere großartigen Angebote auf vielen verschiedenen Wegen zum Kunden bringen.
Die Spielezukunft wird spannend. Hoffentlich bleibt der Spieler am Ende der Gewinner. Was mit Cloud Streaming jedenfalls vorbei sein wird, ist wohl das Raubkopieren von Videospielen.
N-JOY