"Man drückt auf ein Knöpfchen und sieht, wie sich was bewegt"
N-JOY XTRA: Warum tun sich unsere Eltern mit dem Internet oder mit Computern generell schwer?
Dr. Michael Doh: Ein wesentlicher Grund ist, dass viele ältere Menschen in ihrem Arbeitsleben keinen Kontakt mehr hatten mit diesen neuen, digitalen Medien. Diese werfen erst mal viele Fragen auf: "Was ist das? Was soll ich damit anfangen? Was bringt mir das überhaupt?"
Ein weiterer Aspekt ist, dass das Internet vor allem erst mal ein "Jugendmedium" war und erst jetzt langsam von den älteren Menschen entdeckt wird.
Ein dritter, wesentlicher Aspekt: Man muss genau schauen unter welchen Bedingungen die heutigen Älteren in der Jugend groß geworden sind. Mit welchen Medien, mit welchen Techniken sind sie vertraut? Das waren völlig andere als heute. So wie man sich in der Jugend mit Technik vertraut macht, prägt es das ganze Leben.
Wie unterscheidet sich die Jugend unserer Eltern von den heutigen Jugendlichen?
Die Jugendlichen von damals kannten noch das Radio und mechanische Techniken. Man drückt auf ein Knöpfchen und hat gesehen wie sich etwas bewegt. Das war alles nachvollziehbar und begreifbar. In der heutigen Technikwelt ist vieles oft menügesteuert.
Man muss wissen, wie man mit Bedienungsoberflächen, wie Touchscreens umgeht. Man muss wissen, wie man navigiert und scrollt. Man muss lernen, mit einer Maus zu arbeiten. Man muss wissen, wie man zu welchen Ebenen gelangt und wie man wieder zurückkommt. Man muss einmal lernen, den Computer und die Software zu bedienen und weiß danach sofort wie die nächste Software und Menüführung funktioniert. Da haben es Jugendliche von heute natürlich wesentlich leichter.
Stand: 23.01.2012 14:32 Uhr
N-JOY