
E-Book-Reader im Check
Der Markt für E-Books wächst ordentlich. Immer mehr Menschen schaffen sich entsprechende Reader an. Der Vorteil: keine dicken Wälzer mehr, sondern ein schlankes Gerät, in dem nicht nur ein Buch gespeichert werden kann, sondern über tausend.
Bücherfans tut es in der Seele weh, diesen Trend mit anzusehen. Denn E-Books sind kühl und steril, haben keinen Charakter wie ein Buch. Jedes Buch erzählt eine Geschichte über seinen Besitzer: Wie viele Eselsohren sind drin, welche Stellen sind mit Notizen am Rand hervorgehoben, trinkt er Kaffee beim Lesen, war er zu Tränen gerührt? All das fällt weg mit einem eBook. Andererseits muss sich niemand mehr mit schweren Umzugskartons plagen und sich nicht ärgern, die falsche Urlaubslektüre gekauft zu haben. Ein neues Buch ist schnell gefunden. E-Books sind in der Regel sogar zehn bis zwanzig Prozent günstiger als die gebundene Ausgabe.
Für alle, die schon länger mit dem Gedanken spielen, dem Praktischen den Vortritt zu geben, haben wir uns eine Auswahl an E-Book-Readern genauer angesehen. Hier erfahrt ihr, welche Vorteile und Nachteile die unterschiedlichen Geräte haben und worauf ihr achten solltet.
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Kindle 4
Im Gegensatz zum Vorgänger hat das Kindle 4 keine Tastatur mehr, kein Audio und kein UMTS. Dafür ist es weniger klobig. Um Text einzugeben werden die Buchstaben nicht per Touchscreen (bisher nur in den USA), sondern über Navigationstasten gesucht und gefunden. Das ist relativ mühsam, weil es sich nicht um eine Abbildung einer normalen Computertastatur handelt, sondern die Buchstaben nach dem Alphabet sortiert sind.
Das Kindle hat einen sehr guten Bildschirm und nutzt sogenannte elektronische Tinte (E-Ink). Anders als bei hintergrundbeleuchteten LCD-Bildschirmen ermüden die Augen auch nach langem Lesen nicht. Selbst bei Sonnenschein ist das Display gut erkennbar. Auf dem zwei Gigabyte-Speicher ist für bis zu 1.500 Bücher Platz.
Auch die Akkulaufzeit überzeugt: Mehr als vier Wochen sind drin.
Da es sich um ein Amazon-Gerät handelt, ist die Nutzung der Amazon-Inhalte sehr komfortabel. Inhalte anderer Anbieter unterstützt das Kindle kaum oder gar nicht. Wer also eine Kindle kauft, bindet sich mehr oder weniger an Amazon. Andere Formate müssten am PC zunächst in das Amazon-Format umgewandelt werden.
Preis: 99 Euro
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Oyo II von Thalia
Der Oyo II ist ein Versuch des Buchhändlers Thalia auf E-Book-Reader-Kundenfang zu gehen. Über WLAN kann man sich mit dem Thalia-Onlineshop verbinden und seine elektronische Büchersammlung erweitern. Ebenfalls kann man auf die Angebote von Buch.de und bol.de zugreifen.
Auch wenn die zweite Version des Oyo mit einem schnelleren Prozessor versehen ist, merkt man davon laut Tests wenig. Der Oyo verfügt zwar über einen Touchscreen, aber der reagiert etwas zeitverzögert. Umblättern kann somit manchmal zu einer kleinen Geduldsprobe werden, wie auch die Texteingabe. Der Übergang vom Display zum Rahmen verläuft leider nicht auf einer Ebene, sodass an den Rändern unschöne Schatten entstehen können.
Wer den Oyo erstmalig einschaltet, muss sich zunächst registrieren. Dafür sollt ihr erst mal das WLAN-Netz einrichten. Wenn ihr damit fertig seid, könnt ihr euch als Nutzer aktivieren. Tipp: Wer sich als Neukunde anmeldet, sollte das zunächst über den normalen PC tun. Denn der Weg über den E-Book-Reader kann mühsam werden. Manchmal wird die Anmeldung auch gar nicht abgeschlossen. Bereits registrierte Kunden haben problemlos Zugriff.
Der Oyo unterstützt sämtliche Dateitypen: EPUB, PDF, TXT, HTML, JPEG, PNG, BMP und MP3. Letzteres gibt zu erkennen, dass mit dem Oyo auch Musik abgespielt werden kann.
Preis: ca. 120 Euro -
Sony Reader PRS-T1
Der Sony Reader hat einen funktionierenden Touchscreen, WLAN und ist handlich schlank. Anders als beim neuen Kindle kann man mit dem Sony-Reader auch Musik abspielen. Zwar verfügt der Reader mit 1,3 Gigabyte über einen relativ kleinen Speicher, der lässt sich allerdings problemlos auf bis zu 32 GB aufrüsten. Mit dem Sony-Reader lassen sich die unterschiedlichsten Dateiformate wie PDF oder EPUB lesen.
Wie auch beim Kindle gibt's bei Sony ein E-Ink-Display, das langes Lesen verspricht, ohne die Augen zu ermüden. Blättern kann man mit einer Fingergeste.
Der Touchscreen ermöglicht auch mit der Tastatur eine schnelle Eingabe. Anders als beim Kindle ist bei Sony eine echte Tastatur abgebildet und dadurch eine leichte Orientierung sichergestellt.
Auf dem Zwei-Gigabyte-Speicher lassen sich bis zu 1.200 Bücher ablegen. Allerdings ist die Verbindung zum Reader-Store in Deutschland noch nicht freigeschaltet. Das Einkaufen über WLAN geht nicht besonders schnell. Es empfiehlt sich also, die Bücher normal mit dem PC in E-Book-Shops zu kaufen und dann auf den Reader zu laden. Hier hat man die Auswahl zwischen allen Shops, die EPUB verwenden und das sind bis auf Amazon alle. Der fehlende integrierte Shop ist allerdings ein echter Nachteil und rechtfertigt den Preis für das Gerät nicht.
Preis: 149 Euro -
Kobo eReader Touch
Dieser Reader verfügt über einen Sechs-Zoll-Touchscreen und ist in vier Farben erhältlich. Der Kobo eReader arbeitet ebenfalls mit der E-Ink-Technologie, die ein angenehmes Lesen verspricht. Auch bei hellem Licht ist die Schrift gut lesbar.
Wird der eReader das erste Mal in Betrieb genommen, muss zunächst ein Setup ausgeführt werden. Dafür schließt ihr das Gerät über ein USB-Kabel an den PC an. Vorher muss allerdings die Software für den eReader auf den Computer geladen werden, sonst funktioniert es nicht. Erst dann kann ein Konto bei Kobo eingerichtet werden. Nicht beirren lassen, dass das nur auf Englisch funktioniert. Im Anschluss lässt sich in den Einstellung des Readers die Deutsche Sprache wählen.
Der Kobo eReader kann die Dateitypen EBUP, PDF, MOBI, TXT, HTML, RTF, CBZ, CBR, JPEG, GIF, PNG, BMP und TIFF lesen. Auch Bücher aus anderen Shops können gelesen werden, wenn sie über einen offenen Standard verfügen.
Der Touchscreen reagiert schnell auf Berührung. Die virtuelle Tastatur lässt sich gut und einfach bedienen.
Laut Anbieterangaben hat der Kunde im Kobo-Shop über 80.000 Bücher zur Auswahl. Die Verbindung zum Shop wird über WLAN hergestellt. Bei gezielter Suche empfiehlt sich Vor- und Nachname des Autors einzugeben. So wird man am schnellsten fündig.
Der Akku soll etwa einen Monat halten. Der interne Speicher lässt sich auf bis zu 32 Gigabyte erweitern und bietet Platz für rund 30.000 Bücher.
Preis: ab 137 Euro -
Weltbild eBook Reader
Der neue Weltbild eBook Reader ist ein hauseigener Reader der Verlagsgruppe. Auf den ersten Blick ist das Gerät schlicht schwarz und verfügt über einen angenehm großen Sieben-Zoll-Bildschirm in Farbe. Auf seinem zwei Gigabyte großen Speicher lassen sich weit über tausend Bücher speichern. Wer nicht bei Weltbild selbst kaufen will, obwohl die Auswahl an E-Books in Deutschland am größten ist, kann aber auch problemlos andere Formate öffnen. Der Weltbild-Reader erkennt EPUB, PDF, TXT, FB2, Adobe® DRM, MP3, OGG, WAV, WMA, JPG, BMP und GIF.
Der Reader verfügt über keinen Touchscreen. Die Bedienung des Gerätes erfolgt ausschließlich über die Tasten am rechten Geräterand. Die Tasten haben gute Druckpunkte, nur das Steuerkreuz zeigt sich etwas widerspenstig.
Das Display hat nur eine 800x400 Pixel große Auflösung wie ein Smartphone. Und die Hersteller setzen nicht auf die bewährte E-Ink, sondern bieten einen LCD-Bildschirm an. Ein längeres Lesen wird dadurch nicht gerade zum Vergnügen, weil die Augen irgendwann ermüden und brennen. Zudem hat man mit dem LCD-Screen gleich noch einen Nachteil: Er frisst ordentlich Strom, was sich auf den Akkuverbrauch ungünstig auswirkt. Gerade mal acht Stunden schafft er. Dafür werden die Inhalte in Farbe dargestellt, das kann E-Ink wiederum nicht leisten.
Der Weltbild-Reader ist ein bisschen wie eine Eier legende Wollmilchsau. Musikplayer, Fotoalbum und Buch. Er will alles in einem sein und das wirkt sich auf die Qualität aus. Zwar ist der Preis unschlagbar günstig, aber auf Dauer hat man wohl mit einem etwas teureren Gerät mehr Freude. Zumindest, wenn es primär darum geht, Bücher zu lesen.
Preis: 59,99 Euro
N-JOY