Mark Zuckerberg über die Facebook-DNA
Charles Miller: Die Dinge, die heute veröffentlicht wurden, waren wirklich erstaunlich. In einem gewissen Sinn ist Facebook jetzt also nicht mehr nur ein Ort für Momentaufnahmen des Lebens, sondern kann jetzt auch eine Autobiografie sein.
Mark Zuckerberg: Eine Menge Menschen wollte schon seit Jahren Dinge auf Facebook miteinander teilen. Und bis vor Kurzem konnte man richtig gut nur den jüngsten Teil vom Leben einer Person sehen. Wir wollten den Leuten helfen, die Geschichte ihres gesamten Lebens zu erzählen. Daran haben wir seit mehr als einem Jahr gearbeitet und freuen uns sehr, dass es jetzt geht und wir es mit den Leuten teilen können.
Miller: Welche der Dinge, die Sie uns heute vorgestellt haben, finden Sie persönlich am spannendsten?
Timeline und Apps
Die am 22. September vorgestellten neuen Apps können automatisiert posten, was dann sofort auf der "Timeline" erscheint. Zum Beispiel: "Mark Zuckerberg liest gerade einen Artikel über Hundeerziehung." Zuckerberg muss dafür nicht mehr auf dem Artikel einen "Like"-Button anklicken, wenn er die App der Hundezeitschrift aktiviert hat. Kritiker bemängeln, dass auf diese Weise der Alltag eines Menschen minutiös aufgezeichnet wird. Die "Timeline", auf Deutsch "Chronik" bereitet sämtliche Aktivitäten der Nutzer chronologisch auf.
Zuckerberg: Es gibt ja zwei große Dinge, die wir eingeführt haben. Das eine ist die Timeline, die wir heute allen gegeben haben, einen Ort, an dem die Leute ihre ganze Lebensgeschichte erzählen können. Und die zweite Sache ist, dass man diese ganz neue Art von Apps gemeinsam mit seinen Freunden nutzen kann. Ich freue mich wirklich über beide. Sie bergen ein großes Potenzial, denn alles, was man in der Welt macht, ist besser, wenn man es mit seinen Freunden tut. Ich glaube, dass Apps und Timeline dieses gemeinsame Erleben erlauben und dass es richtig cool wird.
Miller: Wird Facebook bald etwas sein, das man gar nicht mehr verlässt?
Zuckerberg: Mehr als eine halbe Milliarde Menschen benutzt Facebook jetzt täglich. Wir finden das ziemlich unglaublich. Wir versuchen die Leute aber nicht dazu zu bewegen, mehr Zeit auf Facebook zu verbringen. Wir versuchen diese Zeit so wertvoll für sie zu machen, dass sie jeden Tag hierher zurückkommen. Wir möchten nur, dass es sich für jeden wirklich lohnt und gut für alle ist.
Miller: Warum möchten Sie, dass wir Dinge miteinander teilen?
- Teil 1: Zuckerberg über ... die Timeline und die neuen Apps
- Teil 2: ... über das, was ihn antreibt
- Teil 3: ... über das Ziel von Facebook
Stand: 22.09.2011 10:00 Uhr
N-JOY 