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Abzocke bei Facebook: Apple-Gewinnspiel

von Dennis Bangert und Veronika Pohl

Mit mehr als einer Milliarde Mitgliedern ist das soziale Netzwerk Facebook inzwischen ein beliebtes Ziel von Kriminellen. Selbst wenn nur ein verschwindend geringer Bruchteil aller Nutzer auf einen Betrug reinfällt, lohnt sich das bei diesen Größenordnungen für die Betrüger.

Ein iPhone für lau, ein geschenktes iPad oder ein kostenloses Mac Book? Die Angebote des Facebook-Gewinnspiels klingen verlockend. Und alles was ihr dafür tun müsst: Die Facebook-Seite der Anbieter "liken", den entsprechenden Gewinnspiel-Beitrag teilen und ein Kommentar mit dem erhofften Gewinn abgeben. Klingt zu einfach und schön, um wahr zu sein? Ist es auch! Momentan locken Betrüger mit dieser Masche arglose Facebook-Nutzer in die Falle.

Was versprechen sich die Betrüger davon?

Bild eines Fake-Gewinnspiels bei Facebook
Hinter dem aktuellen Fake-Gewinnspiel versteckt sich noch keine Schadsoftware (Stand: 19. Februar 2013), die Macher sind derzeit auf etwas Anderes aus: "Likes". Der Grund: Eine Seite mit vielen Fans erscheint seriöser als ein brandneuer Facebook-Account. Haben die Betrüger genug "Likes" gesammelt und ihrer Seite damit einen scheinbar seriösen Anstrich verpasst, werden sie wahrscheinlich auf ein neues Gewinnspiel-Modell umsteigen und damit dann Schadsoftware verteilen oder den Teilnehmern fiese Abo-Modelle unterschieben. Weitere Infos zu den unterschiedlichen Betrugsmaschen auf Facebook bekommt ihr in der Klappbox unten.

Betrüger ganz leicht erkennen

Oft lassen sich solche gefälschten Gewinnspiele und Facebook-Seiten daran erkennen, dass sie kein ordentliches Impressum haben. Wie bei Internetseiten und Blogs gilt auch für Facebook-Seiten eine sogenannte Impressumspflicht. Das heißt: Die Betreiber müssen unter anderem Name und Anschrift angeben, bei geschäftsmäßigen Seiten sogar die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer. Fehlen solche Angaben, könnt ihr in der Regel von Betrügern ausgehen. Ein zweiter Hinweise auf gefälschte Gewinnspiele: In den Facebook-Richtlinien zur Durchführung von Gewinnspielen ist die Nutzung von "teilen", "Gefällt mir"-Angaben oder "kommentieren" ausdrücklich untersagt. Setzt ein Gewinnspiel ausdrücklich auf diese Funktionen, lasst die Finger davon!

 

Typische Abzockmaschen der Facebook-Betrüger

  • Gefälschte Profile (1/2)

    Betrüger kopieren hier gleich ganze Accounts. Dabei nehmen sie sich das aktuelle Profilbild und die wichtigsten Infos und eröffnen damit ein neues Facebook-Konto. Anschließend verschicken die Kriminellen Freundschaftsanfragen an die Freunde des Original-Accounts. Danach beginnen sie mit ihren Tricks: Die Betrüger verschicken Privatnachrichten, in denen sie finanzielle Probleme vortäuschen und Geld borgen wollen. Bei den bekannt gewordenen Fällen wurden User darum gebeten, Paysafe-Karten im Wert von 100 Euro für ihre vermeindlichen Freunde einzulösen - eine Prepaid-Methode, mit der sich schnell und ohne Kreditkarte Geld überweisen lässt. Wer auf diesen Trick hereinfällt, sieht sein Geld jedoch nie wieder.

    Ein andere häufig genutzte Masche: Die Betreiber des Fake-Accounts fragen nach der Handy-Nummer ihrer Freunde, oft mit der Ausrede, sie hätten ihr altes Handy verloren. Rückt ihr die Nummer raus, dauert es nicht lang, bis ihr einen Code per SMS bekommt. Leitet ihr den Code nun ebenfalls an den Fake-Account weiter, droht euch bei der nächsten Telefonrechnung ein böses Erwachen. Mit der Telefonnummer und dem SMS-Sicherheitscode lassen sich über den Bezahldienst "Zong" Ausgaben tätigen, die anschließend über die Telefonrechnung abgewickelt werden. Auf beide Tricks dürft ihr also in keinem Fall eingehen. Versucht eure betroffenen Freunde direkt zu erreichen und über die Vorgänge aufzuklären.

    (Zum Weiterlesen auf den Pfeil klicken)

  • Gefälschte Profile (2/2)

    Die AGBs von Facebook schreiben fest, dass es verboten ist, eine andere Person über ein gefälschtes Profil zu imitieren. Um Betrüger zu melden, klickt auf deren Profil und wählt das "Einstellungen"-Rädchen. Hier findet ihr den Punkt "melden". Als Begründung könnt ihr angeben, dass es sich um ein gefälschtes Profil handelt.

    Um euch selbst vor dem Profil-Diebstahl zu schützen, solltet ihr eure Sicherheitseinstellungen überprüfen: Eure Fotos sollten nicht öffentlich, sondern nur für direkte Freunde sichtbar sein, Kontaktdaten wie E-Mail und Telefonnummer am besten gar nicht. Auch Adressen und Bank-Verbindungen solltet ihr niemals über soziale Netzwerke weitergeben. Achtet außerdem darauf, dass eure Freundesliste nicht öffentlich ist, um "falschen Freunden" keine Chance zu geben.

    Weitere Tipps zur Profileinstellung gibt's bei Facebook unter "Wie kann ich mein Konto schützen".

  • Gefälschte Fanseiten

    Gefälschte Fanseiten verbinden meist die "Gefällt mir"-Angaben mit der Verpflichtung, die Seite auch zu "Teilen". So sichern sich die Betrüger eine möglichst große Verbreitung unter den Facebook-Nutzern. Oft werben solche Seiten mit Gutscheinen oder anderen Geschenken für die ersten zigtausend Fans. Mit solchen Seiten verfolgen die Betrüger unterschiedliche Ziele. Zum Beispiel können über Links auf der Fanseite auch Viren und Trojaner verbreitet werden oder die Verantwortlichen betreiben damit "Likejacking". Dabei klicken Nutzer auf "Gefällt mir", ohne davon etwas zu merken. Solche Fanseiten können aber auch dazu dienen, persönliche Daten zu sammeln. Bevor ihr bei einer Facebook-Seite auf "Gefällt mir" klickt, werft einen Blick in die "Info"-Box. Bei gefälschten Fanseiten ist diese meist recht dürftig. Auch ein sicherer Hinweise: Ist die Pinnwand der Seite für Nutzerbeiträge gesperrt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um eine gefälschte Fanseite handelt.

  • Fake-Mails

    Facebook bietet die Möglichkeit, euch bei Nachrichten, Kommentaren oder Pinnwandeinträgen per Mail auf dem Laufenden zu halten. Das machen sich auch Kriminelle zunutze. Hier gilt: Verlangt die Mail persönliche Daten, lasst Vorsicht walten. Um auf Nummer sicher zu gehen, solltet ihr nicht dem Link in der Mail folgen, sondern ganz normal über die Web-Adresse www.facebook.com auf das soziale Netzwerk zugreifen. So landet ihr definitiv nicht auf einer gefälschten Internetseite und schützt euch vor Phishing, also dem Abgreifen eurer persönlichen Zugangsdaten.

  • Fake-Chatnachrichten

    Ähnlich wie Fake-Mails funktionieren auch gefälschte Chatnachrichten. Meist lockt ein Link mit verheißungsvoller Überschrift zum schnellen Klick ein. Das Perfide: Diese Nachricht kommt oft von Freunden, was sie automatisch vertrauenswürdiger macht. Allerdings wissen eure Freunde im Allgemeinen nicht, dass sie euch überhaupt etwas geschickt haben. Seid ihr euch nicht sicher, fragt einfach mal bei ihnen nach. Dadurch wird schnell klar, ob es sich um einen Fake handelt oder nicht. Das Googeln der Zieladresse kann ebenfalls sehr aufschlussreich sein. Deutsche Nutzer sind bei der Erkennung auch klar im Vorteil: Ein Großteil der Fake-Nachrichten sind in Englisch. Ziel solcher Fakes ist das Abgreifen persönlicher Informationen (Phishing) sowie das Verbreiten von Trojanern oder Viren.

  • Fake-Videos

    Bei gefälschten Videos setzen die Betrüger auf eine ähnliche Masche wie bei Fake-Chatnachrichten: möglichst reißerische, spektakuläre Überschriften. Hinzu kommt dann noch ein verheißungsvolles Bild. Um das Video zu sehen, soll man Fan einer Seite werden und diese teilen. Wie bei gefälschten Fanseiten lässt sich der Betrug oft an den zusätzlichen Infos erkennen. Aber auch das Googeln der Überschrift des Videos gibt Aufschluss. Ziel ist auch hier das "Likejacking" oder das Verbreiten von Trojanern, Viren und Würmern.

  • Fake-Gewinnspiele

    Bild eines Fake-Gewinnspiels bei Facebook
    Oft lassen sich solche gefälschten Gewinnspiele und Facebook-Seiten daran erkennen, dass sie kein ordentliches Impressum haben. Wie bei Internetseiten und Blogs gilt auch für Facebook-Seiten eine sogenannte Impressumspflicht. Das heißt: Die Betreiber müssen unter anderem Name und Anschrift und bei geschäftsmäßigen Seiten noch die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer angeben. Fehlen solche Angaben, könnt ihr in der Regel von Betrügern ausgehen. Ein zweiter Hinweise auf gefälschte Gewinnspiele: In den Facebook-Richtlinien zur Durchführung von Gewinnspielen ist die Nutzung von "teilen", "Gefällt mir"-Angaben oder "kommentieren" ausdrücklich untersagt. Setzt ein Gewinnspiel ausdrücklich auf diese Funktionen, lasst die Finger davon!

  • Hoaxes

    Am harmlosesten unter den Facebook-Fakes sind die Falschmeldungen – sogenannte Hoaxes. Die richten keinen unmittelbaren Schaden an. Meist dienen diese Nachrichten der Panikmache. Erkennbar sind die Fakes oft daran, dass die zeitlich relativ ungenau gehalten sind. Konkrete Daten sucht man vergebens. Oft versuchen die Verantwortlichen der Meldung auch mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen, indem sie namhafte Firmen als Quelle nennen. Auch hier hilft eine kurze Internetsuche, um nicht auf den Fake reinzufallen.

    Beispiel für solch einen Hoax war der "Protest" gegen die neuen Geschäftsbedingungen bei Facebook. Es wurde suggeriert, dass man mit einem simplen Pinnwandbeitrag den AGB widersprechen kann. Das ist natürlich absoluter Quatsch. Zum Einen hat Facebook die AGB bereits im Juni 2012 geändert und zum Anderen hat ein derartiger Post keinerlei rechtliche Relevanz.

    Diese sogenannten Hoaxes gibt es bei Facebook immer wieder. Beliebt sind auch Meldungen zu kostenpflichtigen Likes oder Abo-Modellen bei Facebook (sofern man den entsprechenden Beitrag nicht teilt) oder Warnungen vor bestimmten Facebook-Mitgliedern, deren Freundschaftsanfragen man auf keinen Fall annehmen soll.

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Hilfreiche Links

Eine Übersicht über aktuelle Hoaxes und Fakes bekommt ihr auf der Internetseite Mimikama und dem dazugehörigen Facebook-Profil "Zuerst denken, dann klicken" (kurz ZDDK). Auch die Hoax-Infoseite der TU Berlin hält euch auf dem Laufenden. Da erfährt man dann auch, dass Diebe keine Schlüsselanhänger mit GPS-Chip an Tankstellen ausgeben.

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