
Kampf der Internetgiganten
Es geht in die nächste Runde für die beiden Giganten im Internetgeschäft. Google startet mit seinem Google+ sein eigenes soziales Netzwerk und greift damit Konkurrent Facebook an. Bisher hat Internetriese Google die klare Oberhand in Sachen „Suchen und Finden“. Konkurrent Facebook dagegen punktet mit seinem sozialen Netzwerk, dem "Gefällt mir"-Button und FarmVille.
Jeder ist in seiner Sache gut, doch das reicht den beiden Streithähnen nicht. Für beide geht es um die Macht im Internet, denn die Nutzer wollen immer häufiger beides zusammen: Internetsuche verknüpft mit sozialem Netzwerk. Während Facebook sich immer mehr mit Microsoft's Suchmaschine Bing zusammentut, um Google den Rang beim Suchen und Finden abzulaufen, baut Google jetzt auf der anderen Seite sein eigenes soziales Netzwerk auf.
Wir haben mal geschaut, wer zur Zeit die Nase vorne hat und wer sie in Zukunft vermutlich vorne haben wird.
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Runde 1: Suchen und Finden
Da muss man nicht viel zu sagen. Beim Suchen und Finden ist Google der ganz klare Sieger. 1999 löste Google - nach nur einem Jahr - die bis dahin führende Suchmaschine Alta Vista ab. Seitdem ist der Konzern nicht mehr wegzudenken. Laut einer Statistik des Unternehmens "Net Applications" suchten 2011 bislang über 84 Prozent der Menschen auf der ganzen Welt mit Google. Dahinter liegt Yahoo mit nur 5,9 Prozent.
Bing, die Suchmaschine von Microsoft, mit der Facebook immer häufiger zusammenarbeitet, hat demnach gerade mal 3,8 Prozent. Nicht umsonst steht in unserem Duden mittlerweile das Wort googeln ['gu:g l̩n] für "mit Google im Internet suchen". Ganz klarer Sieger und nicht so schnell vom Thron zu stoßen ist hier also Google.
Es steht 1:0 für Google.
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Runde 2: Soziales Netzwerk
Facebook gibt es seit 2004 und das Netzwerk hat nach eigenen Angaben mittlerweile weltweit über 500 Millionen aktive Nutzer. Aktive Nutzer sind diejenigen, die sich innerhalb von 30 Tagen mindestens einmal einloggen. So viele Nutzer hat kein anderes soziales Netzwerk. Twitter folgt auf Platz zwei mit 200 Millionen registrierten Nutzern. Der ehemalige Marktführer My Space wurde 2008 von Facebook abgelöst, seitdem sinken dessen Nutzerzahlen ständig. Jetzt wurde My Space vom Besitzer News Corp. sogar verkauft.
Google dagegen hat mit kleineren Versuchen im sozialen Netzwerk bisher keinen Erfolg gehabt und schickt jetzt den groß angekündigten Facebook-Konkurrenten Google+ ins Rennen. Das neue Netzwerk ist zur Zeit noch in der Testphase, man kann sich nur auf Einladung einloggen. Solch eine Einladung hat Marcus Schwarze, der in seinem Blog berichtet wie Google+ funktioniert. Ganz klarer Sieger bei den sozialen Netzwerken ist zur Zeit also Facebook.
Gleichstand im Kampf Google gegen Facebook, 1:1. -
Runde 3: Der Name
Google oder Facebook? Welcher Markenname ist wertvoller? Jedes Jahr ermittelt die Marketing-Unternehmensberatung MillwardBrown Optimor die Top 100 Markennamen der Welt. Google mischt schon lange oben mit, wurde auf Platz eins aber in diesem Jahr abgelöst - von Apple. Google ist 2011 damit auf Platz zwei mit einem Markenwert von 111 Milliarden US-Dollar, Tendenz allerdings ganz leicht fallend (- 2 Prozent).
Die Marke Facebook ist 2011 in der Liste der Markennamen rasant nach oben gewandert und steht jetzt auf Platz 35; mit einem Markenwert von 19 Milliarden US-Dollar. 2011 ist Facebook mit + 246 Prozent der Top-Aufsteiger des Jahres. Trotzdem, der Punkt geht an Google.
2:1 für Google. -
Runde 4: Geld Geld Geld
Jetzt zählen nackte Tatsachen. Die Zahlen: Wie viel Umsatz macht Google im Jahr? Wieviel Facebook?
Google hat im Jahr 2010 insgesamt 19 Milliarden US-Dollar nur durch Werbung auf den eigenen Webseiten umgesetzt. Das ergeben Berechnungen von Spiegel Online. Facebook macht demnach nur ein Zehntel des Umsatzes von Google. Aber was verdienen beide pro Nutzer? Auch das hat Spiegel Online ermittelt. Facebook verdiente 2010 pro Nutzer gut drei Dollar, Google dagegen 19 Dollar. Ein riesen Unterschied, obwohl beide ihr Geld ausschließlich durch Anzeigen verdienen.
Ein Grund könnte sein, dass die Nutzer eher auf Werbung klicken, wenn sie gerade auf der Suche nach etwas sind, als wenn sie privat im Netzwerk surfen. Lässt sich mit einer Suchmaschine also generell mehr Geld verdienen als mit einem sozialen Netzwerk? Im Moment sieht es so aus und deshalb: Punkt für Google.
Das heißt dann 3:1 für Google. -
Runde 5: Die Legende
Erfolg hat auch etwas mit Image zu tun. 1995 lernen sich Larry Page (damals 22) und Sergey Brin (damals 21) an der Universität Stanford kennen. Sie sitzen an ihrem Doktortitel der Informatik und entwickeln nebenbei eine Suchmaschine, die zunächst noch über die Server der Uni läuft. Bald ziehen die beiden mit ihrer Idee in eine Garage und beantragen 1998 die Firmengründung von Google Inc.. Und obwohl der Markt für Suchmaschinen längst aufgeteilt scheint, rollt Google das Feld von hinten auf. Seitdem wächst das Unternehmen immer mehr und beschäftigt mittlerweile über 20 000 Menschen.
Facebook startete 2004 als soziales Netzwerk von Harvard-Studenten. Entwickelt und gegründet von Mark Zuckerberg, damals Student. Bis heute gibt es Streitigkeiten um die Gründung des Netzwerkes, doch Zuckerberg ist nach wie vor der Kopf hinter der Plattform. Mittlerweile wurde seine Geschichte sogar im Kino verfilmt. Seit die Plattform 2006 für jedermann geöffnet wurde, wächst die Zahl der Nutzer unaufhörlich. Facebook Inc. beschäftigt zwischen 1 000 und 2 000 Mitarbeiter. Entscheidung: Beides beeindruckende Firmengeschichten und innovative Gründerväter. Dieses Mal bekommen beide einen Punkt.
Also 4:2 für Google. -
Runde 6: Wer bietet mehr?
Facebook bietet nur eines: sein soziales Netzwerk. Darin enthalten sind aber viele, viele Möglichkeiten sich lange zu beschäftigen. Freunde finden und kontaktieren, private Nachrichten schreiben, Veranstaltungen organisieren, Gruppen beitreten, Umfragen durchführen, Fotos und Videos tauschen, Notizen machen und vor allem die verschiedenen Apps ausprobieren. Das geht von FarmVille über Sprücheprogramme bis hin zu Horoskopen. Bei Facebook kann man sich den ganzen Nachmittag aufhalten und spielen, wenn man möchte.
Bei Google sucht man nicht mehr einfach nur im Web, sondern speziell nach Bildern, Videos, Blogs, Büchern oder durchsucht mit einem Programm gleich den eigenen Computer. Aber es gibt noch mehr: mit Google Chrome zum Beispiel gibt es einen eigenen Browser. Google Earth bietet den Usern auf dem Bidschirm die ganze Welt von oben an und mit Streetview kann man zusätzlich durch viele Straßen der Welt fahren. Außerdem bietet Google die Möglichkeit, eigene Daten zu verwalten: Mail, Blog, Kalender, Fotos organisieren, all das geht mit Google.
Zur Punktevergabe. Ganz klar, Facebook bietet viel und viele User verbringen viel Freizeit dort. Google bietet Dinge, die für viele mittlerweile unverzichtbar geworden sind. Deshalb geht der Punkt wieder an Google.
Endstand 5:2 für Google.
Fazit
Google bietet im Moment mehr im Netz, doch kann es Google auch schaffen weiter vor Facebook zu bleiben? Der ehemalige Chef Eric Schmidt blickte in Interviews schon reumütig auf vertane Chancen bei der Entwicklung sozialer Netzwerke zurück. Man habe sich sogar bemüht, sich mit Facebook zusammenzutun, sei jedoch gescheitert.Und genau hier drückt Google der Zahn der Zeit. Auch Experten von Heise online sehen das so. Google müsse schon einiges bieten, um Facebook Nutzer zu klauen. Das neue Netzwerk Google+ komme zwar ganz nett daher, aber so wie es jetzt sei, werde es Facebook nicht verdrängen. Google werde jetzt sicherlich schnell Drittanbieter rekrutieren, die Apps und Spielereien programmieren. Der Suchgigant muss jetzt die Nutzer über die Suchmaschinen abgreifen und in seine Richtung stupsen, so der Experte von Heise online. Sonst wird es Google nie schaffen, Facebook ernsthaft Konkurrenz zu machen in Sachen soziales Netzwerk.
Stand: 30.06.2011 18:00 Uhr
N-JOY