Die Band Pussy Riot protestiert mit einem Punk-Gebet in einer Kirche gegen Putin. © picture alliance / dpa Fotograf: Mitya Aleshkovsky

Pussy Riot schuldig gesprochen

von Dennis Bangert

Das Gericht im Moskau hat sein Urteil gefällt. Die drei Musikerinnen von Pussy Riot, die wegen religiös motivierten Rowdytums angeklagt waren, wurden schuldig gesprochen. Mittlerweile steht auch das Strafmaß fest. Das Gericht verurteilte die Musikerinnen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Damit liegt die Strafe nur knapp unter der von der Staatsanwaltschaft geforderten dreijährigen Haftstrafe. Die verantwortliche Richterin warf Nadeschda Tolokonnikowa, Maria Alechina und Jekaterina Samuzewitsch vor, die "öffentliche Ordnung verletzt" und "die Gefühle der Gläubigen beleidigt" zu haben.

Weltweit hatten Politiker, Künstler und Prominente ihre Solidarität bekundet und Sympathisanten immer wieder mit Protestaktionen auf das Schicksal der Freiheitskämpferinnen aufmerksam gemacht. Auch heute hatten Unterstützer noch einmal zu einer spontanen Versammlung aufgerufen, bei der auch die Urteilsverkündung verfolgt wurde. Weltweit organisierten die Menschen über die Internetseite freepussyriot.org und soziale Netzwerke sogenannte Smart Mobs – also Protestaktionen, die in ihrer scheinbaren Spontaneität an die spaßigen Flashmobs erinnern, aber einen politischen Hintergrund haben.

Smart Mob in Hamburg

In mehreren großen deutschen Städten wie Berlin, München oder Frankfurt fanden ebenfalls Protestaktionen statt. Auch in Hamburg riefen Unterstützer zum Treffen auf. Über eine eigene Facebook-Seite organisierten sie ihren Protest. Um 12 Uhr ging es in der Hansestadt auf dem Tschaikowsky-Platz los. Das mitbringen von Skimützen oder Sturmmasken war ausdrücklich erwünscht. N-JOY war ebenfalls vor Ort und hat Eindrücke von der Protestaktion in der Bildergalerie zusammengefasst.

Der Hintergrund

Im Februar 2012 stürmte die russische Punkband Pussy Riot mit Skimasken eine russisch-orthodoxe Kathedrale in Moskau und protestierte mit dem "Punk Gebet" gegen die Wahl von Präsidentschaftskandidat Putin: "Mutter Gottes, du Jungfrau, vertreibe Putin (...)". Die Protestaktion der maskierten Musikerinnen wird schnell beendet, die Musikerinnen werden festgenommen und kommen in Untersuchungshaft. Das Video dieses Auftritts landete allerdings im Internet und machte die Band praktisch über Nacht  zum Symbol des Widerstands gegen den russischen Staat und seine Interpretation von Freiheit.

Aktuelle Kommentare
Ulrike2104 schrieb am 18. August 2012 um 06:37 Uhr:

PuSSY Riot

ich finde es schlimm wenn man in Russland von Demokratie spricht und dann eine russische Musik Gruppe wie pussy Riot deshalb fest nimmt nur weil sie ihre Meinung gesagt haben. also wenn man das... [mehr]

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