Samsung Galaxy Note 2

Sicherheitslücke bei Android-Handys

von Dennis Bangert

Am 26. September 2012 machte die Meldung die Runde, dass Samsung-Smartphones mit einem einfachen Zahlencode auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt werden können. Jetzt zeigt sich, dass nicht nur Handys des südkoreanischen Unternehmens von dem Problem betroffen sind, sondern auch andere Android-Smartphones diese Sicherheitslücke aufweisen.

USSD-Steuerbefehle

Schuld sind die sogenannten USSD-Steuerbefehle. Diesen Befehl gebt ihr normalerweise über die Tastatur eures Handys ein und führt sie mit einem Druck auf die Anruf-Taste aus. Die Eingabe von "*100#" (ohne Anführungszeichen) startet bei vielen Handy-Netzen zum Beispiel die Abfrage nach dem aktuellen Kontostand. Problematisch ist, dass ihr mit diesen USSD-Befehlen noch viel mehr machen könnt – wie das Handy auf die Werkseinstellungen zurückzusetzen oder die SIM-Karte zu sperren

Nicht nur Samsung-Handys betroffen

Das Problem: Viele Android-Smartphones akzeptieren diese Codes auch, wenn sie nicht direkt am Gerät eingegeben werden. Es reicht, wenn ihr mit eurem Handy auf eine infizierte Webseite surft oder einen QR-Code scannt. Hinter dem viereckigen Barcode kann sich ebenfalls der Befehl verstecken, euer Handy zu löschen oder die SIM-Karte zu sperren.

Update und App schützen

Bild des Samsung Galaxy S3
Nihct nur Samsung-Handys sind betroffen.
Laut eines Medienberichts schließen die aktuellen Varianten des Betriebssystems – Android 4.0.4 und 4.1. – die Sicherheitslücke. Soweit möglich, solltet ihr euer Betriebssystem daher auf den neusten Stand bringen. Abhilfe bietet auch eine App, die über Google Play verfügbar ist. Habt ihr "NoTelURL" auf dem Handy installiert und kommt beim Surfen auf eine infizierte Webseite, fragt die App, ob ihr den Code wirklich ausführen wollt. Wählt ihr dann die Option "No Tel: URL", verhindert ihr, dass euer Telefon auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt oder eure SIM-Karte gelöscht wird.

Selbsttest

Um zu prüfen, ob ihr gefährdet seid, surft mit eurem Smartphone auf folgende Internetseite: http://www.isk.kth.se/~rbbo/testussd.html. Auf dieser Seite testet die schwedische Schule für Information- und Kommunikationstechnologie KTH, ob euer Handy grundsätzlich USSD-Codes über das Internet ausführt. Keine Sorge: Der getestete Code löscht keine Daten, sondern fordert euer Gerät lediglich auf, die Gerätenummer anzuzeigen.

Wer den Schaden hat …

Einen großen Anreiz für Kriminelle, diese Sicherheitslücke auszunutzen, gibt es nicht. Bei solchen Attacken wird nur Schaden angerichtet. Ein Abfischen von privaten Informationen oder Kreditkartendaten findet hingegen nicht statt. Angriffe im großen Stil sind daher unwahrscheinlich. Aber manchen Angreifern ist der Schaden andere Menschen ja schon Antrieb genug.

Seite empfehlen:

Seite in sozialen Netzwerken empfehlen

Seite per Mail empfehlen

Kommentar

Liegendes iPhone 5 (Pressefoto) © Apple

iPhone 5: Ein Smartphone ohne Vision

Das solide iPhone - ein Kommentar von Dennis Bangert. MEHR

Sicherheitslücke

Screenshot WhatsApp

WhatsApp: Neue Sicherheitslücke

Neue Sicherheitslücke bei "WhatsApp": Accounts gefährdet. MEHR

IFA-Trends

Bild des Nokia Lumia 820 bzw. Lumia 920

IFA 2012: Tablet- und Smartphone-Neuheiten

N-JOY stellt die Tablet- und Smartphone-Neuheiten der IFA 2012 vor. MEHR

Web-News

Tastatur © picture-alliance / maxppp Fotograf: Frederic Cirou

Multimedia - Neues aus der digitalen Welt

Welches Video ist angesagt? Was gibt's Neues von Facebook? Hier erfahrt ihr's. MEHR

INDEX

A - E

F - L

M - O

P - S

T - Z