Smartphone mit Kette Schloss und Blitzen © fotolia.com Fotograf: babimu, Sergey Nivens

So schützt ihr euer Smartphone

von Udo Lewalter

Smartphones und Tablet-PCs sind praktisch und leistungsstark - aber auch angreifbar. So schützt ihr die Alleskönner vor Diebstahl und Datenklau.

SMS schreiben, Überweisungen tätigen, Mails lesen, im Netz surfen, auf Facebook ein Bild posten, telefonieren - aus den tragbaren Telefonen von einst (Handys) sind mittlerweile leistungsstarke Minicomputer (Smartphones) geworden. Und genau wie euer PC zu Hause, so sind auch die tragbaren Geräte ins Visier vieler Krimineller gerückt. Die Gefahren, die auf Besitzer von Smartphones lauern, sind allerdings größer, denn die Mobilität der Geräte erhöht die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Diebstahls zu werden. Das gilt auch für die beliebten Tablets. Dabei geht es nicht nur um den Diebstahl der Geräte, sondern auch um den Datendiebstahl bei der Nutzung drahtloser Netzwerke. Das Problem hierbei: Der Datentransfer läuft meist über angreifbare Internetverbindungen. Zu Hause am PC versendet man die Daten dagegen vergleichsweise sicher über das lokale Netzwerk oder eine verschlüsselte, drahtlose WLAN-Verbindung. Doch keine Angst, ihr müsst eure geliebten Smartphones und Tablets nicht im Tresor verschließen. Beachtet nur ein paar Regeln, dann könnt ihr die mobilen Alleskönner gefahrlos nutzen.

12 Tipps für Smartphone- und Tablet-Nutzer

  • 1. Smartphone oder Tablet-PC verriegeln

    Aktiviert unbedingt die Bildschirmsperre! Denn dann kann das Gerät nur mithilfe einer Geheimzahl genutzt werden, wenn es zuvor ausgeschaltet war oder sich im Standby-Modus befunden hat. Klar, die ständige Eingabe des vierstelligen Codes nervt. Aber die Maßnahme erschwert dem Dieb den Zugang zu euren Daten. Ebenfalls wichtig: Vermeidet bei der Wahl des Passworts simple Kombinationen wie "0000", "1234" oder euren Geburtstag. Denn diese gern genutzten Geheimzahlen probieren auch Diebe aus.
    In welchem Menü ihr die Code-Sperre aktiviert, hängt von dem Betriebssystem eures Smartphones ab. Android-Nutzer schalten die Sicherheitsmaßnahme unter "Einstellungen – Standort und Sicherheit – SIM-Sperrung einrichten" ein. Die Benennung variiert dabei leicht. So heißt es beispielsweise bei HTC nur "Sicherheit" statt "Standort und Sicherheit". iPhone-Nutzer aktivieren die Sperre unter: "Einstellungen – Allgemein – Code-Sperre".
    Die Bildschirmsperre gewährt allerdings keine Sicherheit vor Datendiebstahl, denn der Speicher eines mobilen Geräts lässt sich zumeist problemlos über eine USB-Verbindung am PC auslesen. Die Sperre verschafft euch aber einen Zeitvorteil. So hat der Kriminelle nicht sofort nach dem Diebstahl Zugriff auf die Daten. Sobald ihr den Verlust bemerkt, lasst ihr die SIM-Karte sperren und ändert wichtige Passwörter, so dass die gestohlenen Informationen wertlos für den Dieb sind.

  • 2. WLAN und Bluetooth abschalten

    Ein Handy mit verschiedenen WLAN Namen im Display. (Bildmontage) © fotolia Fotograf: bloomua, Scorp
    Wenn ihr unterwegs seid, solltet ihr drahtlose Schnittstellen wie Bluetooth ausschalten. Verbindet externe Geräte mit eurem Smartphone nur in einer gesicherten Umgebung, also möglichst nicht auf Messen, im Kino oder auf dem Rummelplatz. So verhindert ihr, dass Dritte sich unbemerkt Zugriff auf euer Gerät verschaffen.

  • 3. Vorsicht bei öffentlichen Hotspots

    Symbolbild sicheres W-LAN, Router mit Vorhängeschloss © picture-alliance / Sven Simon Fotograf: FrankHoermann/SVEN SIMON
    Verbindet ihr euch im Café, Zug, Bahnhof oder Flughafen über einen öffentlichen Hotspot mit dem Internet, so ist größte Vorsicht geboten! Im Netz zu surfen, ist kein Problem. Aber sensible Daten wie Benutzernamen oder Passwörter solltet ihr auf keinen Fall eingeben. Für Kriminelle ist es ein Leichtes, Daten über die ungeschützten Netzwerke abzufangen. Wer dennoch über eine Hotspot-Verbindung eine Überweisung tätigen muss, der sollte auf die verschlüsselte Übertragung der Daten achten. Wann die sichere Leitung steht, ist leicht zu erkennen: In der Adressleiste eures Browsers findet ihr ein "https://" anstelle des sonst üblichen "http://" vor.

  • 4. Den eigenen Hotspot mit Bedacht einrichten

    Ein iPad am Frühstückstisch zeigt die neue NDR Mediathek. © fotolia Fotograf: Kristian
    Einige Geräte bieten die Möglichkeit, sie als mobilen, eigenen Hotspot einzurichten, so dass beispielsweise Freunde mit ihren Tablet-PCs über euer Handy im Internet surfen können. Macht diese Verbindung niemals ohne Passwort frei zugänglich und nutzt als WLAN-Sicherheitsprotokoll unbedingt WPA2! Vermeidet bei der Wahl des Passworts simple Kombinationen wie "0000", "1234" oder euren Geburtstag und gebt den Code nur an vertrauenswürdige Personen weiter. Wenn ihr die Hotspot-Funktion nicht mehr benötigt, solltet ihr sie umgehend ausschalten.

  • 5. Das System auf dem neuesten Stand halten

    Screenshot verschiedener Apps auf dem Smartphone  Fotograf: Udo Lewalter
    Aktualisiert regelmäßig eure Apps und das Betriebssystem, um Sicherheitslücken der alten Versionen schnellstmöglich zu schließen.

  • 6. Haltet eure mobilen Geräte stets unter Aufsicht

    Mann hebt Rollo eines Fenster an © dapd Fotograf: Lukas Barth
    Dieser Rat klingt selbstverständlich. Aber im Alltag denkt man nicht ständig an sein Smartphone. Man lässt es in der Hektik gerne mal in der Tasche des Mantels, im Rucksack oder auf dem Tisch liegen. Denkt aber immer daran: Wenn das Gerät gestohlen wird, schmerzt der materielle Verlust wohl am wenigsten. Denn mit dem mobilen PC haben Dritte wohlmöglich Zugriff auf dein Facebook-Konto, geschäftliche E-Mails oder auf deinen Online-Banking-Account.

  • 7. Nur vertrauenswürdige Software installieren

    Die Sportschau als App auf einem Smartphone. © © WDR/Annika Fußwinkel
    Installiert Apps nur aus vertrauenswürdigen Quellen wie dem App-Store bei iOS-Geräten oder Google Play im Fall von Android-Smartphones oder –Tablet-PCs. Falls euch der Anbieter oder dessen Programm nicht bekannt sind, googelt nach ihnen. Sollte das Unternehmen nicht vertrauenswürdig sein oder dessen Programme Schadsoftware auf Geräte schleusen, wird im Netz zumeist sehr schnell davor gewarnt.

  • 8. Bei Verkauf oder Entsorgung: Daten löschen

    Irgendwann kommt jedes Smartphone in die Jahre. Man will es entsorgen, verkaufen oder an den Arbeitgeber zurückgeben. Zuvor solltet ihr aber unbedingt den Speicher leeren – und zwar gründlich. Die Löschbefehle vieler Geräte entfernen Daten nicht endgültig vom System. Mit ein paar Kniffen holen sich versierte Nutzer die meisten Informationen problemlos zurück. Damit Dritte keinen Zugriff auf eure Daten haben, empfiehlt es sich, spezielle Apps wie "Secure Wipe" oder "iErase" zur endgültigen Löschung nutzen. Die Programme überschreiben den Speicher mit nutzlosen Daten und löschen sie im nächsten Schritt wieder. Dieser Prozess wird mehrfach wiederholt. Eine absolute Garantie auf endgültige Löschung habt ihr zwar auch damit nicht, aber eine Wiederherstellung der ursprünglichen Informationen ist extrem aufwendig. Einige Hersteller bieten zudem serienmäßige Löschhilfen: Auf Android-Geräten von Samsung beispielsweise bereinigt die Eingabe der Kombination "*2767*3855#" den gesamten Speicher und setzt das Gerät auf die Werkseinstellungen zurück. Entsprechende Informationen findet ihr auf der Internetseite des Herstellers oder im Handbuch des Geräts.

  • 9. Verlorene Smartphones orten

    Es klingt ein bisschen nach James Bond: Mit Hilfe spezieller Apps oder Dienste der Anbieter lassen sich Smartphones orten. Viele Lösungen arbeiten mit einer SMS-Steuerung. Das bedeutet: Ihr schickt eine Nachricht an das Mobiltelefon. Das Gerät ermittelt daraufhin über das eingebaute GPS-Modul oder über die WLAN-Verbindung seinen aktuellen Standort und schickt euch diesen als Mail oder SMS zu – Google-Maps-Link inklusive. Andere Apps liefern die Positionsdaten an ein Internetportal, auf dem eine Kartenmarkierung den Standort verrät. Dumm nur, wenn das Gerät abgeschaltet ist, Ortungsfunktion und WLAN deaktiviert sind oder das Smartphone keinen Empfang hat. Dann funktioniert die Ortung nicht.
    Die Ortungsfunktion ist ein praktischer Helfer bei der Suche nach einem verlorenen Gerät. Doch dieser Dienst birgt auch Risiken. Durch die Zusammenstellung der Informationen lässt sich theoretisch ein detailliertes Bewegungsprofil erstellen. Prinzipiell solltet ihr also mit der Weitergabe eurer Positionsdaten sehr zurückhaltend sein – also etwa Lokalisierungsdienste meiden und keine Ortsdaten in Fotos speichern, die ihr ins Internet stellt. Und Vorsicht: Wenn ihr den Dienst am Smartphone eures Kumpels aktiviert, ohne ihn darüber zu informieren, wird aus der Ortung eine Überwachung – und die ist strafbar!

  • 10. Handy weg? SIM-Karte sperren und Passwörtern ändern!

    Lasst bei Verlust eures Smartphones umgehend die SIM-Karte über den Anbieter sperren! Das gilt auch für Tablet-PCs, die mit einer UMTS-Datenkarte ausgestattet sind. Einige Unternehmen bieten zudem eine Funktion an, die es euch erlaubt, das Gerät per Fernzugriff zu sperren oder zurückzusetzen. Das sogenannte Remote-Wipe-Verfahren verhindert zwar nicht den materiellen Schaden, Dritte haben nach der Fernlöschung aber keinen Zugriff auf eure persönlichen Daten. Ändert nach dem Verlust des Geräts zudem alle wichtigen Passwörter, so dass Informationen, an die der Dieb möglicherweise gelangt, nutzlos sind.

  • 11. Handy geklaut? Private Daten übers Netz löschen

    Ihr habt euer Smartphone verloren oder es wurde euch geklaut? Über das Internet könnt ihr zumindest eure privaten Daten vor den neugierigen Blicken der Kriminellen schützen. Mit dem sogenannten Remote-Wipe-Verfahren löscht ihr Fotos und Kontakte auf eurem Handy ganz einfach über das World Wide Web.

    Remote-Wipe für iPhone
    Geht in die „Einstellungen“ und anschließend auf "iCloud" . Dort aktiviert die Funktion "iPhone suchen". Solltet ihr euer iPhone verlieren oder wird es geklaut, geht auf die Webseite www.icloud.com. Dort meldet ihr euch mit eurer Apple-ID an. Anschließend klickt ihr auf "iPhone suchen". Hier habt ihr die Möglichkeit euer Telefon zu löschen.

    Remote-Wipe für Android-Handys
    Anders als beim Apple-Betriebssystem bietet Android keine einfache Remote-Wipe-Lösung an. In diese Bresche springen mehrere Apps von Drittanbietern wie "Android Lost" oder "Lookout". Da viele Android-Smartphones auf SD-Speicherkarten unterstützen, solltet ihr die am besten verschlüsseln. Die entsprechende Funktion findet ihr in den Sicherheitseinstellungen euers Android-Handys. Bei unverschlüsselten Karten haben Kriminelle leichtes Spiel, diese am PC auszulesen – hier hilft dann auch keine Fernlöschung eures Handys mehr.

  • 12. Virtuelle Schädlingsbekämpfung

    Dass sich Schadsoftware auch bei Smartphones und Tablet-PCs mittlerweile zu einem echten Risikofaktor entwickelt hat, zeigte sich im Dezember 2012: Mithilfe eines ausgeklügelten Virusprogramms hatten Betrüger 30.000 Bankkonten leergeräumt und dabei mehr als 36 Millionen Euro erbeutet. Ein Schädling namens „Eurograbber“ fing die beim Online-Banking generierten Transaktionsnummern ab. So ließen sich problemlos beliebige Beträge vom betroffenen Konto abbuchen.
    Handy-Viren bedrohen besonders Android-Smartphones – die Anzahl der Schädlinge für dieses System nimmt drastisch zu. Es ist daher ratsam, einen Virenschutz zu installieren. Vollkommene Sicherheit garantieren die Programme allerdings nicht und die Qualität der Software variiert. Das Angebot Stiftung Warentest bietet regelmäßig unabhängige Vergleichstests, die hilfreiche Informationen über den Leistungsumfang sowie den Wirkungsgrad der Programme geben.

1/1

Fazit

Dank leistungsstarker Multifunktionszwerge lassen sich Bankgeschäfte, Mail-Verkehr, Bestellungen oder Aktivitäten in sozialen Netzwerken mittlerweile komfortabel unterwegs bewerkstelligen. Dabei werden die Risiken der mobilen Technikwelt aber allzu oft vergessen. Denn sobald ihr sensible Daten über öffentliche Netzwerke versendet, haben Dritte die Möglichkeit, sie abzufangen. Verschickt also Zugangsdaten, Passwörter und andere sensible Daten nur über eine sichere Verbindung. Oder besser noch: vermeidet es! Doch nicht nur in Datennetzwerken gehen Kriminelle auf Raubzug, auch der Diebstahl eines Smartphones oder Tablet-PCs verschafft ihnen häufig Zugriff auf Online-Banking-Accounts, Mail-Server oder soziale Netzwerke. Behaltet eure Geräte also stets im Auge, wenn ihr unterwegs seid und schützt sie mittels einer Tastatursperre. Und wenn euer Smartphone mal verloren geht, dann lasst umgehend eure SIM-Karte sperren und ändert schnellstmöglich eure wichtigsten Passwörter.

Dieses Thema im Programm:

N-JOY | N-JOY Der Graf | 23.01.2013 | 14:15 Uhr

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