
Andreas Bourani - "Staub und Fantasie"
"Was ich die letzten zehn Jahre gemacht habe? Nichts als scheitern eigentlich!" Nein, in Andreas Bouranis Musikkarriere lief nicht immer alles glatt. Der heute 27-jährige gebürtige Augsburger deutsch-ägyptischer Abstammung mit Wahlheimat Berlin musste viele Enttäuschungen hinnehmen, ehe sein Debütalbum "Staub und Fantasie" endlich das Licht der Welt erblicken konnte.
"In der Musik aufzugehen und etwas zu erschaffen, das hatte immer viel zu große Bedeutung für mich, als dass ich einfach hätte aufgeben können. Daraus habe ich meine Kraft bezogen. Das mag kitschig klingen, aber Musik war immer ein Zuhause für mich." Und dieses Zuhause hat sich Andreas Bourani in warmen Farben und mit weichen Stoffen eingerichtet.
"Staub und Fantasie" ist lupenreine, melodiöse Popmusik mit tollen Arrangements, ansprechenden Texten und einer geschmackvollen Instrumentierung. Die musikalische Qualität des Albums kommt nicht von ungefähr, immerhin wurde "Staub und Fantasie" von Andreas Herbig und Peter Seifert produziert, die in der Vergangenheit auch schon mit Ich + Ich und Udo Lindenberg zusammen gearbeitet haben.
Gerade die Midtempo-Balladen (z.B. "Wunder", "Eisberg" oder "Zusammen untergegangen") erinnern in ihrer Intensität und Dynamik an Bands wie Coldplay, Hurts oder OneRepublic. Nur eben mit deutschen Texten. Und Andreas Bourani gelingt es über weite Strecken, diese weder banal noch kitschig klingen zu lassen. Er spricht von Zusammenhalt, innerem Frieden, der Oberflächlichkeit des Großstadtlebens und natürlich dem Dauerbrennerthema Liebe, aber immer auf authentische und berührende Weise.
Ein paar kleine Mängel finden sich dann aber doch. Teilweise ähneln sich die Songs in Aufbau, Tempo und Grundstimmung sehr stark und gehen scheinbar nahtlos ineinander über, ein bisschen mehr Abwechslung wäre wünschenswert gewesen. Außerdem schrammt Andreas Bourani mit dem einen oder anderen Song haarscharf am Schlager vorbei ("Fremder Planet", "Eden für Dich"). Aber insgesamt ein sehr solides und gelungenes Debüt.
N-JOY