
Bloc Party – "Four"
Wer Bloc Party nicht kennt: Das ist eine der wichtigsten Indie-Bands des letzten Jahrzehnts. 2005 erschien ihr erstes Album "Silent Alarm", das sowohl von Fans, als auch von Kritikern begeistert gefeiert wurde. Doch dann kam das zweite Album und die Begeisterung wurde gebremst – zu viele Experimente, die Musik hört sich merkwürdig kompliziert und schwerfällig an. Das dritte und bisher letzte Album "Intimacy" war dann beinahe unhörbar. Viel zu verkopft! Man hörte förmlich, wie sich die Band im Studio gestritten hatte und zu keiner Einigung fand. Dann gab’s eine große Pause; Frontmann Kele Okereke tobte sich in dieser Zeit recht erfolgreich mit seiner Solo-Platte "Kele" aus. Viele Fans (und wahrscheinlich auch die Bandmitglieder selbst) fragten sich: War’s das jetzt mit Bloc Party? Dieser Band, die dieses unglaubliche Debütalbum rausgebracht hat?
Bloc Party geben die Antwort nun selbst ab: Nein! Die Jungs haben noch eine Menge zu sagen. Vier Jahre nach dem Katastrophenalbum erscheint jetzt "Four" – und das hat es wirklich in sich. Kele Okereke sagte im Vorfeld: "Das Album hört sich nach vier Jungs in einem Raum an, die es lieben was sie tun." Zwölf Tracks sind auf der Platte gelandet, und sie alle haben folgendes gemeinsam: Sie hören sich wirklich nach der Freude am Musik machen an. Abwechslungsreich, frisch, überraschend – das ist der Sound von Bloc Party im Jahr 2012. Neben der ersten Single "Octopus" sind auch viele Tracks dabei, die das Zeug zu Indie-Hits haben: Ruhige Songs wie "Real Talk", klassische Bloc Party-Hymnen wie "V.A.L.I.S" oder "Truth". Erstaunlich ist, wie krachig die Jungs aus London sein können: Bei Tracks wie "Kettling" oder "Coliseum" werden richtig fette Gitarren-Sounds ausgepackt, die eher nach den amerikanischen Billy Talent klingen als nach schüchternem Indie-Rock von den britischen Inseln. Fans, die eher auf die ruhigen Klänge von Bloc Party stehen, werden aber immer wieder versöhnt, zum Beispiel mit "The Healing".
Fazit: Das Comeback von Bloc Party ist gelungen! Gut, dass sich die vier nach einer schweren Zeit wieder zusammen gerauft haben – denn das Ergebnis "Four" kann sich allemal sehen und vor allem hören lassen.
N-JOY