
Madsen – "Wo es beginnt"
Mit ihrem letzten Album waren Madsen nicht wirklich zufrieden: "Bei "Labyrinth" haben wir zu viel nachgedacht." Das jedenfalls meint Sebastian Madsen, der mit seinen Brüdern Johannes und Sascha und Bassist Niko Maurer die Band Madsen gründete. "Kitsch" war das große Stichwort bei der Platte "Labyrinth", bei der auch Vergleiche mit Queen laut wurden - wenn denn die Texte gestimmt hätten. Dabei konnten Madsen schon einige Erfolge feiern bei bisher vier Alben und 14 Singles, die ihnen eine große Fangemeinde bescherten. Da die Band ihr letztes Album nun mal nicht mag, ist es jetzt an der Zeit, um mit dem Nachfolger "Wo es beginnt" neu anzufangen. Und die Arbeit daran beschreibt Sebastian so: "Das Motto war üben, üben, üben, als würden wir eine neue Band gründen."
Das Album jedenfalls hat es in sich. Erstaunlich rockig geht es los mit dem Titelsong "Wo es beginnt". Auch bei Tracks wie "Baut wieder auf" wird ordentlich zur Gitarre gegriffen und rumgeschrien - mit "Generation im Arsch" ist Madsen sogar ein wütender Punk-Song gelungen. Doch Fans, die auf die zarten Seiten der Band aus Prießeck im Wendland stehen, werden auch berücksichtigt: Für die sind zum Beispiel "Die Welt liegt vor dir" und der ruhige Track "So cool bist du nicht" (bei dem auch Live-Keyboarderin Lisa "Who" Nicklisch mitsingt). Streckenweise klingen sie wirklich wie die Hamburger Band Tocotronic: Das liegt vor allem an der ähnlichen Stimme von Sebastian, aber auch an den schlichten Beats und den Gitarrenwänden, die sehr nach Hamburger Schule klingen. Aber auch textlich kann "Wo es beginnt" durchaus glänzen. Man merkt, dass sich die Jungs von Madsen Mühe im Studio gegeben haben.
Fazit: Madsen haben eine vielseitige Platte abgeliefert, die mal kracht, aber auch Zeit zum Durchatmen lässt - und vor allem Spaß beim Zuhören macht. Und da ist dann auch Sebastian Madsen wieder zufrieden: "Der Hauptantrieb ist Bock."
N-JOY