Cover: Maximilian Hecker - "Mirage Of Bliss" © it sounds/Universal Music Publishing

Maximilian Hecker - "Mirage Of Bliss"

von Louisa Rieck

Maximilian Hecker mag’s gerne verschachtelt und verkopft. Sein letztes Album hieß "I Am Nothing But Emotion, No Human Being, No Son, Never Again Son". Im Vergleich dazu klingt "Mirage Of Bliss" fast schon harmlos. Aber die Herangehensweise war dafür ziemlich unkonventionell. Statt massenhaft High-Tech-Studio-Equipment gab’s nur noch ein Diktiergerät. "Unprofessionalität als Konzept" heißt es da im Infotext der Plattenfirma. Aha, na hoffentlich hört man das auf dem fertigen Album nicht so.

Was beim ersten Durchhören auffällt: Der 35-jährige Berliner hat ganz offensichtlich ein Faible für tiefschürfende und melancholische Songs. Manche Songs klingen fast schon schwermütig und deprimierend. Heckers Thema auf seinem siebten Album "Mirage Of Bliss" ist (...) der ewige Widerstreit zwischen seiner Sehnsucht nach Liebe und Nähe und dem gleichzeitigen Wunsch nach Isolation (...)" heißt es da weiter im Infotext. Zum Glück sind die bedeutungsschwangeren Texte auf Englisch ("The Time We Shared In Blaze And Laughter", "The Forsakenness Of Raging Love"), dann kann man sich mehr auf die an sich ganz hübschen Arrangements konzentrieren. Aber auf Dauer klingen die eben auch etwas einseitig. Nach Track 6 ist man schon völlig im Stimmungstief, dabei liegen noch sieben Songs vor einem!

Ausgerechnet der letzte Song holt einen dann doch wieder ein kleines Stück raus aus der Lethargie. Nach dem Motto: "Das Beste kommt zum Schluss" klingt "Summerwaste (Youth's Version)" geradezu lebensbejahend und ist insgesamt aufwändig arrangiert mit Streichern und Akustik-Gitarren. Na also! Warum nicht gleich so?

Wertung

Für Fans von: Tiemo Hauer, Get Well Soon, Philipp Poisel

Halten wir fest: Schlecht gemacht ist "Mirage Of Bliss" nicht. Man sollte aber unbedingt in der Stimmung dafür sein. Für lebensfrohe Menschen ist dieses Album also eher nichts. Wer schnelle und beschwingte Songs erwartet, wird enttäuscht, und wer erst recht nicht auf Maximilian Heckers säuselnd-weinerliche Stimme abfährt, lässt lieber ganz die Finger davon.

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