Mikrofon-Typen
Mit beiden Händen fest umschlossen, lässig mit einer Hand oder akkurat mit zwei Fingern – wie eine Sängerin oder ein Sänger das Mikrofon hält, ist Typ-Sache und sagt viel über die Stars aus.
Hier eine kleine Auswahl ...
Und dann gibt es da natürlich noch die Playback-Sänger (Menschen, die zu faul oder schlichtweg untalentiert sind, um live zu singen). Oftmals geht dieses Manko einher mit einer maßlosen Selbstüberschätzung, weshalb es schwierig ist, diese Art von "Künstler" ganz vom dem Showgeschäft fernzuhalten.
Die Stäbchen-Fraktion: Warum das Mikro bequem in die ganze Hand nehmen, wenn man es auch umständlich mit zwei Fingern halten kann (vgl. Chinesisch essen gehen). Schwierig wird es dann, wenn Sänger wie Xavier Naidoo oder Selina Gomez diese Praxis auf andere Tätigkeiten wie Autofahren, beim Umzug helfen oder Schwimmen anwenden.
Die Perfektionisten: Sie halten das Mikrofon so, dass es eine Linie mit der leicht zurückgelehnten Stirn ergibt. Der renommierte Diplompsychologe Ernst B. Kloppt deutet darin einen übertriebenen Perfektionismus, der leicht ins Krankhafte abdriften kann.
Kleine Ausrutscher wie ein nackter Hintern oder ein zu tiefer Ausschnitt zeigen uns, dass Robbie Williams, Katy Perry und Leona Lewis auch nur Menschen sind.
Die Doppelgreifer:
Mit viel Gefühl und Leidenschaft "hängen" sie am Mikrofonständer und umfassen das Mikro dabei entschlossen mit beiden Händen (vgl. Eichhörnchen isst Nüsse). Eine Spielart dieser Praktik ist dabei das wilde Schwingen des Ständers zu rockigen Nummern.
Psychologisch gesehen, suchen Künstler bei dieser Geste einen Halt auf der großen Bühne (Gründe hierfür können in einer schweren Kindheit liegen). Beispiele: Rea Garvey, Taylor Swift und Alec Völkel (Boss Hoss).
Die Hochstapler: Gebieterisch den Kopf nach hinten lehnen und dabei das Mikro von oben nach unten halten – die Aufwärts-Glotzer orientieren sich gerne nach ganz oben. Besonders beliebt bei Künstlern wie Bushido, Akon und Eminem, die dazu gern mal über ihre schlimme Kindheit, Drogen oder aber über ihr geiles Leben rappen.
Die Rechtwinkligen: von wegen langweilige Durchschnittspießer! Die Rechtwinkligen sind bodenständig und halten das Mikrofon gerade im 90-Grad-Winkel nahe an der Futterluke. Sie brauchen keine Megashow, da sie mit ihrer Stimme allein überzeugen (oder es zumindest versuchen). Typische Vertreter: Rihanna, Miley Cyrus und Ashley.
Die Rastlosen: Getrieben vom ständigen Hin- und Herlaufen, ziehen sie dem herkömmlichen Mikrofon ein dynamisches Headset vor. Aufwändige Moves und Tanzeinlagen gehören bei ihnen zum festen Repertoire ebenso wie hastiges Stoß-Singen und kontinuierliches Arme-in-die-Luft werfen.
Prototypen: Justin Bieber oder Taio Cruz.
Die Vielsaitigen (Achtung, Wortspiel!): Sie singen nicht nur hingebungsvoll in ihr Mikro, sondern spielen nebenbei noch ein Instrument.
Dabei können sie sitzen (Lady Gaga) oder stehen (James Morrisson). Sie müssen lediglich aufpassen, dass sie sich nicht zu viel aufhalsen. Gerade im privaten Bereich gelten sie als Menschen mit Helfer-Syndrom ("Wenn du noch Hilfe für die Hochzeitsplanung brauchst, frag mich ruhig. Nee, nee, die Doktorarbeit mach ich nebenbei ...").
Die Märchen-Onkel-Pose: Avril Lavigne, Pink oder LaFee beugen sich gerne mal mit dem Oberkörper nach vorne und singen in gebückter Haltung weiter. Das impliziert beim Rezipierten: "Hey, ich bin einer von euch!" Auf Augenhöhe mit den Stars wird ein Konzertbesuch für viele Fans so zum Ereignis des Lebens.
N-JOY 