
Warum tut Kälte weh?
Sie ist das größte Organ des menschlichen Körpers, kann bis zu zwei Quadratmeter messen: unsere Haut. Sie bietet also ganz schön viel Angriffsfläche für die Kälte, die uns derzeit schlagartig trifft, sobald wir einen Schritt vor die Tür setzen.
Stecknadeln und Taubheit
Ohne Handschuhe auf dem Fahrrad - keine gute Idee. Schon nach wenigen Metern piekst die Haut an den Händen, als wenn man beherzt in Stecknadeln greift. Auch mit Mütze auf dem Kopf und Schal vor der Nase kann man nicht verhindern, dass ein Teil des Gesichts frei bleibt - und dieser Teil wird ziemlich schnell ziemlich taub. Die Gesichtsmuskeln erlahmen und die Haut wird rot und trocken.Warum ist das eigentlich so? Warum tut Kälte so weh? Was durch hohe Minusgrade und eisigen Wind mit unserer Haut passiert, was den Kälteschmerz auslöst und wie man die Haut am besten schützt und pflegt, hat uns Dr. Esther Coors, Oberärztin für Dermatologie am Universitätsklinikum Eppendorf in Hamburg, erklärt:
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Wie reagiert die Haut auf die Kälte?
Die Haut dient als Schutz gegen Wärme und Kälte. Sie wirkt bei Kälte als Isolierschicht, um die inneren Organe zu schützen. In früheren Zeiten war der Mensch auch noch durch eine dichte Behaarung zusätzlich vor Kälte geschützt, das ist nun nicht mehr so. Aber es entsteht beim Frieren immer noch eine Gänsehaut dadurch, dass die Härchen durch Muskeln aufgerichtet werden.
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Und warum schmerzt die Haut so stark, wenn es kalt ist?
Durch Kälte kommt es anfangs zur Ausschüttung von verschiedenen Botenstoffen in der Haut, die u.a. dazu führen, dass kleine Gefäße sich weiten. Dadurch ist die erste Reaktion auf Kälte eine verstärkte Durchblutung und damit Rötung der Haut. Durch anhaltende Kälteeinwirkung nimmt die Durchblutung jedoch ab, was Schmerzen verursachen kann. Außerdem schädigt die starke Kälte auch das Gewebe, was ebenfalls schmerzhaft ist.
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Warum tun besonders Finger, Nase und Ohren weh?
Typischerweise sind diese sogenannten Akren, also die am Ende liegenden Strukturen (Ohren, Nase, Finger, Zehen) am schnellsten von einem Kälteschaden betroffen, da hier die Durchblutung sowieso schon geringer ist und weniger Fett zur Isolierung da ist. Das sind die Areale, die zum Beispiel beim Skifahren am leichtesten erfrieren können. Bei längerer Kälteeinwirkung werden zum Beispiel die Finger weiß und gefühllos und wir sprechen von einer Erfrierung ersten Grades.
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Warum schuppt die Haut bei Kälte stärker als sonst?
Durch die Kälte kommt es zu einer verminderten Talgproduktion und damit Austrocknung der Haut, so dass sie rissig und spröde wird und dadurch noch mehr Feuchtigkeit verliert. Durch den Wechsel ins Warme zu trockener Heizungsluft wird dieses Problem noch verstärkt.
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Was tut man am besten, um die Haut zu schützen?
Um die Haut zu schützen, sollte man sich warm anziehen und die Haut gut pflegen, am besten mit einer fetthaltigen Creme. Cremes mit hohem Wasseranteil sind hier nicht reichhaltig genug. Der Zusatz von Harnstoff (Urea) oder Glycerin fördert zusätzlich den Rückhalt von Feuchtigkeit in der Haut.
Stand: 02.02.2012 15:48 Uhr
N-JOY