
Blitzsommer: Droht jetzt die Mückenplage?
Nicht nur wir freuen uns über die plötzliche Wärme - viele Mückenlarven, die zurzeit in Pfützen und Gewässern darauf warten zu schlüpfen, leider auch. Jetzt befürchten Experten laut einer dapd-Meldung eine Explosion der Mückenanzahl an Rhein und anderen Flüssen. Grund ist die durchgehende Nässe, die wir in der ersten Jahreshälfte erlebt haben und für die Fortpflanzung der Mücken ideal war.
Bislang sind wir von den nervigen Plagegeistern verschont worden. Warum sich das noch ändern kann, erklärt Nehle Hoffer, Expertin des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gegenüber N-JOY XTRA so: "Es gibt zwei Faktoren, die das Mückenvorkommen hemmen: Trockenheit und Kälte. Bislang war es zwar feucht, aber eben auch kalt. Was allerdings optimal ist für Mücken, ist Wärme und Feuchtigkeit - also genau das Wetter, was wir zurzeit haben."
Warum Mücken immer mehr werden
Entlang des Rheins wurde in diesem Jahr mit 190 Tonnen auf 300 Kilometern schon vier Mal so viel Bekämpfungsmittel eingesetzt, wie 2011. Das vermehrte Mückenaufkommen haben wir uns dabei auch selbst zuzuschreiben - denn wenn die Natur durch Landwirtschaft und Bebauung aus dem Gleichgewicht gebracht wird, hat das Folgen. "Es gibt in Deutschland weniger Fressfeinde für Mücken als noch vor 50 Jahren, zum Beispiel Vögel und Fledermäuse," so Hoffer. "Dementsprechend werden sie weniger gefressen." Dass es in einigen Regionen zu viele Mücken gibt, ist also auch ein menschengemachtes Problem. Ein Glück für den Norden: An der Küste gibt es prinzipiell weniger Mücken, als in anderen Teilen Deutschlands.
Können Mücken uns gefährlich werden?
Auch der internationale Reiseverkehr trägt zur Vermehrung der Mücken bei: So wurde 2007 die asiatische Tigermücke in Deutschland entdeckt, die in tropischen Regionen das für den Menschen gefährliche Dengue-Fieber übertragt. Vermutet wird, dass sie mit Autoreifen aus Übersee hierher gelangt ist.
Müssen wir uns jetzt also Sorgen machen, wenn das warme Wetter mehr Mücken auf den Plan ruft? Nehle Hoffer gibt Entwarnung: "Damit eine Mücke in Deutschland diese Krankheit übertragen kann, müsste sie zuerst einen Menschen stechen, der diese Krankheit hat. Da aber sowohl Malaria als auch das Dengue-Fieber in Deutschland nicht vorkommen, sind Mücken zwar nervig und es juckt - aber es ist nicht gefährlich."
Vom Wetter hängt es ab
Wie viele Mücken es werden, hängt von der Wetterlage ab. "Wenn es in ein paar Tagen schon wieder kalt wird, muss man sich keine Sorgen machen," erklärt Nehle Hoffer. Sollten die sommerlichen Tage nur kurz anhalten, hätte das also zumindest eine gute Sache an sich: Eine Mückeninvasion würde ausbleiben.
So wehrt ihr euch erfolgreich gegen Mücken
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Licht aus? Hiflt nicht!
Am besten schützt ihr euch in der Wohnung mit einem Fliegengitter vor dem Fenster. Nele Hoffer räumt mit einem alten Mythos auf: "Das Licht bei offenem Fenster auszumachen bringt leider gar nichts, weil Mücken dem Geruch des Blutes folgen."
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Haltet euch bedeckt
Draußen: dünne Kleidung tragen, die die Haut bedeckt und eher auf natürliche Duftabwehr setzen, als auf Chemie. Mücken scheinen überhaupt keinen Geschmack zu haben.
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Gerüche, die helfen
Zum Glück scheinen die Blutsauger alles andere als einen guten Geschmack zu haben. Gerüche, die Mücken nicht ausstehen können, riechen für unsere Nasen mehr als gut: Lavendel, Zitrone, Lorbeer, Nelken und Minze gehören dazu. Die könnt ihr zum Beispiel als Öl auf einem Duftstövchen anwenden.
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Deckel zu
Gartenbesitzer sollten Regentonnen und Töpfe abgedeckt halten, damit sich dort keine Pfützen sammeln, in denen die Mücken nisten könnten.
N-JOY