
Suchen, vergleichen - sparen?
Weihnachtszeit ist Shoppingzeit. Um Menschenmassen zu umgehen und langes Anstehen an den Kassen zu vermeiden, kaufen immer mehr Menschen ihre Geschenke im Netz. Viele sind dort auf der Suche nach Schnäppchen. Hier wollen Online-Vergleichsportale wie idealo.de, günstiger.de, billiger.de oder preisvergleich.de helfen. Doch wie unabhängig werden dort die Suchergebnisse dargestellt?
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Was taugen Vergleichsportale für Autoversicherungen?
Was taugen Vergleichsportale für Autoversicherungen im Netz? MEHR
Bei den vier großen Vergleichsportalen werden Angebote von Händlern und Internetshops zusammengefasst und in einer Liste dargestellt. Ob Videokameras, Smartphones und Laptops, Schleifmaschinen, Handtaschen oder Autobatterien: In den umfangreichen Datenbanken gibt es kaum etwas, was es nicht gibt. Und von allem gibt es ziemlich viel: Dutzende Anbieter werden in die Suche mit einbezogen. Wie gut gelingt es da den Portalen, Licht ins Dunkel des Preisdschungels im Netz bringen?
Vor kurzem haben wir Online-Vergleichsportale für Versicherungen kritisch unter die Lupe genommen. Verbraucherschützer haben deren Unabhängigkeit angezweifelt, weil sie sich teilweise von der Versicherungswirtschaft finanzieren lassen. Jetzt vergleichen wir Shopping-Vergleichsportale für euch. Wie leicht ist es da, das günstigste oder beste Angebot zu finden? Und wie transparent erfolgt die Darstellung der Ergebnisse?
Offene Suche führt zu Hunderten Ergebnissen
Im ersten Suchschritt ohne Eingabe eines speziellen Produktnamens sind die Angebote noch bei keinem der vier Portale nach Preis sortiert. Klickt man zum Beispiel auf die Kategorie "LCD Fernseher", erhält man eine Auflistung, die wie bei allen anderen Produkten auch nach voreingestellten Kriterien gerankt wird: "Beliebtheit" bei billiger.de, "Relevanz" bei preisvergleich.de und "Popularität" bei ideolo.de. Bei guenstiger.de ist auf den ersten Blick gar nicht zu erkennen, wonach die Fernseher gerankt werden. Die Ergebnislisten für einzelne Produkte sind dafür ziemlich lang: Bei idealo.de erhält man 117 Unterseiten mit den Ergebnissen, bei guenstiger.de gibt es 105 Seiten, bei preisvergleich.de immerhin noch 100.
Sind Listenplätze käuflich?
Bei der Fülle des Angebots wird sich wohl kaum jemand die Mühe machen, mehr als ein oder zwei Unterseiten zu durchforsten. Die Produkte beziehungsweise die Anbieter, die auf der ersten Seite landen, dürften demnach von vornherein im Vorteil sein. Anlass für uns, bei den Betreibern der Portale mal nachzufragen, woraus sich "Beliebtheit" und "Relevanz" konkret herleiten. Außerdem wollten wir wissen, wie die Platzierung der Produkte hier funktioniert und ob Unternehmen sich durch Provisionszahlungen der Unternehmen bessere Einstufungen erkaufen können.
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Anne-Laure de Noblet von idealo.de schreibt uns:
Für die "Popularitäts"-Sortierung ist entscheidend, wie viele Klicks die Produkte auf unserer Website bekommen. Die aktuell 14 populärsten Produkte auf idealo.de gesamt werden als "Beliebteste Produkte" auf unserer Startseite vorgestellt. Eine von unserer Seite objektive und neutrale Topliste, da nur die Userclicks darüber entscheiden. Listenplätze sind bei uns nicht käuflich. Jeder unserer Händler hat die Chance, ganz oben zu stehen, sofern er den günstigsten Preis bietet und unsere Qualitätskriterien (z.B. flexible Zahlungsmethoden und angemessene Versandkosten) erfüllt. -
guenstiger.de-Pressesprecherin Christina Bathmann teilt uns mit:
Wenn eine Kategorie aufgerufen wird, erscheint ganz oben das beliebteste Produkt des Bereichs. Bei der gezielten Suche nach einem Artikel und dem Aufruf der Produktseite steht immer das günstigste Angebot ganz oben in der Liste der Händlerangebote. Der Verbraucher kann danach ein das Kästchen "Preise inkl. Versand anzeigen" aktivieren, dann ändert sich die Sortierung gegebenenfalls noch einmal. Das Ranking ist nicht durch Provisionen zu beeinflussen. -
Sandra Prömel schreibt uns im Auftrag von billiger.de:
Bei der Ermittlung der beliebtesten Produkte spielen verschiedene Aspekte eine Rolle. So messen wir dabei zum Beispiel auch, wie häufig sich Nutzer die Detailinformationen zu einem Produkt in einem bestimmten Zeitraum ansehen. Unternehmen können zwar verschiedene Werbeflächen auf der Internetplattform selbst buchen, diese sind jedoch immer als Werbung sofort erkennbar. Das Ranking innerhalb unserer Produktsuche selbst jedoch ist komplett nach unseren Filterkriterien dargestellt und unabhängig. -
Wenig gesprächsfreudig ist man bei preisvergleich.de:
"Nach Feedback der zuständigen Kollegen kann ich Ihnen leider keine Auskunft zu den Themen geben", teilt uns Erik Hübel lediglich mit.
Keine Beschwerden bei Verbraucherschützern
Edda Castelló von der Hamburger Verbraucherzentrale hatte die teilweise von den Versicherungen finanzierten Versicherungsvergleichs-Portale scharf kritisiert. Im Fall der Shopping-Vergleichsportale sind ihr jedoch noch keine größeren Klagen zu Ohren gekommen: "Wir haben keine Beschwerden über die Anbieter vorliegen, jedenfalls sind keine dokumentiert." Allerdings gelte im Internet wie auch im normalen Einzelhandel der Satz: "Über Preise sollte man sich lieber vor jedem Kauf erkundigen."
Und genau dafür gibt es ja eigentlich die Vergleichsportale. Im Drop-Down-Menü lässt sich denn auch in der Kategorie-Ansicht jeweils auswählen, das Ranking von der Standardeinstellung "Beliebtheit" zu "Preis" zu verändern. Man kann zudem gezielt einen Produktnamen in die Suchmaske eingeben, dann erscheint automatisch die Liste, sortiert nach dem günstigsten Preis zuerst. Der Schnellvergleich mit einem bestimmten Samsung-Fernsehmodell zeigt: Der günstigste Preis ist in allen vier Portalen gleich und liegt bei 999 Euro. Ein ordentliches Schnäppchen, da Samsung auf seiner Homepage eine unverbindliche Preisempfehlung von 1.329 Euro ausgibt.
Bei anderen Produkten in der Suche gibt es jedoch auch Unterschiede beim günstigsten Preis. Das liegt daran, dass nicht bei allen Vergleichsportalen alle Firmen gleichermaßen gelistet sind.
Geld verdienen mit Klick-Weiterleitung und Anzeigen
Was bei allen Vergleichsportalen jedoch gleich ist: Sie haben neben den Produkten in den Listen auch diverse Anzeigen geschaltet - auf der Startseite wie auch auf den Trefferseiten. Außer preisvergleich.de haben alle Portalbetreiber auf die Frage geantwortet, ob sie damit ihren Hauptumsatz erzielen oder ob es auch Umsatzbeteiligungen an verkauften Produkten gibt, nachdem Klicks von der Portal- auf die Anbieterseite geleitet wurden: "Wenn ein User von Ihren Seiten kommend ein Produkt bei einem Anbieter kauft, gibt es dann für Ihr Unternehmen eine Provision?"
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billiger.de schreibt hierzu:
Ja, mit dieser Provision vergütet der Onlineshop die Leistung von billiger.de, sein Angebot so attraktiv und prominent wie möglich in einem reichweitenstarken Umfeld im Internet, wie billiger.de es ist, einzubinden." Auf die Nachfrage, was ansonsten die Hauptfinanzierungsquellen für das umfangreiche Angebot sind, erhielten wir folgende Antwort: "Ein wichtiges Feld ist zum Beispiel die Online-Werbung, die viele Unternehmen im Rahmen unserer Website einblenden, um dabei ebenfalls von der Kundenpräsenz unserer Website zu profitieren.
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idealo.de teilt uns mit:
Idealo erhält keine Provision, wenn ein Nutzer ein Produkt über unsere Website kauft. Die Kooperation zwischen Idealo und den Händlern erfolgt über ein Pay-Per-Click-Modell (PPC). Die Hauptfinanzierungsquellen für Idealo sind eben diese PPC sowie Online-Werbung.
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Das Geschäftsmodell von guenstiger.de ist ähnlich:
Die Basis für die Listung in einem Preisvergleich ist eine Klickgebühr für die Weiterleitung auf die Händlerseite. Neben der Klickgebühr sind natürlich Werbeeinnahmen aus dem Display Advertising eine zusätzliche Einnahmequelle. Wir bieten die Möglichkeit der Darstellung eines "Premium Placements". Hier wird der Preis eines Händlers direkt unterhalb der Produktbezeichnung in einem extra Kasten anzeigt. Dieser ist dann aber auch als "Anzeige" gekennzeichnet. Das Listing der Händlerangebote wird dadurch nicht beeinflusst.
Die räumliche Nähe zwischen bezahlter Anzeige und unabhängigem Listing ist zuweilen ziemlich hoch. Es kommt hierbei auf jeden User an, genau zu prüfen und eben zu vergleichen, welches Produkt für ihn am besten ist. Habt ihr einmal die Kaufentscheidung gefällt, dann ist es hilfreich, bestimmte Regeln beim Bezahlen im Netz zu beachten. So kommt ihr schnell an Weihnachtsgeschenke - ganz sicher.
Stand: 11.12.2012 13:22 Uhr
N-JOY