Stand: 05.09.2019 15:52 Uhr | AutorIn: Torben Steenbuck

"Keychange": Mehr Frauen auf die Festival-Bühne!

Beyoncé, Ariana Grande oder Florence and the Machine: Alles bekannte, weibliche Acts, die locker als Headliner auf einem Festival spielen können. Aber sie sind immer noch die Ausnahme. Gerade auf den großen Rock- und Pop-Festivals stehen auf den großen Bühnen vor allem Männer. Seit zwei Jahren gibt es die Initiative Keychange, die das ändern will - und schon erste Erfolge vorzuweisen hat.

Frauen verdienen im Musikbusiness weniger Geld, sie haben weniger Auftrittsmöglichkeiten und sie kommen schwieriger an Jobs. Das beklagt schon länger die britische PRS Foundation. Nur vier Prozent der weltweit kommerziell veröffentlichten Musik wird von Frauen produziert. Insgesamt geht es in der Branche ganz schön ungerecht zu, wenn man kein Mann ist.

Das Reeperbahn Festival in Hamburg setzt sich dagegen ein. Die Veranstalter sind Teil der Initiative Keychange, die sich für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Musikwelt engagiert. Das Ziel: Eine faire Verteilung von männlichen und weiblichen Künstlern im Line up.

Das Ziel: 50 Prozent Frauen bis 2022

Das Reeperbahn Festival hat sich selbst zum Ziel gesetzt, dass bis 2022 im Line up genauso viele männliche wie weibliche Acts zu finden sind. Christina Schäfers leitet das Projekt Keychange beim Reeperbahn Festival und erklärt, warum das Festival dies so wichtig findet:

Wir gehen davon aus, dass es genauso viele weibliche wie männliche Talente gibt. Aber die männlichen Talente werden mehr gesehen, gespielt und gehört. Und von alleine wird sich das Problem nicht lösen. Christina Schäfers, Reeperbahn Festival

Woher kommt die Ungerechtigkeit im Musikgeschäft?

Aber warum stehen so wenige Frauen auf der Bühne? Christina Schäfers glaubt, dass dies mit einer grundsätzlichen Benachteiligung von Frauen in unserer Gesellschaft zusammenhängt. Außerdem vermutet sie, dass sich selbst verstärkende Mechanismen eine große Rolle spielen:

„Wenn ich starke männliche Acts auf der Bühne sehe, denke ich als kleiner männlicher Act ‚Oh, das kann ich auch schaffen‘. Wenn ich als kleiner weiblicher Act keine Vorbilder auf den Bühnen sehe, habe ich nicht die Möglichkeit, das zu sagen.“ Christina Schäfers im N-Joy Interview

Kurzum, so die Theorie: Männer fördern Männer, während Frauen oft allein dastehen. Schäfers und ihre Kolleginnen und Kollegen wollen genauer herausfinden, woher die Ungerechtigkeit im Musikgeschäft kommt und wie man sie bekämpfen kann. Deshalb arbeiten sie an einer Forschungsarbeit zu dem Thema.

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Mittlerweile ist das Reeperbahn Festival nicht mehr allein, wenn es um faire Line ups geht. Weltweit unterstützen 180 Festivals das Ziel, ausgeglichene Line ups zu präsentieren. Wenn doch mal das Argument kommt, man würde keine Frauen für das Line up oder ein Panel finden, haben die Leute von Keychange mittlerweile eine Liste mit weiblichen Acts und Speakerinnen parat, die sie empfehlen können.

Reeperbahn Festival will Künstlerinnen und Produzentinnen vernetzen

Das nächste Ziel der Keychange-Initiative und des Reeperbahn Festivals ist ein Netzwerk für Frauen aus allen Bereichen der Musikindustrie. Die einzelnen Länder entsenden Künstlerinnen, Produzentinnen, Autorinnen oder Journalistinnen, die Auftrittsmöglichkeiten und Workshops bekommen und sich untereinander vernetzen können.

Auf dem Reeperbahn Festival finden verschiedene Veranstaltungen statt, auf denen sich Frauen, die im Musikbusiness tätig sind, kennenlernen können. Auch die Sängerin und Keychange-Botschafterin Kate Nash spricht auf dem Festival über die Initiative. Und natürlich wird es vom 18. bis 21. September 2019 auch auf den Bühnen der Hamburger Reeperbahn viel Musik von Frauen geben.

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