Stand: 14.08.2020 15:01 Uhr

5 optische Täuschungen, die euch umhauen werden

Unser Gehirn konstruiert immer wieder Wahrnehmungen, die so gar nicht existieren.

Was wir sehen, entspricht nicht unbedingt der Realität - denn unser Gehirn konstruiert seine ganz eigene Wirklichkeit. Es verbindet Farben und Linien zu ganz neuen Formen oder bringt unsere Augen ungefragt dazu, in einem Schwarz-Weiß-Bild Farben zu sehen.

Beispiele gefällig? Kein Problem: Bei diesen optischen Täuschungen werdet ihr euch die Augen reiben!

Wölbung oder keine Wölbung?

"A bulge", zu Deutsch "eine Wölbung" ist der passende Titel dieser optischen Illusion. Entworfen wurde sie vom japanischen Psychologie Professor Akiyoshi Kitaoka, der sich auf optische Täuschungen dieser Art spezialisiert hat.

So funktioniert's: Das Muster auf dem Schachbrett erzeugt den Eindruck einer Wölbung in der Mitte des Bildes. Durch die kleinen weißen und schwarzen Kästchen, die unterschiedlich in den Quadraten angeordnet sind, erscheinen die Trennlinien zwischen den einzelnen Quadraten geschwungen.

So wird dem Gehirn eine gewölbte Form vorgegaukelt, die überhaupt nicht existiert. Färbt man die Kästchen in der gleichen Farbe der Quadrate, verschwindet die Illusion und damit auch die Wölbung. Das Auge sieht wieder ein reguläres Schachbrettmuster.


Farbe oder keine Farbe?

Unsere Augen sind sogar in der Lage, Farbe in ein Schwarz-Weiß-Bild zu bringen. Glaubt ihr nicht? Hier der Beweis:

So funktioniert's: Wenn wir uns relativ lange auf einen Reiz konzentrieren, ermüden die Farbrezeptoren im Auge und werden kurzzeitig inaktiv. Wechselt das Bild schlagartig in die Schwarz-Weiß-Version, kommen unsere Augen sozusagen nicht hinterher – es arbeiten nur die nicht-ermüdeten Farbrezeptoren. Dadurch nehmen wir das Bild in den Komplementärfarben des zuvor gesehenen Fotos wahr.


12 Punkte oder weniger Punkte?

Twitter-Nutzer und Facebook-Fans haben bis zum Schielen versucht, alle Punkte gleichzeitig zu erfassen. Und um es gleich klarzustellen: Ja, es gibt zwölf schwarze Punkte in diesem Bild. Sie sind nicht eingebildet. Die Frage ist also nicht, warum manche zwölf Punkte auf einmal sehen, sondern warum andere sie nicht sehen können.

So funktioniert's: Dass wir uns täuschen lassen, liegt laut Wissenschaftler Derek Arnold daran, dass Menschen ein sehr schlechtes peripheres Sehvermögen haben. Sobald ihr euch auf etwas konzentriert, wird das Bild am Rand eures Bildes unscharf.

Das könnt ihr ganz einfach ausprobieren: Wenn ihr euren Blick auf die Mitte dieses Textes fokussiert, könnt ihr die Wörter am Rand nicht mehr lesen, sondern seht sie nur verschwommen. Wir Menschen sind nicht in der Lage, am Rand unseres Blickfelds klare Bilder zu sehen. Das Gehirn ergänzt die Teile des Bildes, die es schlecht wahrnehmen kann, mit dem wahrscheinlichsten Inhalt.

Genauso ist es auch in der optischen Täuschung: Wenn ihr euch bei der Illusion auf einen der schwarzen Punkte konzentriert, fügt euer Gehirn am Rand eures Blickfelds den wahrscheinlichsten Inhalt hinzu - das bekannte Motiv der grauen Linien auf weißem Hintergrund. Dass da auch noch Punkte zu sehen sind, wird unterschlagen.


Rote oder graue Erdbeeren?

Dieser Teller hat dafür gesorgt, dass das ganze Netz sich am Kopf gekratzt hat. Das Foto zeigt Erdbeeren auf einem Teller. Über dem Bild liegt ein blau-grauer Schleier. Eigentlich nichts Außergewöhnliches. Doch der blau-graue Schleier stammt nicht von einem Filter der Foto-App auf dem Smartphone.

Auch wenn die Erdbeeren auf den ersten Blick rot wirken: Sie sind es nicht. Sie sind grau. Der Urheber Akiyoshi Kitoka schreibt auf Twitter: "Die Erdbeeren sehen nur rot aus. Eigentlich sind sie blau-grün oder grau." Als japanischer Experimentalpsychologe hat er sich auf optische Täuschungen spezialisiert und füttert seine Follower regelmäßig mit irreführenden Grafiken. Trotzdem waren sich hier viele Internet-User einig: Da müssen rote Pixel sein! Ein zweiter Twitter-Post sollte Licht ins Dunkel bringen:

Der hier eingefügte Balken hat exakt dieselbe Farbe wie die Erdbeeren - sieht also auf den ersten Blick rot aus. Wenn ihr euch allerdings nur auf den Balken konzentriert, seht ihr, dass er eigentlich grau ist. Unser Gehirn führt uns in die Irre.

So funktioniert's: Die Erklärung dafür ist eigentlich ganz einfach: Unser Gehirn verknüpft mit Erdbeeren die Farbe Rot und nimmt daher von ganz allein eine Farbkorrektur am Bild vor. Frei nach dem Motto: Was nicht passt, wird eben passend gemacht!

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der N-JOY Nachmittag mit Nina und dem Haacke | 24.07.2017 | 15:00 Uhr

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