Stand: 09.10.2019 15:05 Uhr

Body Positivity: Nicht nur Frauensache

Immer mehr Menschen haben es satt, ihren Körper hinter Bildbearbeitung zu verstecken. Zahlreiche Frauen, aber auch einige Männer kämpfen gegen die unrealistischen Schönheitsideale an.

Ein Fältchen an den Augen, eine Delle am Po, ein kleines Polster am Bauch: Fast jeder von uns hat schon mal zu kritisch auf ein Bild von sich selbst geschaut. Verstärkt wird dieser kritische Blick durch vermeintlich perfekte Vorbilder im Fernsehen oder auf Magazinen, die unrealistische Standards setzen - keine einzige Falte, keine Dellen, am Bauch nichts als Haut.

Dabei vergessen wir schnell: Niemand sieht aus wie das Model auf dem Magazincover - nicht einmal das Model selbst. Trotzdem streben wir danach, den perfekten Körper zu haben. Angefeuert wird dieser Wunsch durch abfällige Bemerkungen über Körperformen und vermeintliche Makel. "Body Shaming" nennt man das.

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#BodyPositivity: Aufschrei gegen Body Shaming

Doch immer mehr Menschen haben es satt, ihren Körper hinter Bildbearbeitung zu verstecken - und viele von ihnen wehren sich: Die Body-Positivity-Bewegung steht für körperliche Vielfalt und die Akzeptanz des eigenen Körpers. Menschen feiern Dehnungsstreifen, sind stolz auf Speckrollen und Pigmentflecken.

Body Positivity ist ein Aufschrei gegen die perfekt gefälschte Welt, die uns ein unrealistisches Bild von Schönheit vermittelt. Dieser Aufschrei findet zum Beispiel auf Instagram statt, mehr als 3,6 Millionen Beiträge gibt es mitterweile unter dem Hashtag #BodyPositivity. Der Großteil der Beiträge stammt von Frauen - aber auch immer mehr Männer wehren sich gegen Sprüche zu ihrem Körper.

"Du Lauch": Body Shaming bei Männern

So wie Maximilian Knabe, besser bekannt unter seinem Pseudonym "HandOfBlood". Er muss unter seinen Postings oft abwertende Kommentare über seinen Körperbau lesen: Nutzer machen Scherze über seine "Spaghetti-Arme", raten ihm, zum Arzt zu gehen oder beschimpfen ihn als "Lauch".

Maximilian spricht in seinen Stories offen über das Thema Body Shaming. Er selbst könne gut damit umgehen - er weiß aber auch, dass so etwas bei unsicheren Menschen schnell Ängste auslösen kann. Der YouTuber zeigt sich schockiert darüber, wie salonfähig die Beleidigungen über seinen Körper zu sein scheinen. Er finde es erschreckend, wie eklig seine Community in dieser Hinsicht sei.

"Der Körper sollte einem nicht im Weg stehen"

Wovon Maximilian angeblich zu wenig hat, davon hat Christian Fandrey angeblich zu viel: Er ist Tänzer und Plus-Size-Model und muss sich seit seiner Jugend Kritik über sein Körpergewicht anhören. Das Tanzen hat ihm geholfen, sein eigenes Körperbild zu akzeptieren.

Ich finde, der Körper sollte einem nicht im Weg stehen, sich zu zeigen oder seine Träume zu verwirklichen. Das ist die Akzeptanz, für die ich kämpfen will. Christian Fandrey im N-JOY Interview

Body Positivity, erklärt er im N-JOY Interview, bedeutet für ihn, dass er sich keine Gedanken mehr machen muss, wie er aussieht.

Mehr Realität in den sozialen Medien

Maximilian und Christian sind nur zwei Beispiele dafür, dass Body Shaming auch Männer trifft. Beide versuchen, ein gesundes Verhältnis zu ihrem Körper aufzubauen. Auch wenn niemand alle Körperformen lieben oder ungesunde Extreme befürworten muss, muss die Akzeptanz - der Kern von Body Positivity - auch gesellschaftlich Einkehr finden.

Denn auch wenn Kommentare nicht immer verletzend gemeint sind, können sie doch Selbstzweifel auslösen und die eigene Selbstwahrnehmung stark beeinflussen. Völlig unabhängig vom Geschlecht.

 

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Kuhlage und Hardeland - Die N-JOY Morningshow | 10.10.2019 | 05:00 Uhr

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