Stand: 11.09.2020 12:52 Uhr

Coronavirus-Studie: "Happy Birthday" erhöht das Ansteckungsrisiko

An Geburtstagen ein Ständchen für das Geburtstagskind singen? Laut einer Studie aktuell keine gute Idee: Das Risiko, sich mit dem Coronavirus anzustecken, sei höher, wenn wir bestimmte Lieder singen würden.

Dass beim Singen deutlich mehr Aerosole ausgestoßen werden als beim Sprechen und Atmen, wird schon länger vermutet. Erste Studienergebnisse bestätigen diese Vermutung. So hat eine Untersuchung der Technischen Universität Berlin gezeigt: Beim Singen setzen wir mindestens zehn mal mehr unsichtbare Partikel frei, die potentiell Viren tragen können - es können sogar 50 oder 60 mal mehr sein.

Schwedische Studie: "Happy Birthday" birgt erhöhtes Ansteckungsrisiko

Eine Studie aus Schweden bestätigt jetzt nicht nur, dass beim Singen ein erhöhtes Ansteckungsrisiko besteht - sondern auch, dass das Risiko bei bestimmten Liedern noch größer sein kann als bei anderen.

Dabei warnen die Wissenschaftler der Lund Universität im Wissenschaftsmagazin "TheScienceTimes" ausgerechnet vor einem Klassiker, den jeder von uns ab und zu singt: Lieder wie "Happy Birthday" sollen die Übertragung des Coronavirus noch mehr begünstigen als andere Lieder.

Besonders viele Aerosole bei den Buchstaben "B" und "P"

Die Ergebnisse zeigen, dass es sowohl auf den Text als auch auf die Art und Weise des Singens ankommt: Laut gesungene Lieder und Songs mit vielen Konsonanten würden besonders viele Tröpfchen verbreiten. Im Rahmen der Studie seien vor allem die Buchstaben "B" und "P" aufgefallen - ihre Aussprache würde mehr Aerosol-Partikel freisetzen.

Mit speziellen Lampen, einer Hochgeschwindigkeitskamera und einem speziellen Instrument zur Messung sehr kleiner Partikel haben die Wissenschaftler die Aerosol- und Tröpfchenabgabe von zwölf gesunden Sängerinnen und Sängern sowie von zwei mit Covid-19 infizierten Personen untersucht. Dazu ließen sie die Studienteilnehmer in einen Trichter atmen, sprechen und singen - mit und ohne Mund-Nasen-Maske.

Fazit: Mit Maske und Abstand singen hilft

Dabei haben die Wissenschaftler herausgefunden, dass Abstand, das Tragen einer Maske und eine gute Durchlüftung des Raumes das Ansteckungsrisiko beim Singen deutlich reduziert.

 

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