Stand: 05.01.2021 12:23 Uhr

Schlaf-Mythen: Vergesst das Schäfchenzählen

Während die einen Schlafen als ihre absolute Lieblingsbeschäftigung ansehen, ist das Thema für die anderen der absolute Horror. Aber was hilft wirklich beim Einschlafen oder wenn ihr akuten Schlafmangel habt? Wir räumen mit einigen Schlafmythen auf.

Schlafmangel macht einsam - das haben Forscher von der Universität Berkeley herausgefunden. Und es gibt viele Schlechtschläfer in Deutschland: 80 Prozent der Erwerbstätigen schlafen laut einer Studie der Krankenversicherung DAK nicht gut. Gründe für schlechten Schlaf sind nach Angaben des Gesundheitsreports unter anderem Leistungsdruck, Überstunden, Schichtarbeit und die ständige Erreichbarkeit. Die Qualität unseres Schlafes hängt auch damit zusammen, wie zufrieden wir gerade mit unserem Leben sind.

Doch was genau kann uns noch den Schlaf rauben - und welche gängigen Sätze sind Unsinn? Wir räumen mit Schlafmythen auf und geben euch Tipps für einen besseren Schlaf:

"Die zwei Stunden Schlaf hole ich am Nachmittag nach."

Diese Rechnung geht nicht wirklich auf, denn der Schlaf am Tag ist mit dem in der Nacht nicht vergleichbar. Die DGSM (Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin) begründet das damit, dass der Schlaf am Tag störanfälliger und nicht so tief ist wie in der Nacht. Kurze Nickerchen am Tag können aber die Leistungsfähigkeit bei akuter Müdigkeit steigern.

 

"Vor dem Schlafen Sport zu machen, hilft beim Einschlafen."

Auch das ist nur bedingt zu empfehlen. Sport ist zwar allgemein förderlich für einen guten Schlaf, kurbelt allerdings auch den Kreislauf an. Sport direkt vor dem Schlafengehen kann also auch dafür sorgen, dass ihr nicht zur Ruhe kommt.

 

"Wenn ich nicht einschlafen kann, schreibe ich eben noch eine wichtige Mail."

Arbeiten im Bett sollte tabu sein. Vor allem wenn ihr unter Einschlafproblemen leidet, solltet ihr das Schlafzimmer von allem befreien, was dort nichts zu suchen hat und euch stresst. Der Klamottenberg, den ihr eigentlich schon vorgestern wegräumen wolltet, kann mit daran schuld sein, dass ihr nicht in den Schlaf findet.

 

"Vor dem Schlafengehen entspanne ich mich bei einer Folge meiner Lieblingsserie."

So schön es auch ist, sich mit dem Laptop oder dem Handy in der Bettdecke eingemummelt ins Bett zu kuscheln und eine Serie vor dem Schlafen zu schauen - es kann zum Grund für Einschlafprobleme werden. Das Licht vom Smartphone-Display kann euch vom Einschlafen abhalten. Ein zu hoher Blauanteil im Bildschirmlicht verhindert nämlich, dass im Körper das Schlaf-Hormon Melatonin ausgeschüttet wird.

 

"Direkt vorm Schlafen noch etwas zu essen, lässt mich schneller einschlafen."

Hungrig schlafen zu gehen, ist nicht zu empfehlen. Aber auch ein zu voller Magen kann euch den Schlaf vermiesen. Hier gilt es, ein gesundes Mittelmaß zu finden und sich allgemein ausgewogen zu ernähren.

 

"Ein Glas Wein am Abend hilft beim Einschlafen"

Alkohol kann zwar beim Einschlafen helfen, er ist aber auch dafür verantwortlich, dass eure Tiefschlaf- und Traumphasen durcheinander geraten, schreibt die Krankenkasse. Auch bei Kaffee solltet ihr aufpassen, wenn ihr Schlafprobleme habt. Lasst also einfach mal das Nachmittagskäffchen weg und testet, ob ihr dann besser schlafen könnt. Die DGSM empfiehlt, vier Stunden vor dem Schlafengehen auf koffeinhaltige Getränke zu verzichten.

 

"Zähl doch Schäfchen!"

Vorsicht beim Schäfchenzählen! Für den einen oder anderen mag das vielleicht funktionieren, es kann aber auch den gegenteiligen Effekt haben, wie eine Studie der Oxford University herausgefunden hat. Sie untersuchten zwei Gruppen von Menschen mit Schlafproblemen, von denen eine Gruppe mit Schäfchenzählen einschlafen sollte. Diese Gruppe brauchte länger zum Einschlafen. Denkt also lieber an etwas, das euch entspannt.

 

"Ich kann so früh nicht einschlafen"

Das reden wir uns oft nur ein. Allerdings: Schlafen wir sonntags lange, können wir natürlich abends nicht um acht ins Bett gehen und direkt einschlafen, um am Montag pünktlich zur Frühschicht topfit zu sein. Wer (verständlicherweise) keine Schlaftabletten nehmen will, denkt, er kann nichts gegen die Einschlafprobleme tun.

Oft hilft es aber, unterschiedliche Einschlaftaktiken auszuprobieren wie autogenes Training oder Milch mit Honig. Es kann auch helfen, wenn ihr ausprobiert, Melatonin einzunehmen. Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das den Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers steuert und euren Körper dazu bringt, in den Nachtmodus zu wechseln. Bananen sorgen übrigens auch für eine höhere Melatoninproduktion im Körper. Wie wäre es also mit einem kleinen Snack am Abend?

 

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Kuhlage und Hardeland - Die N-JOY Morningshow | 16.03.2018 | 05:00 Uhr

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