Stand: 07.08.2018 13:16 Uhr | AutorIn: Charlotte Bogo

Endlich nicht mehr rauchen!

Wer sich einmal entschieden hat das Rauchen aufzugeben, hat den ersten Schritt schon geschafft. Aber mit der letzten Zigarette beginnt auch die Entgiftungsphase - mit ihren positiven und negativen Folgen. Welche Nebenwirkungen dabei ganz normal sind, hat uns eine Suchtexpertin verraten.

Nichtraucher leben länger, heißt es. Dass diese Faustregel auch für Gelegenheitsraucher gilt, hat erst vor Kurzem eine neue Studie belegt. Demnach steigt das Schlaganfall-Risiko schon bei nur einer Zigarette täglich bei Männern um 45 Prozent, bei Frauen sogar um 65 Prozent. Ein Grund mehr also, den Zigaretten gänzlich abzuschwören.

Nichtrauchen: Die Folgen

Wer das Rauchen schon (mal) aufgegeben hat, weiß, wie stark die Begleiterscheinungen des Rauchentzugs sein können. Denn neben den vielen positiven körperlichen Effekten, die langfristig eintreten, macht sich zunächst erstmal der Nikotinentzug selbst bemerkbar - und der hat es in sich: zunehmender Appetit, 1-2 Kilo mehr auf den Hüften, fieser Husten, Stimmungsschwankungen.

Zum Thema

Fakten zum Rauchen

  • In Deutschland sterben jedes Jahr zwischen 110 000 - 140 000 Menschen an den Folgen des Rauchens.
  • Rauchen verursacht Krankheiten wie z.B. Krebs, Herz-Kreislauferkrankungen, Typ 2 Diabetes und Atemwegserkrankungen.
  • Wer aufhört zu Rauchen reduziert langfristig das Risiko für Erkrankungen, die durch Rauchen verursacht werden.

Alle Informationen zu den Risikofaktoren und Tipps zum Aufhören gibt es auf der Seite des Deutschen Krebsforschungszentrums.

Warum hustet man nach dem Aufhören mehr?

Dass Zigaretten ungesund sind, wissen wir ja eh. Damit sich das beim Rauchen selbst aber nicht bemerkbar macht, stecken Zigaretten voll mit Stoffen, die den natürlichen Hustenreflex lähmen. So gelangen beim Rauchen unbemerkt jede Menge toxische Stoffe in die Lungen, vorbei an den gelähmten Flimmerhärchen. Diese funktionieren normalerweise wie eine körpereigene Müllabfuhr und transportieren eingedrungene Schadstoffe wieder nach außen in den Rachen ab. Bis zu neun Monate brauchen Flimmerhärchen, um sich vom Nikotinkonsum zu erholen. Die Folge ist bei Nichtrauchern kurzfristig mehr Husten als gewöhnlich.

Warum nimmt man nach dem Aufhören zu?

Ganz natürlich ist bei Rauchern, die aufhören zu qualmen, eine Zunahme des Appetits. Rauchen verbrennt Kalorien und wirkt dämpfend auf das Hungergefühl. Dass ihr bei der Entwöhnung ein bisschen zunehmt, ist, laut Suchttherapeutin Silke Borchert, ganz normal.

Warum hat man nach dem Aufhören Stimmungsschwankungen?

Stimmungsschwankungen sind ebenfalls vollkommen normal, wenn man mit dem Rauchen aufhört. Wie andere Drogen auch stimuliert Nikotin das Belohnungszentrum im Gehirn. Wird dem Körper das Nikotin entzogen, rebelliert das Belohnungszentrum.

Das ist wie ein Hund, den man ein Leben lang bei Tisch gefüttert hat. Wenn er auf einmal nichts mehr bekommt, dann wird der auch muffig. Silke Borchert

Weniger Krankheiten, mehr Gesundheit

Die gute Nachricht: Die ersten positiven Folgen des Nichtrauchens stellen sich schnell ein! So verrät Borchert:

Nach 24 Stunden nimmt schon das Risiko für einen plötzlichen Herztod ab. Silke Borchert

Außerdem verbessern sich Geruchs- und Geschmackssinn nach nur zwei Tagen schon merklich. Nach neun Monaten wird der Husten weniger. Und: nach 15 Jahren hat sich der Körper wieder vollständig vom Rauchen erholt.

 

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der Graf | 06.08.2018 | 12:20 Uhr

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