Stand: 04.11.2019 12:41 Uhr

Englisch auffrischen und verbessern: 7 Tipps

Ihr wollt eure Englisch-Kenntnisse auffrischen oder eine andere gelernte Sprache endlich im richtigen Leben anwenden? Diese Tipps helfen euch.

Die Grammatik sitzt, neue Vokabeln zu lernen ist eigentlich kein Problem - und trotzdem fehlt etwas, um sich mit der Fremdsprache so richtig wohlzufühlen: Übung und Selbstbewusstsein.

So ging es Anthrin aus dem N-JOY Team lange mit ihrem Englisch. Im Schulunterricht hat es zwar immer für eine gute Noten gereicht - doch Vokabel- und Grammatiktests oder geschriebene Textanalysen sind etwas völlig anderes als der alltägliche Sprachgebrauch. Und so war es Anthrin immer unangenehm, vor anderen Menschen mit mehr Sprachübung oder vor Muttersprachlern Englisch zu sprechen.

Um das zu ändern, hat sie nach und nach angefangen, die englische Sprache mehr in ihren Alltag zu integrieren. Ihr Ziel: Mehr Selbstbewusstsein, mehr klingen wie eine Muttersprachlerin. Um das zu erreichen, hat sie viele Apps und Alltagstricks ausprobiert. Zur ARD Themenwoche "Zukunft Bildung" verrät sie, was wirklich geholfen hat.

1. Sucht euch Partner zum Sprechen

Ich habe für mich gelernt: Wenn ich besser werden will, muss ich mich aus meiner eigenen Komfortzone wagen. Dazu gehört: Englisch mit Muttersprachlern zu sprechen. Also habe ich es einfach gemacht - und zwar mit Fremden, die ich im Zweifel nie wiedersehen muss. Dazu habe ich viele Apps ausprobiert. Meine Favoriten: "Tandem" (kostenlos für iOS und Android) und "iTalki" (kostenlos für iOS und Android).

Bei "Tandem" könnt ihr Menschen aus aller Welt finden, die eure Fremdsprache fließend sprechen. Am sinnvollsten ist es meiner Erfahrung nach, wenn der- oder diejenige gleichzeitig Deutsch lernt. So könnt ihr euch gegenseitig helfen, zum Beispiel, indem ihr euch in der App Sprachnachrichten schickt, euch per Video- oder Audiochat unterhaltet oder euch einfach schreibt.

Für Letzteres gibt es in der App eine tolle Korrekturfunktion, mit der ihr euch gegenseitig auf Fehler aufmerksam machen könnt, ohne den Gesprächsfluss ständig zu unterbrechen. Ein super Extra: Ihr lernt interessante Leute aus aller Welt kennen. Ich habe mittlerweile Sprachpartner aus den USA, England, Jamaika und Australien, mit denen ich mehr oder weniger regelmäßig Kontakt habe.


2. Nehmt Conversation Lessons

Bei "Tandem" sind auch Hobby-Tutoren und professionelle Lehrer unterwegs. Sich von ihnen helfen zu lassen, kostet allerdings Geld. Für eine Stunde bezahlt ihr meiner Erfahrung nach zwischen 8 und 25 Euro. In einer ähnlichen Preisspanne bewegen sich auch die Englischstunden bei "iTalki" (kostenlos für iOS und Android). Über diese App buche ich am liebsten meinen Unterricht. In "iTalki" stellen Lehrerinnen und Lehrer sich in einem Video vor und beschreiben, wie der Unterricht bei ihnen abläuft. Meist habt ihr die Wahl zwischen richtigen Unterrichtseinheiten, in denen Grammatik, Vokabeln und Aussprache gepaukt werden, und Conversation Lessons, in denen ihr mit der Lehrerin oder dem Lehrer über Themen eurer Wahl sprecht.

Englischstunden könnt ihr natürlich auch in eurer örtlichen Sprachschule nehmen. Wer mit anderen lernen und dabei auch noch Geld sparen will, kann dort zum Beispiel einen Gruppenkurs besuchen.


3. Lernt aus den Fehlern anderer

Eine weitere super Funktion in "iTalki" ist die kostenlose "Community": Dort könnt ihr Fragen stellen, Sätze auf Englisch einstellen und nach Korrekturen fragen, Themen aus aller Welt diskutieren oder einfach ein bisschen stöbern, um aus den Fehlern anderer zu lernen. Dieser Community-Gedanke herrscht übrigens auch in vielen Facebook-Gruppen zum Thema Englisch lernen.


4. Schaut englische Serien in der Originalversion mit Untertiteln

Diesen sehr naheliegenden Tipp habe ich immer wieder gehört - und doch war ich lange zu faul, weil es nach Arbeit klang und ich Serien zur Entspannung schauen möchte. Aber ganz ehrlich: Gerade weil in Serien meist Alltagssprache genutzt wird, hilft es wirklich sehr, englischsprachige Serien im Original zu schauen. Die ersten paar Wochen ist es vielleicht etwas anstrengend, doch man gewöhnt sich schnell dran.

Mittlerweile brauche ich bei vielen Serien und Filmen keine Untertitel mehr, um alles zu verstehen. Ich nutze sie aber meist trotzdem, weil ich mir Formulierungen viel besser einprägen kann, wenn ich sie lese. Mein absoluter Glücksmoment? Wenn ich eine Formulierung, die ich mir beim Seriengucken eingeprägt habe, im Gespräch mit einem meiner Tandempartner benutzen kann.


5. Führt Selbstgespräche

Klingt seltsam, hilft aber wirklich, um die Fremdsprache mehr in den Alltag zu integrieren und das eigene Vokabular zu erweitern: Wenn ich auf dem Weg zur Arbeit über etwas nachdenke oder Freunden eine WhatsApp-Nachricht schreibe, frage ich mich selbst oft: Wie würde ich das auf Englisch formulieren?

Fällt mir etwas ein, schaue ich manchmal nach, ob sich in meiner Formulierung Fehler verstecken. Fällt mir ein Wort oder eine Formulierung nicht ein, öffne ich meine Wörterbuch-App und schaue nach. Ich nutze "dict.cc" für deutsch-englische Übersetzungen und "Oxford Dictionary of English" für englischsprachige Erklärungen zu englischen Wörtern.


6. Lernt gezielt umgangssprachliche Formulierungen

Wenn ich gefragt werden, warum ich mein Englisch verbessern möchte, sage ich meist: Ich möchte mehr klingen wie eine Muttersprachlerin. Deswegen hat einer meiner Lehrer mit mir eine Stunde lang "idioms" - also Redewendungen - geübt. Das hat mir einmal mehr gezeigt: Meine Angst, peinliches "D-Englisch" zu produzieren, ist meist unbegründet. Denn viele englische Redewendungen sind unseren deutschen Gegenstücken sehr ähnlich.

Außerdem hat mir mein Lehrer, der ursprünglich aus Texas kommt, ein paar Slang-Tipps gegeben, die in den Südstaaten der USA besonders gut ankommen. Er feiert mich jedes Mal, wenn ich "Y'all" (eine Kombination aus "You" und "all", die Südstaatler nutzen, wenn sie mehr als eine Person direkt ansprechen) benutze oder ihm ein breites "Gotcha" ("I got you") entgegenrufe, wenn ich endlich etwas verstanden habe. Mit kleinen Tricks und bestimmten Formulierungen klingt euer Englisch gleich viel authentischer.


7. Lest und hört auf Englisch

Bei aller Motivation, die ich mitbringe: Ganze Bücher auf Englisch zu lesen, klappt einfach nicht. Dazu habe ich als Schnellleserin einfach zu wenig Geduld. Deswegen lese ich lieber kurze englische Artikel - zum Beispiel auf "theatlantic.com" oder "boredpanda.com" (da gibt's schön viele Bilder!). Außerdem höre ich gerne englische Hörbücher von Büchern, die ich schon auf Deutsch gelesen habe. Und: "TED-Talks" zu ganz unterschiedlichen Themen sind super interessanter und gut dosierter Input für den Weg zur Arbeit, die Mittagspause oder die Zeit zwischen Aufwachen und Aufstehen.


Fazit: Kleinigkeiten machen den Unterschied

So aufgeschrieben, klingt das sehr aufwändig. So fühlt es sich für mich aber nicht an: Eine Textnachricht an einen Tandempartner hier, eine Podcast-Folge dort, ein schneller Artikel zum Einschlafen - im Grunde alles Dinge, die ich jeden Tag machen, nur halt auf Englisch statt auf Deutsch. So ist Englisch zu einem Teil meines Alltags geworden.

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Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Der Graf | 14.11.2019 | 12:00 Uhr

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